Der geplante Abriss des ehemaligen Sport- und Erholungszentrums (SEZ) in Friedrichshain ist vorerst gestoppt. Das Bezirksamt verweist auf artenschutzrechtliche Bedenken. Damit verschärft sich der Konflikt zwischen Wohnungsbau, Naturschutz und Erinnerungskultur erneut.

Nach den Entwürfen des Büros Stefan Forster könnte sich das künftige SEZ-Areal so aus Richtung Volkspark Friedrichshain als neues Wohnquartier zeigen. Dabei könnte das geplante Quartier rund 680 Wohnungen für etwa 1.500 Menschen bieten. / © Visualisierung: Stefan Forster GmbH
© Foto Titelbild: Wikimedia Commons, G.Elser, CC BY 3.0
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Die geplanten Abrissarbeiten am ehemaligen SEZ an der Landsberger Allee sind vorerst ausgesetzt. Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg teilte mit, dass artenschutzrechtliche Bedenken gegen einen sofortigen Rückbau sprechen. Beantragt hatten den Stopp die NaturFreunde Berlin sowie die Initiative Gemeingut in BürgerInnenhand.
Nach Angaben des Bezirks bestehen Risiken unter anderem für Zwergfledermäuse. Der Abriss sollte ursprünglich im März beginnen. Auf dem Gelände plant die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft WBM ein neues Quartier mit mehr als 600 Wohnungen. Zudem sind eine Schule, eine Sporthalle und weitere soziale Infrastruktur vorgesehen.
Christian Gaebler drängt auf Umsetzung der 680 Wohnungen am SEZ-Areal
Im Abgeordnetenhaus äußerte sich Stadtentwicklungssenator Christian Gaebler laut rbb24 kritisch zum Abriss-Stopp. Er verwies darauf, dass es um die Schaffung bezahlbaren Wohnraums gehe. Zudem seien eine Schule und weitere Einrichtungen geplant. Man könne mit einem so wichtigen Projekt nicht jahrelang warten.
Gleichzeitig betonte Gaebler, dass aktuell vor allem Maßnahmen zur Schadstoffsanierung anstünden. Hierzu solle es Gespräche mit dem Bezirk geben, um das weitere Vorgehen zu klären. Die WBM hatte zuletzt eine Machbarkeitsstudie vorgelegt, die Potenziale für bis zu 680 Wohnungen aufzeigt, etwa die Hälfte davon gefördert.
SEZ-Abriss: NaturFreunde warnen vor Verstoß gegen Naturschutzrecht
Die NaturFreunde Berlin sehen den geplanten Abriss dagegen als Verstoß gegen geltendes Naturschutzrecht. Uwe Hiksch erklärte, dass streng und besonders geschützte Arten einem erhöhten Tötungsrisiko ausgesetzt wären. Zudem würden geschützte Lebensstätten beschädigt oder zerstört, insbesondere während der Balz-, Brut- und Aufzuchtzeit. Auch Störungen sensibler Arten seien zu befürchten.
Parallel zur Abrissdebatte brachte die CDU in Marzahn-Hellersdorf die Idee ein, Teile der SEZ-Inneneinrichtung im geplanten Kombibad im Jelena-Šantić-Friedenspark weiterzuverwenden. Man wolle prüfen, ob prägende Elemente des Gebäudes dort eine neue Funktion erhalten könnten, erklärte der Fraktionsvorsitzende Maximilian Schröder. Die WBM bestätigte einen grundsätzlichen Austausch, konkrete Vereinbarungen gebe es jedoch noch nicht.
Wohnungsbau am SEZ: Konflikt zwischen Bestandsschutz und Neubauplänen
Der Konflikt ist nicht neu. Das 1981 eröffnete SEZ war zu DDR-Zeiten ein stark frequentiertes Freizeit- und Sportzentrum. Seit Jahren wird über Erhalt, Umnutzung oder Abriss gestritten. Mehr als 150 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hatten zuletzt den Erhalt des Gebäudes gefordert. Das Land Berlin und die WBM halten hingegen am Rückbau fest und verweisen auf den hohen Wohnraumbedarf in zentraler Lage.
Mit dem jetzigen Abriss-Stopp bleibt offen, wie sich das Verfahren weiterentwickelt. Das SEZ steht damit erneut exemplarisch für den Zielkonflikt zwischen Wohnungsbau, Naturschutz und dem Umgang mit dem baulichen Erbe der Stadt.

Neben Wohnungen sollen hier Gewerbe-, Dienstleistungs- und Sportangebote Platz finden. Die Wohngebäude selbst sind überwiegend in serieller oder modularer Bauweise geplant. / © Visualisierung: Stefan Forster GmbH
Quellen: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, rbb24, Freibad für Marzahn-Hellersdorf, NABU, WBM, Landesdenkmalamt Berlin, Stefan Forster GmbH
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Es gibt auf YT ein Video welches zeigt wie man da Wohnungen baut ohne Abriss. Der Verweis mit der Schule ist Schwachsinn, dafür gibt es nicht mal Lehrer. Blanker Populismus. Es geht um Geld, um viel Geld….