Am Görlitzer Park in Kreuzberg hat der Bau des Sicherheitszauns begonnen, mit dem Ziel, Probleme mit Drogenhandel und Gewalt eindämmen. Während die Bauarbeiten an der Wiener Straße voranschreiten, sorgt das Vorhaben im Bezirk weiterhin für Diskussionen über Sicherheit, Verantwortung und Stadtpolitik.

Die Grünanlage zwischen Wiener Straße und Skalitzer Straße ist ein beliebter Treffpunkt, zugleich aber Schauplatz einer anhaltenden Debatte über Sicherheit, Drogenhandel und soziale Verantwortung. Während Anwohnende und Politik über die Wirksamkeit des geplanten Sicherheitszauns diskutieren, bleibt die Frage offen, wie der Park künftig sicher und zugleich offen gestaltet werden kann. / Foto: Wikimedia Commons, Boris Niehaus, CC BY-SA 3.0
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
Im Görlitzer Park in Berlin-Kreuzberg ist der Bau des geplanten Sicherheitszauns inzwischen deutlich erkennbar. Entlang der Wiener Straße wurden mehrere Hundert Meter Metallzaun montiert, an weiteren Eingängen laufen Fundamentarbeiten. Bis Dezember soll die Anlage vollständig umzäunt sein. Nach Angaben des Bezirksamts Friedrichshain-Kreuzberg bleibt das Ziel, den Park künftig zwischen 22 und 6 Uhr zu schließen, um Drogenhandel und nächtliche Konflikte einzudämmen.
Bei einem Rundgang durch den Park zeigt sich, dass vorrangig an der Wiener Straße gebaut wird. Dort sind bereits einige Zaunstücke erkennbar. Anwohnerinnen und Anwohner verfolgen die Entwicklung aufmerksam. Manche begrüßen die Maßnahme als notwendigen Schritt zur Erhöhung der Sicherheit, andere halten sie für rein symbolisch und kritisieren fehlende soziale Begleitprojekte.
Arbeiten an der Wiener Straße in Kreuzberg: Neue Drehkreuze und Lückenschlüsse geplant
Die Bauarbeiten konzentrieren sich derzeit auf den Bereich entlang der Wiener Straße und am Görlitzer Ufer. Hier entstehen die ersten Fundamente für acht große Drehkreuze, die später den Zutritt regulieren sollen. Laut Senatsverwaltung sind insgesamt 16 Tore sowie rund 300 Meter zusätzlicher Zaun vorgesehen, um bestehende Lücken zu schließen.
Unklar bleibt, wer für die spätere Schließung des Parks verantwortlich ist. Zwar hat der Berliner Senat die politische Entscheidung getroffen, doch die praktische Umsetzung liegt beim Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Noch ist keine Einigung erzielt, ob Polizei, Ordnungsamt oder ein privater Sicherheitsdienst die nächtliche Kontrolle übernehmen sollen.
Debatte um die Schließung des Görlitzer Parks in Kreuzberg: Kritik an der Maßnahme bleibt bestehen
Vertreter der Initiative „Görli zaunfrei“ betonen, ein Zaun löse keine Probleme, sondern verlagere sie in angrenzende Straßen. Statt baulicher Eingriffe seien mehr Prävention, soziale Hilfen und rechtliche Möglichkeiten für Betroffene nötig. Das Bezirksamt verweist dagegen auf die hohe Belastung durch Drogenhandel und Gewalt. Der Park gelte weiterhin als kriminalitätsbelasteter Ort, an dem gezielte Maßnahmen erforderlich seien.
Auch die Berliner Gewerkschaft der Polizei bewertet das Projekt differenziert. Eine nächtliche Schließung könne Einsätze erleichtern, eine dauerhafte Bewachung der Anlage sei jedoch personell schwer zu stemmen. Daher wird über den ergänzenden Einsatz privater Sicherheitskräfte diskutiert.
Görlitzer Ufer: Politische Debatte und offene Fragen zur Finanzierung
Die Bauarbeiten verlaufen bislang ruhig, größere Störungen wurden nicht bekannt. Die Polizei ist nach Bedarf vor Ort, um die Baustelle zu sichern. Währenddessen dauert die politische Diskussion über Finanzierung und Wirkung des Projekts an. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) betonte zuletzt, dass begleitende soziale Maßnahmen notwendig seien, um den Zaun wirksam zu machen. Diese Projekte sind jedoch noch nicht vollständig abgesichert.
Ob die Umzäunung langfristig zu einer spürbaren Verbesserung der Sicherheitslage führt, bleibt offen. Der Görlitzer Park bleibt ein Ort, an dem die Stadt über den richtigen Umgang mit öffentlichem Raum, sozialer Verantwortung und Sicherheit diskutiert.

Am Görlitzer Ufer wurde das erste Drehkreuz montiert. Der Baufortschritt variiert deutlich zwischen den einzelnen Parkeingängen, einige Abschnitte sind nahezu fertiggestellt, andere befinden sich noch in der Vorbereitung. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

An mehreren Stellen sind Baugruben und provisorische Absperrungen sichtbar. Hier sollen Fundamente für neue Tore und Drehkreuze entstehen, die künftig den Zugang regulieren sollen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

An einigen Eingängen des Görlitzer Parks in Berlin-Kreuzberg sind bislang keine Baufortschritte zu erkennen. Die alten Mauern und Tore bleiben bestehen, während andere Bereiche bereits für neue Zaunelemente vorbereitet werden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Quellen: Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, SPD Fraktion Berlin, Görli zaunfrei!, Tagesspiegel, rbb24, Berliner Verlag
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Wer bezahlt dann den privaten Sicherheitsdienst (und die laufenden Reparaturen, die bestimmt notwendig werden)? Der Bezirk? Und wo wird dafür Geld gestrichen?
Neues Drehkreuz im Zaun um Görlitzer Park entwendet https://www.msn.com/de-de/nachrichten/panorama/sabotage-neues-drehkreuz-im-zaun-um-görlitzer-park-entwendet/ar-AA1Q198L