Der Baustart für die Siemensbahn nimmt konkrete Formen an. Die Deutsche Bahn beginnt mit ersten Arbeiten am denkmalgeschützten Stahlviadukt in Spandau.

Die Siemensbahn in Spandau soll reaktiviert werden und künftig neue Wohnquartiere wie „Siemensstadt Square“ und „Das Neue Gartenfeld“ anbinden. / © Bild: ENTWICKLUNGSSTADT mit OPEN AI
© Titelbild: Deutsche Bahn AG / Volker Emersleben
Während „Siemensstadt Square“ sichtbar wächst, rückt auch die Siemensbahn wieder stärker in den Fokus. Die Reaktivierung der Siemensbahn macht den nächsten Schritt: Die Deutsche Bahn hat mit ersten Arbeiten am denkmalgeschützten Stahlviadukt begonnen. Auf einem Testfeld werden Verfahren erprobt, die später bei der Sanierung der gesamten Strecke zum Einsatz kommen sollen.
- Bezirk: Spandau
- Adresse: Rohrdamm / Siemensstadt
- Projektstatus: erste Arbeiten am Testfeld gestartet
- Strecke: Rund 4,5 Kilometer
- Besonderheiten: Denkmalgeschütztes Stahlviadukt von 1928 mit 71 Einzelbauwerken
Die Baustelle am „Siemensstadt Square“ zeigt bereits, wie stark sich Siemensstadt verändert. Doch für das neue Quartier zählt nicht nur, was auf den Baufeldern an der Nonnendammallee entsteht. Entscheidend wird auch, wie gut der Standort künftig an Berlin angebunden ist. Genau hier kommt die Siemensbahn ins Spiel.
Die Deutsche Bahn hat am 29. Juni 2026 mit ersten Arbeiten am Stahlviadukt begonnen. Zunächst geht es nicht um den gesamten Ausbau, sondern um ein Testfeld. Auf dem Testabschnitt prüft die Deutsche Bahn unter anderem, wie historische Stahlbauteile instand gesetzt werden können, ohne den denkmalgeschützten Charakter des Bauwerks zu beeinträchtigen. Die Erkenntnisse sollen anschließend auf die gesamte Strecke übertragen werden.

Vertreter von Deutscher Bahn, Politik und Projektbeteiligten markieren symbolisch den Beginn der ersten Arbeiten für die Sanierung der Siemensbahn. / © Foto: Deutsche Bahn AG / Volker Emersleben
Siemensbahn: Sanierung am denkmalgeschützten Stahlviadukt startet
Das Bauwerk stammt aus dem Jahr 1928 und steht unter Denkmalschutz. Sie wurde 1929 eröffnet und verband die Siemensstadt direkt mit der Ringbahn. Nach dem Reichsbahnstreik 1980 wurde der Betrieb eingestellt. Seitdem liegt die Strecke still. Erst mit dem Wachstum neuer Wohn- und Gewerbequartiere gewann eine Reaktivierung wieder an Bedeutung.
Das rund 4,5 Kilometer lange Viadukt gilt als eines der bedeutendsten Ingenieurbauwerke der Berliner S-Bahn. Die Reaktivierung zählt deshalb nicht nur zu einem Verkehrsprojekt, sondern zugleich zu einer der größten denkmalgerechten Sanierungen im Berliner Schienennetz.

Die Reaktivierung der Siemensbahn ist auch ein Brückenbauprojekt: Entlang der Strecke entstehen neue Eisenbahnbrücken, bestehende Bauwerke werden erneuert oder ertüchtigt. Sie sind Voraussetzung dafür, dass die historische Trasse heutigen technischen und sicherheitsrelevanten Anforderungen entspricht. / © Visualisierung: DB InfraGO AG
Erhebliche Schäden an Siemensbahn-Viadukt
Das Viadukt besteht aus 71 Einzelbauwerken. Nach jahrzehntelanger Stilllegung weist die Konstruktion erhebliche Schäden auf. Die Deutsche Bahn nennt unter anderem Verformungen, Korrosion, beschädigte Lager sowie Probleme bei Entwässerung und Tragwerk.
Trotz dieser Schäden soll ein großer Teil der historischen Substanz erhalten bleiben. Die bestehenden Unterbauten will die Bahn weitgehend weiter nutzen. Gleichzeitig bereitet sie die Strecke für einen modernen S-Bahn-Betrieb vor. Geplant sind zwei Gleise und eine zeitgemäße technische Ausstattung.

Das historische Stahlviadukt der Siemensbahn soll im Rahmen der Sanierung umfassend instand gesetzt werden. Ein Testfeld bereitet den Baustart für die Reaktivierung der Strecke vor. / © Foto: Deutsche Bahn AG / Volker Emersleben
Siemensbahn als direkte Verbindung für „Siemensstadt Square“ und Spandau
Die Siemensbahn soll Siemensstadt und Spandau künftig wieder direkt mit dem Berliner S-Bahnring verbinden. Besonders wichtig ist die Strecke für die geplanten Stadtquartiere in Siemensstadt. Mit Projekten wie „Siemensstadt Square“ und „Das Neue Gartenfeld“ entstehen in den kommenden Jahren mehrere tausend Wohnungen und Arbeitsplätze, deren Erschließung maßgeblich von einer leistungsfähigen Schienenanbindung abhängt. Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg verweist zudem auf eine geplante Anbindung im 10-Minuten-Takt, unter anderem zur Ringbahn und zum Hauptbahnhof.
Die Reaktivierung der Siemensbahn bleibt damit ein Infrastrukturprojekt mit mehreren Ebenen. Sie betrifft den Denkmalschutz, die Sanierung eines historischen Viadukts und die künftige Mobilität eines wachsenden Stadtteils.
Die Arbeiten am Testfeld markieren zunächst den Beginn der technischen Vorbereitung. Wann die eigentliche Sanierung des gesamten Viadukts startet und wann die Siemensbahn wieder in Betrieb geht, hängt von den weiteren Planungs- und Bauabläufen ab.

Das historische Viadukt der Siemensbahn prägt das Stadtbild in Siemensstadt und soll im Zuge der Sanierung für den modernen S-Bahn-Betrieb ertüchtigt werden. / © Foto: Deutsche Bahn AG / Volker Emersleben
Siemensbahn am Rohrdamm
Quellen: Deutsche Bahn AG, Siemens AG
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