Der „Siemensstadt Square“ entsteht in Berlin-Spandau als neues Stadtquartier auf dem historischen Siemens-Areal. Geplant sind Wohnungen, Arbeitsplätze, soziale Infrastruktur, Freiräume und ein Innovationscampus.

Rund 3.750 Wohnungen sollen im „Siemensstadt Square“ in Spandau entstehen. / © Visualisierung: Siemens AG, Greenbox Landschaftsarchitekten Schäfer + Pieper
© Titelbild / Visualisierung: Siemens AG, Greenbox Landschaftsarchitekten Schäfer + Pieper
Der „Siemensstadt Square“ gehört zu den größten Stadtentwicklungsprojekten in Berlin. Auf einem rund 76 Hektar großen Siemens-Areal in Spandau entsteht ein gemischt genutztes Quartier mit Wohnungen, Arbeitsplätzen, Industrie, Forschung, Bildung, Kitas, Schule und öffentlichen Freiräumen. ENTWICKLUNGSSTADT gibt einen Überblick über das Projekt und klärt die wichtigsten Fragen.
- Bezirk: Spandau
- Lage: Siemensstadt, rund um Nonnendammallee und Rohrdamm
- Fläche: rund 76 Hektar
- Baubeginn erster Hochbauten: Juni 2024
- Erste Eröffnung: Innovationscampus am Eingangsplatz voraussichtlich 2027
- Gesamtentwicklung: bis in die 2030er Jahre
- Wohnungen: bis zu 3.750 (30 Prozent gefördert)
- Nutzung: Wohnen, Arbeiten, Industrie, Forschung, Bildung, soziale Infrastruktur, Freiraum
- Kosten: Investitionen in Milliardenhöhe
Was ist im neuen Quartier „Siemensstadt Square“ in Spandau geplant?
Im „Siemensstadt Square“ soll ein offenes Stadtquartier auf einem bisher weitgehend geschlossenen Industrieareal entstehen. Die Planung verbindet Wohnen, Arbeiten, Produktion, Forschung und soziale Infrastruktur. Vorgesehen sind bis zu 3.750 Wohnungen, neue Gewerbe- und Büroflächen, ein Innovationscampus, eine vierzügige Grundschule, zwei Kitas sowie weitere Einrichtungen für Jugend, Senioren, Familien und Stadtteilkultur.
Das Quartier soll autoarm funktionieren. Fußverkehr, Radverkehr und öffentlicher Nahverkehr erhalten Vorrang. Ein zentraler Boulevard, Plätze und Grünflächen sollen das neue Stadtquartier strukturieren. Die bestehenden Industrieflächen bleiben teilweise erhalten. Dazu zählen Produktionsstandorte von Siemens und Siemens Energy sowie das historische Dynamowerk.
Wie viele Menschen werden im „Siemensstadt Square“ leben und arbeiten?
Nach aktueller Planung soll „Siemensstadt Square“ bis in die 2030er Jahre zu einem Quartier für rund 40.000 Bewohnerinnen, Bewohner und Beschäftigte wachsen. Siemens nennt rund 3.750 geplante Wohnungen. Damit erhält das Projekt deutlich mehr Wohnanteil als frühere Planungsstände.
Die Mischung aus Wohnen, Industrie, Forschung und Büroarbeit prägt das Stadtquartier. Siemens will den Standort zugleich als Innovationscampus entwickeln. Unternehmen, Start-ups, Wissenschaft und Industrie sollen dort an digitalen Technologien, Automatisierung, Energie und nachhaltiger Produktion arbeiten.

Der neue Eingangsbereich des „Siemensstadt Square“ in Spandau: Großzügige Frei- und Grünflächen sowie Wasserspiele laden zum Verweilen ein. / © Visualisierung: Siemens AG, Greenbox Landschaftsarchitekten Schäfer + Pieper
Was passiert aktuell beim „Siemensstadt Square“?
Der erste Bauabschnitt liegt am künftigen Eingang des Quartiers am S-Bahnhof Siemensstadt. Dort entstehen ein rund 60 Meter hohes Bürohochhaus und ein Atriumgebäude. Die Bauphase begann 2024. Laut Siemens soll der Innovationscampus am Eingangsplatz rund 40.000 Quadratmeter Büro- und Innovationsflächen umfassen.
Im März 2026 meldete Siemens, dass beim Atriumgebäude der Rohbau abgeschlossen sei und der Fassadeneinbau laufe. Beim Hochhaus war Ebene 12 von 17 erreicht. Parallel starteten erste technische Gebäudeinstallationen. Auf der Baustelle arbeiten demnach an einem durchschnittlichen Tag rund 150 Beschäftigte aus zehn bis zwölf Gewerken.
Wie geht es weiter mit dem „Siemensstadt Square“?
Der Berliner Senat hat am 31. März 2026 den „Rahmenplan Siemensstadt Square 2026“ beschlossen. Er ersetzt den Rahmenplan von 2021. Die neue Planung erhöht den Wohnanteil, reduziert Büroflächen im Kernbereich, sichert Industrieflächen und ordnet Grün- und Freiflächen neu.
Für die rechtliche Umsetzung laufen mehrere Bebauungsplanverfahren. Der Bebauungsplan 5-123a für den östlichen Stadteingang wurde im März 2024 festgesetzt. Weitere Teilbereiche folgen mit den Verfahren 5-123b und 5-123c. Eine wichtige Rolle spielt auch die Reaktivierung der Siemensbahn, die ab 2029 zur Anbindung beitragen soll.
Wie ist der Zeitplan für das Quartier „Siemensstadt Square“?
Der Startpunkt der Projektentwicklung lag 2018, als Berlin und Siemens ein Memorandum of Understanding unterzeichneten. 2019 folgte der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan. 2020 entschied ein städtebaulicher Wettbewerb über das Grundkonzept. 2021 beschloss der Senat den ersten Rahmenplan.
Im Juni 2024 begann der Bau der ersten Hochbauten. Bis 2027 sollen Hochhaus und Atriumgebäude am Eingangsplatz fertiggestellt werden. Ab 2029 soll die Siemensbahn wieder fahren. Die Gesamtentwicklung des Siemensstadt Square reicht nach aktueller Planung bis in die 2030er Jahre.
„Siemensstadt Square“ (Spandau)
Quellen: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen; Siemens Zukunftsorte Berlin, BG BAU Bauportal, dpa
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5 Kommentare
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Juhuu endlich mehr leerstehende Büros
Grundsätzlich finde ich es sehr gut, dass das Areal erschlossen wird plus die Reaktivierung der Siemens-Bahn. Gut auch, dass Rad und ÖPNV Vorrang haben sollen plus Begrünungen. Aber sieht das Quartier gemütlich aus? Irgendwie fehlt die Seele, weil die Gebäude austauschbar aussehen und alles wie mit dem Lineal am Reißbrett gezeichnet wirkt (finde ich Out ouf Fashion). Da geht mehr und ich hoffe, dass nachgebessert wird!
Mehr grün, mehr Schatten (Hitzeschutz) und baulicher Lärmschutz wären sinnvoll.
Einfach nur hässlich wo bleibt denn da das Feingefühl.Zweckmässig und Kasaniert
Wüst und Leer. was sind das für unförmige Überdachungen, die sind wirklich hässlich.
Schade wenig einladend.