Mehrere ehemalige Shopping-Center in Berlin sollen Hochhäusern und neuen Wohnungen weichen. Diese fünf Projekte zeigen, wie sich frühere Einkaufsstandorte verändern.

Tal-Center
Carré Marzahn
Cecilien-Center
Kleeblattpassage
Ring-Center III

© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT

 

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Leerstand, beschädigte Gebäude und kaum noch Kundschaft: Mehrere Berliner Shopping-Center haben ihre frühere Funktion verloren. Nun sollen auf den Grundstücken neue Wohnungen, Gewerbeflächen und soziale Angebote entstehen. Einige Projekte befinden sich bereits im Bau, bei anderen läuft noch die Planung. ENTWICKLUNGSSTADT zeigt einen Überblick.

Viele kleinere Einkaufszentren entstanden gemeinsam mit den Großwohnsiedlungen im Osten und Norden Berlins. Sie bündelten Supermärkte, Dienstleistungen, Gaststätten und Arztpraxen an zentralen Orten. Veränderte Einkaufsgewohnheiten, auslaufende Mietverträge und fehlende Investitionen führten jedoch an mehreren Standorten zu wachsendem Leerstand.

Die Grundstücke bleiben dennoch interessant. Sie liegen meist inmitten bestehender Wohngebiete und verfügen über Straßenbahn-, U-Bahn- oder S-Bahn-Anschlüsse. Weil die Flächen bereits bebaut und erschlossen sind, planen Wohnungsunternehmen und private Entwickler dort größere Neubauten. Und weil Wohnraum in Berlin knapp ist, liegt es nahe, viele Wohnungen in Hochhäusern anstelle ehemaliger Shopping-Centren zu bauen.

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Tal-Center in Marzahn: Neues Quartier mit mehreren Hochhäusern geplant

Das Tal-Center in Berlin-Marzahn mit Geschäften, Bowlingbahn und leerstehenden Ladenflächen. Auf dem Gelände des ehemaligen Shopping-Centers ist ein neues Quartier mit Hochhäusern, Wohnungen, Einzelhandel und weiteren Nutzungen geplant.

Das Tal-Center an der Oberweißbacher Straße in Berlin-Marzahn steht vor einer grundlegenden Umgestaltung. Das ehemalige Shopping-Center soll einem neuen Wohnquartier mit mehreren Hochhäusern, Wohnungen sowie Flächen für Nahversorgung und soziale Infrastruktur weichen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

  • Bezirk: Marzahn-Hellersdorf
  • Adresse: Oberweißbacher Straße 7, 12687 Berlin
  • Projektstatus: Bebauungsplanverfahren und städtebauliche Planung
  • Geplante Wohnungen: bis zu 600 Wohnungen
  • Geplant: a. ein Gebäude mit 20 Geschossen und ein Gebäude mit 14 Geschossen

Das Tal-Center liegt zwischen Oberweißbacher Straße, Blumberger Damm und Glambecker Ring in Marzahn-Ost. Das frühere Einkaufs- und Dienstleistungszentrum versorgte die umliegenden Großwohnsiedlungen mit Geschäften und sozialen Angeboten. Heute stehen große Teile des Gebäudekomplexes leer. Nur wenige Gewerbebetriebe nutzen den Standort noch.

Auf dem rund 27.000 Quadratmeter großen Areal soll ein gemischtes Quartier entstehen. Frühere Planungsstände gingen von etwa 500 Wohnungen aus. Im laufenden Bebauungsplanverfahren wurden anschließend Varianten mit bis zu rund 600 Wohnungen vorgestellt. Dazu gehören ein 20-geschossiges Hochhaus, ein Gebäude mit 14 Geschossen und mehrere niedrigere Baukörper. Die genaue Zahl der Wohnungen und die endgültigen Gebäudehöhen stehen noch nicht fest.

