Die ALBA-Pläne in Adlershof werden konkreter. Eine aktuelle Senatsantwort enthält neue Informationen zum Planungsstand, zur Arena und zur möglichen Nutzung bei Olympischen Spielen.

Die Grafik zeigt die geplante Anordnung des ALBA ZukunftsCampus in Adlershof. Eingezeichnet sind die Multifunktionsarena für Sport und Veranstaltungen, das ALBA Performance Center, die Geschäftsstelle, ein Internat sowie Flächen für Bildungsangebote. Die Darstellung veranschaulicht die aktuellen Pläne für den neuen ALBA-Campus in Adlershof.

Die schematische Darstellung zeigt die Pläne für den neuen „ALBA ZukunftsCampus“ in Adlershof. Vorgesehen sind eine Multifunktionsarena, das Performance Center, die Geschäftsstelle, ein Internat sowie Bildungsangebote. / © Visualisierung: ALBA Berlin

© Titelbild: Jan Buchholz / ALBA BERLIN

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Die Pläne von ALBA Berlin für Adlershof werden konkreter. Eine aktuelle Senatsantwort nennt neue Details zur geplanten Arena, zum Vereinscampus, zum Baurecht, zur Finanzierung und zur möglichen Rolle des Projekts bei einer Berliner Olympiabewerbung.

  • Bezirk: Treptow-Köpenick
  • Grundstück: Rund 5,3 Hektar landeseigene Fläche
  • Projekt: „ALBA ZukunftsCampus“ mit Multifunktionsarena
  • Kapazität:000 Zuschauende
  • Nächster Schritt: Machbarkeitsuntersuchung zu Verkehr und Emissionen

ALBA Berlin will seine bisher über die Stadt verteilten Nutzungen an einem Standort bündeln. Dafür sieht der Senat eine rund 5,3 Hektar große landeseigene Fläche im Entwicklungsbereich Johannisthal/Adlershof vor. Dort soll der sogenannte „ALBA ZukunftsCampus“ entstehen. Geplant sind eine Multifunktionsarena, ein Sport- und Bildungscampus, Trainings- und Leistungsbereiche sowie schulische und frühkindliche Bildungsangebote.

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Der Senat beschreibt das Projekt als Verbindung von Profisport, Breitensport, Kinder- und Jugendsport sowie Bildung. Ergänzend kommen laut Senatsantwort auch sportnahe Gesundheits- und Dienstleistungsangebote infrage, sofern sie zum Gesamtkonzept passen. Damit geht das Vorhaben deutlich über eine reine Basketballhalle hinaus.

Neue ALBA-Pläne in Adlershof brauchen neues Baurecht

Ein zentraler Punkt der Senatsantwort betrifft das Planungsrecht. Das Vorhaben berührt die rechtskräftigen Bebauungspläne 9-16 und 9-60. Nach geltendem Planungsrecht ist das Projekt derzeit nicht zulässig. Deshalb soll ein vorhabenbezogener Bebauungsplan nach § 12 BauGB aufgestellt werden.

Einen formalen Antrag dafür will ALBA Berlin erst stellen, wenn eine mit dem Senat abgestimmte Machbarkeitsuntersuchung vorliegt. Diese Untersuchung soll vor allem verkehrliche Auswirkungen und Emissionen betrachten. Sie befindet sich laut Senat aktuell in Erarbeitung. Erst danach kann entschieden werden, in welcher Form das Projekt planungsrechtlich weiterverfolgt wird.

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ALBA-Arena soll auch Konzerte und Shows aufnehmen

Die geplante Multifunktionsarena soll eine maximale Kapazität von 20.000 Zuschauenden erhalten. Neben Basketball und weiteren Sportformaten nennt der Senat ausdrücklich kulturelle Veranstaltungen als Teil des Konzepts. Dazu gehören Konzerte, Shows und Entertainmentformate.

Der Senat macht dabei eine wichtige Einschränkung: Diese Nutzungen sollen in ausgewogenem Umfang stattfinden. Zugleich erklärt die Antwort, dass solche Veranstaltungen für die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Vorhabens erforderlich seien. Eine Einschätzung zum Bedarf einer solchen Veranstaltungsfläche und zu möglichen Auswirkungen auf bestehende Veranstaltungsorte liegt dem Senat derzeit jedoch nicht vor.

Verkehr, Lärm und Naturschutz bleiben offene Fragen

Viele Detailfragen sind noch ungeklärt. Das gilt besonders für Verkehr, Lärm, Licht, Parkraumbedarf und die Nähe zu Natur- und Landschaftsschutzgebieten. Ein vorgezogenes Verkehrsgutachten wird laut Senat vorbereitet. Die Ergebnisse sollen in die Machbarkeitsuntersuchung einfließen.

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Der Landschaftspark Johannisthal umfasst rund 68 Hektar, davon rund 26 Hektar Naturschutzgebiet. Konkrete Aussagen zu möglichen Auswirkungen auf den Park, auf Arten- und Vogelschutz oder auf klimaausgleichende Freiflächen seien derzeit noch nicht verbindlich möglich. Diese Belange sollen im Bebauungsplanverfahren geprüft werden.

Neue ALBA-Arena ist Teil der Berliner Olympiapläne

Neu ist auch die offizielle Einordnung in die Berliner Olympiapläne. Im BERLIN+-Konzept, das am 3. Juni 2026 beim Deutschen Olympischen Sportbund eingereicht wurde, ist die „ALBA Berlin BBT Multifunktionsarena“ als Austragungsort vorgesehen.

Dort sollen nach aktuellem Konzept die Finalrunden der olympischen Basketballwettbewerbe, das paralympische Rollstuhlhandballturnier sowie Wettbewerbe im Geräte- und Trampolinturnen stattfinden.

