Nach Abschluss des städtebaulichen Werkstattverfahrens steht nun fest, wie sich das Viktoriaspeicher-Areal am Kreuzberger Spreeufer künftig entwickeln soll. Geplant sind rund 1.000 Wohnungen, ein öffentlicher Klimapark und neue Flächen für Gewerbe, Kultur und soziale Einrichtungen.

Zwischen Speicher und langgestreckter Gewerbehalle zeigt sich der heutige Logistikbetrieb des Geländes. Wo jetzt Lkw und Lager stehen, sind in den Entwürfen Wohnhöfe, Gewerbe und öffentliche Wege vorgesehen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Titelbild: Behles & Jochimsen_Weidinger
Für das Viktoriaspeicher-Areal am Kreuzberger Spreeufer ist eine wichtige Entscheidung gefallen. Eine Fachjury hat den Siegerentwurf des städtebaulichen Werkstattverfahrens ausgewählt und damit die Grundlage für die weitere Entwicklung des bislang überwiegend als Lagerfläche genutzten Geländes geschaffen. Auf dem Areal zwischen Köpenicker Straße, Schillingbrücke und Spree sollen in den kommenden Jahren rund 1.000 Wohnungen sowie öffentliche Grünflächen, Gewerbe- und Kulturangebote entstehen.
Den Zuschlag erhielt das Planungsteam aus Behles & Jochimsen Gesellschaft von Architekten mbH gemeinsam mit Weidinger Landschaftsarchitekten. Die Jury unter Vorsitz der Architektin und Städtebauerin Anne Luise Müller würdigte insbesondere die klare städtebauliche Struktur, die ausgewogene Mischung der Nutzungen sowie das Freiraumkonzept des Entwurfs.
- Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
- Adresse: Köpenicker Straße / Schillingbrücke
- Wohnungen: ca. 1.000 (50 % preisgebunden)
- Nutzungen: Klimapark, Gewerbe, Kultur, Soziales, Nahversorgung
- Siegerentwurf: Behles & Jochimsen Gesellschaft von Architekten mbH und Weidinger Landschaftsarchitekten
- Zeitplan: Baubeginn vsl. ab 2030

Das Areal am Kreuzberger Spreeufer soll in den kommenden Jahren zu einem neuen Stadtquartier mit Wohnungsbau, Gewerbe, Kultur und einem öffentlich zugänglichen Uferpark entwickelt werden. / © Visualisierung: Behles & Jochimsen_Weidinger
Klimapark soll das Spreeufer für die Öffentlichkeit öffnen
Prägendes Element des ausgewählten Konzepts ist ein großzügiger Klimapark entlang der Spree. Er soll künftig einen öffentlichen Zugang zum Wasser schaffen und als zusammenhängender Grün- und Erholungsraum dienen. Gleichzeitig bleibt der historische Viktoriaspeicher als identitätsstiftendes Bauwerk erhalten und bildet weiterhin den Mittelpunkt des Quartiers.
Wie bereits bei der öffentlichen Präsentation der fünf Wettbewerbsbeiträge deutlich wurde, verfolgt auch der Siegerentwurf die Grundideen des Werkstattverfahrens. Entlang der Köpenicker Straße entsteht eine geschlossene Bebauung als Lärmschutz, während sich das Quartier zur Spree öffnet. Eine öffentliche Uferpromenade, großzügige Grünflächen sowie Sichtachsen zum Wasser gehören ebenfalls zum Konzept. Insgesamt sollen rund die Hälfte der Wohnungen dauerhaft preisgebunden entstehen.