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Neben Wohnungen sieht die Planung für das Tal-Center-Areal Flächen für Einzelhandel, Büros, medizinische Versorgung und eine Kindertagesstätte vor. Damit soll der Standort seine frühere Funktion als Zentrum des Wohngebiets zurückerhalten. Der bestehende Bebauungsplan erlaubt dort bislang vor allem gewerbliche Nutzungen. Für den geplanten Wohnungsbau muss der Bezirk deshalb neues Planungsrecht schaffen.

Carré Marzahn: 428 Wohnungen an der Jan-Petersen-Straße

Baustelle am ehemaligen Carré Marzahn in der Jan-Petersen-Straße in Berlin-Marzahn mit Containern, Bauzäunen und Rückbauarbeiten für den geplanten Neubau.

Das ehemalige Carré Marzahn an der Jan-Petersen-Straße zeigt sich aktuell als abgesperrte Baustelle mit Containern und ersten Rückbauarbeiten im Vorfeld des geplanten Hochhauses. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

  • Bezirk: Marzahn-Hellersdorf
  • Adresse: Jan-Petersen-Straße 14 und 18, 12679 Berlin
  • Projektstatus: Neubau in Vorbereitung
  • Geplante Wohnungen: 428 freifinanzierte Mietwohnungen
  • Gebäudehöhe: Sechs und elf Geschosse
  • Fertigstellung: Bis Ende 2028 geplant

Das Carré Marzahn lag zwischen Bürgerpark Marzahn, Blumberger Damm und Jan-Petersen-Straße. Das frühere Einkaufszentrum stand seit Jahren weitgehend leer. Beschädigte Fassaden, Graffiti, gesicherte Zugänge und zurückgebaute Gebäudeteile prägen das Areal. Inzwischen sind die Abriss-Arbeiten weit fortgeschritten.

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Die Projektpartner Greystar und CRX Real Estate planen nach dem Abriss des Shopping-Centers 428 freifinanzierte Mietwohnungen. Die Bauausführung soll Ten Brinke übernehmen. Das aktuelle Konzept umfasst einen elfgeschossigen und einen sechsgeschossigen Baukörper. Damit fällt das Projekt niedriger aus als einige frühere Hochhausentwürfe für das Grundstück, bleibt aber deutlich höher als das bisherige Einkaufszentrum.

Im Erdgeschoss sollen rund 840 Quadratmeter Gewerbefläche entstehen. Geplant sind Geschäfte und Dienstleistungen für den täglichen Bedarf. Außerdem gehören eine Tiefgarage sowie etwa 111 Stellplätze zum Vorhaben. Die Straßenbahnhaltestellen am Blumberger Damm liegen in direkter Nähe. Auch der S-Bahnhof Raoul-Wallenberg-Straße ist vom Grundstück erreichbar.

Cecilien-Center in Hellersdorf: Drei Hochhäuser mit mehr als 200 Wohnungen

Die Visualisierung zeigt mehrere neue Wohngebäude am Cecilienplatz in Hellersdorf, wo Primus über 200 neue Wohnungen plant.

Die Visualisierung zeigt das geplante Wohnprojekt von Primus am Cecilienplatz in Hellersdorf mit über 200 neuen Wohnungen und Gewerbeflächen. / © Visualisierung: Primus Immobilien AG

  • Bezirk: Marzahn-Hellersdorf
  • Adresse: Cecilienplatz 10 und 12, 12619 Berlin
  • Projektname: „arrive hellersdorf“
  • Projektstatus: Abriss und Neubau in Vorbereitung
  • Geplante Wohnungen: mehr als 200 Mietwohnungen
  • Fertigstellung: Zweites Quartal 2029 geplant

Am Cecilienplatz stehen seit Jahren die Reste eines früheren Einkaufszentrums leer. Die Gebäude an den Hausnummern 10 bis 12 waren einst Teil des Cecilien-Centers. Dort befanden sich unter anderem Lebensmittelgeschäfte und weitere Angebote für die Nachbarschaft. Nach dem Ende des Betriebs verfielen die Gebäude zunehmend.