„ALBA Berlin BBT Multifunktionsarena“: Finanzierung noch nicht geklärt

Eine Förderzusage gibt es laut Senat derzeit nicht. ALBA Berlin könne sich im weiteren Projektverlauf um Fördermittel bemühen. Auch das weitere Vorgehen zur Beteiligung der Öffentlichkeit steht noch nicht fest.

Im späteren Bebauungsplanverfahren sind jedoch eine frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit und eine Offenlage des weiterentwickelten Plans vorgesehen. Hinweise aus diesen Beteiligungen sollen dokumentiert und abgewogen werden. Bis dahin bleibt das Projekt in einem frühen Stadium.

 

Quellen: Schriftliche Anfrage an das Berliner Abgeordnetenhauses, Drucksache 19/26379

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6 Kommentare

  1. Brian 9. Juli 2026 at 15:15 - Reply

    Die vorgeschlagene Variante in Charlottenburg am Spreeufer hätte mir persönlich besser gefallen, auch die Verkehrstechnische Anbindung wäre vergleichbar gewesen. Schade!

    • Alex 10. Juli 2026 at 07:15 - Reply

      Es fehlt aber die Anbindung an einen Flughafen.

      Viele Grüße

  2. Mario 12. Juli 2026 at 18:20 - Reply

    Es fehlt die Anbindung an den Flughafen? Wo wohnst Du? In Grönland? Der Flughafen ist 4 S-Bahn Stationen entfernt. Eigentlich ist es der perfekte Standort für Alba. S-Bahn, Busse, Straßenbahn alles vorhanden. Kein Vergleich zu den jetzigen Zuständen, wenn man in der Prenzelberg fahren muss.

  3. Micha 13. Juli 2026 at 13:14 - Reply

    Der Landschaftspark Johannisthal ist eine der letzten großen zusammenhängenden Grünflächen und eine unverzichtbare „grüne Lunge“ im Berliner Südosten. Er sorgt für Frischluft, wirkt als klimaausgleichende Freifläche und bietet geschützten Lebensraum für zahlreiche Vogel- und Tierarten. Gerade deshalb ist der geplante Standort kritisch zu sehen. Eine Arena mit bis zu 20.000 Besuchern würde zusätzlichen Verkehr, Lärm, Lichtemissionen und weiteren Nutzungsdruck direkt an den Rand dieser sensiblen Grün- und Schutzflächen bringen. Gleichzeitig liegen die Wohngebiete von Johannisthal und Adlershof nur wenige Gehminuten entfernt. Wenn Berlin wachsen will, sollte dies nicht auf Kosten der wichtigsten Erholungs- und Klimaflächen im Südosten geschehen. Für ein Projekt dieser Größenordnung wären Industrie- oder Gewerbestandorte mit größerem Abstand zu Wohngebieten und Schutzflächen deutlich besser geeignet. Die grüne Lunge des Berliner Südostens darf nicht zum nächsten Verdichtungsopfer werden.

    • Max H. 14. Juli 2026 at 02:59 - Reply

      Hä? Wenn Alba sich in Adlershof/Johannisthal niederlässt, dann ja wohl offensichtlich nicht im Landschaftspark, sondern auf einem der vielen schon ausgewiesenen, bisher noch brachliegenden Baufelder der Wissenschaftsstadt. Je nach dem, wie groß das ganze Projekt werden soll, kommen da mehrere Baufelder in Frage auf dem Papier. Naheliegend sind Grundstücke am Groß-Berliner Damm oder der Wagner-Regeny-Straße, da ist dann auch der S-Bhf. Johannisthal nur ein paar Meter entfernt.

      An sich ist das der perfekte Standort. Er ist mit S-Bahn und Straßenbahn sehr gut angebunden an Innenstadt und Flughafen, es liegt in einem Umfeld, das vor allem von Büros, Gewerbe, Industrie geprägt ist. Es gibt viel Platz, wodurch eine Konzentration der verschiedenen Alba-Strukturen auf einem Campus absolut möglich ist. Die einzige Kröte, die es zu schlucken gilt, ist eben die Distanz für viele Fans, die eben nach Adlershof dann rausfahren müssten. Auf der anderen Seite auch eine Chance für Alba, auch im ehemaligen Ost-Berlin mehr Fuß zu fassen.

      Mit dem nahen Landschaftspark hat das wenig zu tun, wenn man eine der ausgewiesenen Gewerbegrundstücke wählt. Der Landschaftspark liegt daneben und ist zum Großteil ausgewiesenes Naturschutzgebiet. Um ihn herum sind in den letzten 20 Jahren viele kleine Unternehmen angesiedelt worden aus dem Hightech-Bereich, die kaum Emissionen haben. Alba Berlin ist kein Hightech-Unternehmen, aber als Basketball-Club jetzt auch nicht bekannt dafür, ein potentiell großer Produzent von Emissionen zu sein. Das einzige, was Alba am Laufband produziert, sind gute Basketball-Nachwuchstalente.

      Vielleicht spielen die bald in Adlershof. Ich fände es eine gute Sache. Das belebt auch die ganze Wissenschaftsstadt, die ab 17 Uhr schon sehr tot ist, am Wochenende sowieso. Und letztlich ist eines der großen Ziele der WISTA ja, einen urbanen und produktiven Stadtteil zu entwickeln. Ein großer Sportverein mit Campus und Stadion könnte da ein toller Baustein zur Diversifizierung sein

      • Siggi 18. Juli 2026 at 22:06 - Reply

        Die Rede war nie vom Landschaftspark. Lese ich jedenfalls nicht…
        Hier geht es um eine grosse Freifläche zum ungehinderten Luftaustausch.

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