„Siemensstadt Square“ wächst in Spandau weiter und erhält erneut die Auszeichnung als „Zukunftsort“. Gleichzeitig sorgt der Austritt des EUREF-Campus aus dem Netzwerk der Berliner Zukunftsorte für eine Debatte über Klimaschutz und Kriterien.

Die Visualisierung des Hochhauses zeigt, wie stark der Neubau das künftige Entrée zum Siemens-Campus prägen wird.

In Siemensstadt Square entsteht bis Ende der 2020er-Jahre ein neues Stadtviertel für tausende Menschen mit Wohnungen, Schulen und Verkehrsanbindung. / © Siemens AG

© Titelbild / Visualisierung: Siemens AG

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„Siemensstadt Square“ wächst weiter. In Spandau entstehen die ersten markanten Neubauten des Quartiers, gleichzeitig erhielt das Projekt erneut die Auszeichnung als „Zukunftsort“. Doch ausgerechnet dieser Titel sorgt derzeit für Diskussionen. Denn mit dem EUREF-Campus hat eines der bekanntesten Mitglieder das Netzwerk der Berliner Zukunftsorte verlassen und eine Debatte über Klimaschutz und die Zukunft des Netzwerks ausgelöst.

  • Bezirk: Spandau
  • Lage: Siemensstadt, rund um Nonnendammallee und Rohrdamm
  • Fläche: rund 76 Hektar
  • Baubeginn der ersten Hochbauten: Juni 2024
  • Erste Fertigstellungen: 2027
  • Gesamtentwicklung: bis in die 2030er Jahre
  • Wohnungen: bis zu 3.750, davon rund 30 Prozent gefördert
  • Nutzung: Wohnen, Arbeiten, Industrie, Forschung, Bildung, soziale Infrastruktur und Freiräume

Knapp zwei Jahre nach der Grundsteinlegung hat Siemens Richtfest für die ersten beiden Neubauten von „Siemensstadt Square“ gefeiert. Das Atriumgebäude und das rund 60 Meter hohe Hochhaus entstehen direkt am künftigen S-Bahnhof Siemensstadt und bilden künftig den Eingang zum neuen Stadtquartier.

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Vor Ort ist der Fortschritt bereits deutlich sichtbar, denn das erste Hochhaus wächst mit jedem Bauabschnitt weiter in die Höhe.

Auf der Siemens-Baustelle am Rohrdamm wird mit dem Richtfest sichtbar, wie weit der Bau des ersten Hochhauses bereits fortgeschritten ist. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

„Siemensstadt Square“ erneut als Zukunftsstandort ausgezeichnet

Im Atriumgebäude soll der Berliner Hauptsitz der Siemens AG einziehen. Das Hochhaus wird Arbeitsplätze für die Bereiche Digital Industries, Smart Infrastructure und Siemens Mobility schaffen.

Mit dem Richtfest erhielt „Siemensstadt Square“ zugleich erneut die Auszeichnung als „Zukunftsort“. Dahinter steckt ein Berliner Netzwerk, das derzeit elf Standorte vereint, an denen Unternehmen, Wissenschaft und Forschung gemeinsam neue Technologien und Lösungen entwickeln. „Siemensstadt Square“ gehört dazu, weil hier ein Quartier entsteht, das Industrie, Innovation, Wohnen, Forschung und Bildung miteinander verbinden soll.

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„Zukunftsorte Berlin“ gerät durch EUREF-Konflikt in den Fokus

Doch das Netzwerk der Berliner Zukunftsorte steht inzwischen im Fokus einer politischen Diskussion. Der EUREF-Campus hat seinen Austritt erklärt und dabei öffentlich seine Kritik an den Kriterien der Zukunftsorte formuliert.

Aus Sicht von EUREF-Chef Reinhard Müller spielt die aktive Reduktion von Treibhausgasen bei der geplanten Neuausrichtung des Netzwerks keine ausreichend verbindliche Rolle mehr.

  • Was sind die Berliner Zukunftsorte?

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    • Netzwerk aus derzeit elf Innovationsstandorten
    • Verbindung von Wirtschaft, Forschung und Wissenschaft
    • Schwerpunkt auf Technologie und Zukunftsbranchen
    • Koordination durch das Land Berlin
    • Auszeichnung vergibt das Land Berlin gemeinsam mit dem Bundeswirtschaftsministerium

 

In einem offenen Brief kritisiert er, dass Klimaschutz als zentrales Merkmal eines Zukunftsstandorts an Bedeutung verliere. Der EUREF-Campus verweist darauf, die deutschen Klimaziele für 2045 bereits seit 2014 zu erfüllen und sieht darin einen Maßstab, an dem sich auch andere Zukunftsorte orientieren sollten. „Jedes Unternehmen, das Teil eines Berliner Zukunftsortes sein möchte, sollte unserer Meinung nach seine Klimaschutzambitionen unter Beweis stellen. Insbesondere, wenn es sich um einen landeseigenen Standort handelt“, heißt es im Brief.

Die Senatsverwaltung hält dagegen am Ziel fest, Innovation, Forschung und wirtschaftliche Entwicklung gemeinsam zu fördern. Verbindliche Klimavorgaben für alle Zukunftsorte seien jedoch nur schwer umzusetzen, da sich die Standorte hinsichtlich Eigentümerstruktur, Nutzung und Organisation deutlich unterscheiden.

Während auf der einen Seite Hochhäuser wachsen, wird auf der anderen Seite die Infrastruktur für die neue S-Bahn-Verbindung komplett neu aufgebaut.

Wo einst Industriegeschichte geschrieben wurde, entsteht in „Siemensstadt Square“ derzeit ein milliardenschweres Zukunftsquartier. / © Siemens AG

Was der Konflikt für „Siemensstadt Square“ bedeutet

Der Austritt des EUREF-Campus wirft damit die Frage auf, wie konsequent das Netzwerk der Berliner Zukunftsorte seine eigenen Ansprüche künftig mit Inhalt füllt. Im Mittelpunkt derzeitiger Diskussionen steht dabei, ob Klimaschutz und messbare Nachhaltigkeit stärker und verbindlicher in den Kriterien verankert werden – oder ob der Titel zunehmend an inhaltlicher Schärfe verliert.

Für „Siemensstadt Square“ selbst dürfte sich kurzfristig jedoch nichts ändern. Das Projekt bleibt Teil des Netzwerks und wird weiterhin als Zukunftsstandort geführt. Die Arbeiten sollen planmäßig bis in die 2030er-Jahre fortgeführt werden, während nach und nach neue Bauabschnitte entstehen und das Quartier Schritt für Schritt Gestalt annimmt.

„Siemensstadt Square“ (Spandau)

 

Quellen: Siemens AG, Zukunftsorte Berlin, Land Berlin, Berliner Morgenpost

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