Im Mai 2026 übernahm die Primus Immobilien AG die Grundstücke Cecilienplatz 10 und 12. Der Projektentwickler plant dort mehr als 200 Mietwohnungen. Visualisierungen zeigen drei unterschiedlich hohe Wohngebäude. Das Projekt trägt inzwischen den Namen „arrive hellersdorf“. Primus nennt das zweite Quartal 2029 als geplanten Fertigstellungstermin.

Das Erdgeschoss soll erneut der Nahversorgung dienen. Vorgesehen sind ein Lebensmittelmarkt und ergänzende Gewerbeflächen. Damit bleibt die Funktion des Cecilienplatzes als lokales Versorgungszentrum erhalten, obwohl das bisherige Shopping-Center verschwindet.

Kleeblattpassage in Marzahn: Hochhaus statt flacher Ladenzeile

Das Baufeld an der Hohensaatener Straße in Berlin-Marzahn nach dem Abriss der früheren Kleeblattpassage. Auf dem Gelände entsteht ein Neubau mit 375 Wohnungen, Gewerbeflächen und einem Hochpunkt mit bis zu 17 Geschossen.

Auf dem Gelände der ehemaligen Kleeblattpassage an der Hohensaatener Straße in Berlin-Marzahn entsteht eine neue Wohnanlage mit bis zu 17 Geschossen und 375 Wohnungen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

  • Bezirk: Marzahn-Hellersdorf
  • Adresse: Hohensaatener Straße 18, 12679 Berlin
  • Projektstatus: Abriss und Bauarbeiten laufen
  • Geplante Wohnungen: 375 Mietwohnungen
  • Gebäudehöhe: gestaffelte Bebauung mit bis zu 17 Geschossen
  • Fertigstellung: 2028 geplant

Die Kleeblattpassage an der Hohensaatener Straße gehört zu den Projekten, bei denen der Umbau bereits begonnen hat. Die flache Ladenpassage mit Geschäften und Dienstleistungen wird durch eine große Wohnanlage ersetzt. Seit Anfang 2026 laufen die Abrissarbeiten.

Die landeseigene Gewobag plant einen U-förmigen Neubau mit drei Gebäudeteilen. Die Höhen steigen stufenweise bis auf 17 Geschosse an. Insgesamt entstehen 375 Wohnungen mit einem bis vier Zimmern. Die Wohnflächen reichen von knapp 30 bis gut 92 Quadratmetern.

Das gesamte Erdgeschoss soll gewerblich genutzt werden. Auf insgesamt 3.419 Quadratmetern sind sechs Einheiten für Einzelhandel und Dienstleistungen vorgesehen. Der Penny-Markt soll nach der Fertigstellung an den Standort zurückkehren. Während der Bauzeit ziehen die Apotheke und ein Rewe-Markt in temporäre Gebäude auf dem benachbarten Stadtplatz am Glambecker Ring.

Ring-Center III in Lichtenberg: 128-Meter-Hochhaus bleibt eine frühe Planung

Das Ring-Center III an der Frankfurter Allee in Berlin-Lichtenberg mit der ehemaligen Galeria-Filiale, Straßenverkehr und Straßenbahnleitungen vor dem Gebäude.

Das Ring-Center III an der Frankfurter Allee in Berlin-Lichtenberg beherbergte lange das Warenhaus Galeria. Für das Center bestehen Pläne für ein Hochhaus mit Wohnungen und weiteren Nutzungen. / © Foto: IMAGO / Schöning

  • Bezirk: Lichtenberg
  • Adresse: Frankfurter Allee 111, 10247 Berlin
  • Projektstatus: frühe Hochhausplanung und Zwischennutzung des Bestands
  • Geplante Höhe: rund 128 Meter

Das Ring-Center III bildet den östlichen Teil des Einkaufszentrums an der Frankfurter Allee. Das Gebäude wurde 2005 eröffnet und diente fast vollständig als Kaufhaus. Nach der Schließung von Galeria Karstadt Kaufhof im August 2024 begann eine umfassende Neuausrichtung des rund 13.500 Quadratmeter großen Gebäudes. Heute wird der ehemalige Warenhauskomplex schrittweise mit neuen Einzelhandels-, Sport- und Freizeitangeboten belebt, während langfristig eine umfassende Neuentwicklung des Standorts mit einem Hochhaus geplant ist.

