In Berlin-Spandau ist am Montag das Richtfest für die ersten beiden Neubauten im künftigen Eingangsbereich des Großprojekts „Siemensstadt Square“ gefeiert worden. Dort entsteht ein neues Stadtquartier mit Wohnungen, Forschung und Industrie.

Die Visualisierung des Hochhauses zeigt, wie sich das 60 Meter hohe Gebäude mit seiner Dachterrasse in die neue Siemensstadt Square einfügt. / © Siemens AG
© Titelbild: Siemens AG
Mit Trompeten-Fanfaren wurden die hohen Gäste in Berlin-Spandau empfangen, zum Richtfest für die ersten zwei Neubauten im künftigen Eingangsbereich des im Bau befindlichen Quartiers „Siemensstadt Square“. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner war gekommen, in Begleitung von Franziska Giffey, Ute Bonde und Christian Gaebler.
Die geballte Senatskompetenz aus Wirtschaft, Verkehr und Stadtentwicklung wollte sich dieses prestigeträchtige Richtfest an der Nonnendammallee ganz im Berliner Westen offenbar nicht entgehen lassen. Sarah Tietze, die das Projekt seit mehreren Jahren begleitet, dankte nicht nur den anwesenden Rednern, sondern auch den vielen Bauleuten, die sich im Erdgeschoss des Rohbaus eingefunden hatten.

Kai Wegner war vor Ort und begleitete gemeinsam mit weiteren Mitgliedern des Senats das Richtfest in Siemensstadt Square. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Das Richtfest zeigte eindrucksvoll, wie aus der Baustelle am künftigen S-Bahnhof Siemensstadt Schritt für Schritt ein neues Stadtzentrum entsteht. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Meilenstein für Siemensstadt Square: 60 Meter hoher Turm bildet Auftakt
Im Mittelpunkt der Feier standen die beiden Neubauten am künftigen Eingangsbereich des Quartiers. Das Atriumgebäude und ein rund 60 Meter hoher Turm bilden den Auftakt des entstehenden Areals am neuen S-Bahnhof Siemensstadt. Beide Baukörper sollen in den kommenden Jahren fertiggestellt werden und künftig zentrale Funktionen im Quartier übernehmen.
Vertreter des Projektentwicklers Siemens AG betonten vor Ort, dass damit ein wichtiger Meilenstein erreicht sei. Kai Wegner, seines Zeichens bekennender Spandauer, freute sich über die blumigen Worte von Vorstandsmitglied Cedrik Neike, der Berlin und den Bezirk Spandau als „Macher-Stadt“ bezeichnete. Wirtschaftssenatorin Giffey überreichte den Siemens-Verantwortlichen eine Plakette mit der Aufschrift „Zukunftsort“.

Auf der Siemens-Baustelle am Rohrdamm wird mit dem Richtfest sichtbar, wie weit der Bau des ersten Hochhauses bereits fortgeschritten ist. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Das Atriumgebäude soll künftig die Berliner Zentrale von Siemens aufnehmen und bildet gemeinsam mit dem Hochhaus den markanten Auftakt des neuen Quartiers am S-Bahnhof Siemensstadt. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Neues Quartier in Spandau: Mehr Wohnungen als ursprünglich vorgesehen
Ein zentraler Bestandteil der überarbeiteten Planung ist die deutliche Ausweitung des Wohnungsangebots. Nach aktuellem Stand sollen in Siemensstadt Square rund 3.750 Wohnungen entstehen, also etwa 1.000 mehr als ursprünglich vorgesehen. Damit will das Projekt auf den anhaltend hohen Wohnraumbedarf in Berlin reagieren und zugleich den Charakter eines gemischten Stadtquartiers stärken. Darauf legte Neike in seiner Rede noch einmal besonderen Wert.
Die Erweiterung der Wohnflächen ist Ergebnis eines gemeinsam mit dem Land Berlin und dem Bezirk Spandau weiterentwickelten Rahmenplans. Dieser verbindet Wohnen, Arbeiten und industrielle Nutzung stärker als zuvor in einem integrierten städtebaulichen Konzept.
Innovationscampus am S-Bahnhof geplant
Direkt am künftigen S-Bahnhof entsteht ein offener Innovationscampus, der Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Start-ups zusammenführen soll. Im Fokus stehen dabei insbesondere industrielle Zukunftstechnologien wie Softwareentwicklung, künstliche Intelligenz und nachhaltige Infrastrukturlösungen.
Die Neubauten bilden den sichtbaren Eingang zu diesem Campus. Während das Atriumgebäude künftig die Berliner Zentrale von Siemens aufnehmen soll, werden im Hochhaus verschiedene Unternehmensbereiche gebündelt. Ziel ist ein eng verzahntes Umfeld für Forschung, Entwicklung und industrielle Anwendung.

In Siemensstadt Square entsteht bis Ende der 2020er-Jahre ein neues Stadtviertel für tausende Menschen mit Wohnungen, Schulen und Verkehrsanbindung. / © Visualisierung: Siemens AG
Reaktivierung der Siemensbahn als Schlüssel für das neue Quartier
Siemens-Vorstandsmitglied Cedrik Neike freute sich vor allem über die optimalen Rahmenbedingungen für das neue Quartier, denn auch der Baustart für die Siemensbahn wurde fast zeitgleich zelebriert, von Verkehrssenatorin Ute Bonde. Die Reaktivierung der Siemensbahn spielt eine zentrale Rolle für die künftige Erreichbarkeit des Standorts und die Anbindung an das Berliner Zentrum.
Auch andere Infrastrukturprojekte werden vorangetrieben. Dazu gehört nun auch eine geplante neue Grundschule in unmittelbarer Nähe des Quartiers, deren Grundstück am 1. Juli 2026 an das Land Berlin übergehen soll. Damit soll Siemensstadt Square nicht nur ein neuer Arbeits- und Wohnstandort werden, sondern auch besser in die gesamtstädtische Infrastruktur eingebunden sein.
Nachhaltiger Stadtumbau im Berliner Westen
Das Quartier werde zudem nach hohen Nachhaltigkeitsstandards entwickelt, heißt es. Vorgesehen sind unter anderem ein klimaneutrales Energiekonzept, ein lokales Wärme- und Kältenetz sowie der Einsatz CO₂-reduzierter Baustoffe. Digitale Planungsmethoden wie Building Information Modeling begleiten den gesamten Bauprozess und sollen langfristig auch den Betrieb effizienter machen.
Mit dem Richtfest rückt Siemensstadt Square damit ein weiteres Stück näher an seine Rolle als neuer, gemischt genutzter Stadtbaustein im Berliner Westen.
„Siemensstadt Square“ (Spandau)
Quellen: Siemens AG, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen; Siemens Zukunftsorte Berlin, BG BAU Bauportal, dpa
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