Im Zentrum der Planung steht der denkmalgeschützte Viktoriaspeicher, der als prägendes Relikt der Industriegeschichte freigestellt und in das neue Stadtquartier integriert werden soll. / © Visualisierung: Behles & Jochimsen_Weidinger

Der Blick über die Spree zeigt die bereits bebaute Friedrichshainer Seite. Sie dient in der Debatte um das Viktoriaspeicherareal als Referenz für die weitere Entwicklung. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Mischung aus Wohnen, Gewerbe und sozialen Einrichtungen
Neben dem Wohnungsbau sind Flächen für Nahversorgung, soziale Einrichtungen, Kultur sowie Handwerk und produzierendes Gewerbe vorgesehen. Ziel ist ein gemischt genutztes Stadtquartier, das Wohnen und Arbeiten miteinander verbindet und gleichzeitig neue öffentliche Freiräume am Wasser schafft.
Die Entwicklung des Areals war über Jahre erschwert, weil sich in unmittelbarer Nachbarschaft ein sogenannter Störfallbetrieb befand. Erst nachdem der störfallrelevante Produktionsprozess eingestellt wurde, konnten die planungsrechtlichen Voraussetzungen für eine Bebauung geschaffen werden. Damit konnte das Werkstattverfahren überhaupt erst abgeschlossen werden.
Baubeginn am Viktoriaspeicher-Areal wird frühestens ab 2030 erwartet
Entwickelt wird das Quartier gemeinsam von der landeseigenen BEHALA und der Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte (WBM) in Abstimmung mit dem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg sowie der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen. Mit der Entscheidung für den Siegerentwurf beginnt nun die Überarbeitung und Vertiefung der Planung. Anschließend folgen das Bebauungsplanverfahren sowie die Erschließung und Sanierung des Geländes.
Bis tatsächlich gebaut werden kann, wird allerdings noch Zeit vergehen. Nach Angaben der Projektbeteiligten ist ein Baubeginn frühestens ab dem Jahr 2030 vorgesehen. Erst dann könnte auf der heute noch gewerblich genutzten Fläche schrittweise ein neues innerstädtisches Quartier für rund 2.000 Bewohnerinnen und Bewohner entstehen.
Quellen: BEHALA, WBM
Jetzt PLUS-Kunde werden
Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.
Tags (Schlagwörter) zu diesem Beitrag
6 Kommentare
Hinterlasse einen Kommentar Antwort abbrechen
Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.



Prima!
Eine Frage: Auf der Visualisierung zum gesamten Gelände ist auch der Ansatz einer neuen Fußgängerbrücke über die Spree zu sehen (die Brommy-Brücke?). Kommt nach ü er 20 Jahren endlich diese Verbesserung für die Kieze?
Die Brommybrücke wäre weiter südöstlich. Diese Brücke befindet sich in der Verbindungslinie Audre-Lorde-Straße und Straße der Pariser Kommune.
Klimapark? Wo ist denn da der Unterschied zu einem Park? Auf dem Plan sieht es auch wie ein Platz mit Baeumen drauf.
Die ehemalige Brommybrücke befand sich auf Höhe der Eisenbahn- und Brommystraße, eindeutig zu erkennen am noch vorhandenen Brückenpfeiler in der Spree. Warum jetzt auf einmal eine Fußgängerbrücke auf Höhe des jetzigen „Sage“ auf der obigen Planungsskizze zu erkennen ist, ist mir neu. Es wäre zwar toll, wenn endlich auf dieser oder Höhe der ehemaligen Brommybrücke eine reine Fußgänger-Radfahrer-Überquerung der Spree gebaut würde, aber das werden wir wohl bei den klammen Finanzen dieser Stadt nicht mehr erleben (O-Ton von Baustadtrat Schmidt beim Stadtspaziergang durch das Victoriaspeicher-Areal am 11.6.2026). Da bräuchte es schon einen „Brücken-Mäzen“.
Das dumme Neusprech („KlimaPark“) geht mir extremst auf den Keks. Hört auf, die Leute mit dem KlimaGedöns auf die Nerven zu gehen und macht einfach das, was in einer riesigen Metropole wie Berlin die Vernunft ohnehin -ganz ohne Klimagedöhns – gebietet: sorgt für Lebensqualität in der Stadt durch konsequente Begrünung des öffentlichen Raums durch Baumpflanzungen ohne Ende. In den Straßen, auf den Wegen, auf den Plätzen, in den Parks. TUN. Nicht Schwätzen. Und verschont mich mit dem Klimagelaber!
Klimapark = Gendarmenmarkt + 1 Baum