Die Hamburger Becken-Gruppe hatte das Gebäude zuvor übernommen und stellte Pläne für ein Hochhaus vor. Der Turm soll nach den bisher bekannten Überlegungen rund 100 Meter hoch werden. Vorgesehen waren Wohnungen und Büros. Die unteren Ebenen könnten Einzelhandel, Bildung, Sport und Vereinen dienen. Eine Dachterrasse soll öffentlich zugänglich sein.

Ehemalige Shopping-Center werden zu gemischten Wohnquartieren

Die fünf Projekte unterscheiden sich erheblich. An der Kleeblattpassage laufen bereits Bauarbeiten. Beim Carré Marzahn und am Cecilienplatz bereiten die Eigentümer den Neubau vor. Das Tal-Center befindet sich dagegen noch im Bebauungsplanverfahren. Beim Ring-Center III steht selbst die endgültige Form des Hochhauses noch nicht fest.

Gemeinsam ist den Projekten, dass die frühere Einzelhandelsnutzung nicht ersatzlos verschwindet. Supermärkte, Geschäfte und Dienstleistungen sollen in die Erdgeschosse der neuen Gebäude zurückkehren. Die Flächen darüber dienen vor allem dem Wohnen. Dadurch entstehen keine klassischen Shopping-Center mehr, sondern gemischt genutzte Quartiere.

 

Quellen: meinBerlin, Primus Immobilien, Gewobag, rbb24, Berliner Kurier

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3 Kommentare

  1. Romy Riecke 29. Juli 2026 at 11:09 - Reply

    Warum werden nicht immer tausende Wohnungen gebaut,wenn Flüchtlinge endlich dorthin gehen wo sie hingehören uns ihre Länder aufbauen alles gesunde menschen,die uns krank gemacht haben unsere alten menschen sterben auch bald weg und angeblich werden auch keine kinder mehr geboren,also für wem Wohnungen,was ist mit Einkauf post,Banken alles wird abgeschafft,kein Wunder das alles online gekauft wird was ist in deutschland los

  2. Isolde 29. Juli 2026 at 18:16 - Reply

    Hallo Leute, wir Berliner waren schon immer Tollerant, Genügsam und sicher auch viel zu gefällig. Die Suppe resultiert aus den letzten 36 Jahren Jubel, Trubel und der Hoffnung das alles gut wird. Aber jetzt ist die Suppe so dick das es schwer wird sie auszulöffeln. Wenn wir jetzt nicht endlich aufwachen und uns gegen die wilde Bauwut der Behörden zur Wehr setzen, werden wir noch viel mehr Opfern müssen als unser geliebtes Berlin. Seit den 80er Jahren stehen riesige Grundstücke in ganz Berlin leer, sind ungenutzt. Das Kinderkrankenhaus in Hohenschönhausen ist ein gutes Beispiel für fehlgeschlagener Projekte, bei denen so ziemlich alle Beteiligten versagt haben. Davon gibt’s in ganz Berlin Tausende Quadratmeter und ausgerechnet im Bevölkerungsreichsten Stadtbezirk sollen noch mehr Wohnungen entstehen. Wo zu einem wahrscheinlich großen Teil wieder Menschen einziehen die wir nicht haben wollen. Wenn die Menschen die hier Leben und nach 2 Jahren Aufenthalt noch immer nicht die deutsche Sprache sprechen wieder nach Hause geschickt werden, dann ist auch genug Platz für die die es“Verdienen“.

  3. Ducki 31. Juli 2026 at 17:08 - Reply

    Ihr seid Nazis. Ihr verdient hier keinen Platz. Nazis raus

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