„WIEWEIL“, „Holzmarkt 51“ und der „LXK“-Campus nehmen Gestalt an, beim benachbarten „JAHO“ herrscht dagegen Stillstand. Angesichts der schwachen Nachfrage nach Büroflächen und bald fertig werdenden Konkurrenzprojekten stellt sich zunehmend die Frage, ob das Konzept noch zeitgemäß ist.

Die Baustelle des Projekts „JAHO“ an der Jannowitzbrücke ruht seit Jahren. Eine konkrete Perspektive für den Weiterbau gibt es aktuell nicht. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Titelbild: Art-Invest Real Estate / KUEHN MALVEZZI Architects
Moderne Büroräume, ein Stadtplatz und mehrere, kleine Parkflächen („Pocketparks“) sollten im Berliner Zentrum neben einem markanten, 70 Meter hohen Büroturm künftig das Stadtbild am S-Bahnhof Jannowitzbrücke prägen.
Mit großer Spannung war die Realisierung des Projekts „JAHO“ erwartet worden, doch schon seit Ende 2023 hat sich auf dem riesigen Baufeld nördlich des S-Bahnhofs nichts mehr getan.
Jannowitzbrücke: Seit 2023 steht die Baustelle des Projekts „JAHO“ still
Die Baugrube steht still, wirkt mittlerweile verwuchert und ist, je nach Wetterlage, immer mal wieder mit reichlich Regenwasser gefüllt. Nur gearbeitet hat hier seit Jahren niemand mehr, und es stellt sich die Frage, ob das Projekt überhaupt noch weitergeführt wird.
Bereits im Februar 2024 fragte die ENTWICKLUNGSSTADT-Redaktion erstmals beim Projektentwickler an, der Art-Invest Real Estate. Damals hieß es, der Hochbau solle noch 2024 beginnen, man suche eine entsprechende Baufirma. Doch ein Beginn des ambitionierten Projekts war bis heute nicht zu sehen.
Projektentwickler Art-Invest Real Estate wollte weiterbauen, doch passiert ist bislang nichts
Auch im September 2026, fast drei Jahre später, haben sich keine neuen Erkenntnisse ergeben. Art-Invest wartet nach eigenen Angaben derzeit auf die Baugenehmigung für den 70-Meter-Turm, die aller Voraussicht nach noch in diesem Jahr erfolgen soll.
Der von David Chipperfield entworfene Turm würde den zweiten Bauabschnitt des Projekts markieren. Der erste Bauabschnitt, ein vom Büro KUEHN MALVEZZI Architects entworfenes Gebäudeensemble, hat vor Jahren bereits die Baugenehmigung erhalten, doch bis auf die oben beschriebene Baugrube ist bislang nicht zustande gekommen.
Rund um die Holzmarktstraße werden derzeit mehrere Großprojekte umgesetzt
Für die Projektentwickler ist der Status Quo umso bedauerlicher, da sich in direktem Umfeld mehrere andere Bauvorhaben gerade auf den Weg machen, realisiert zu werden. So hatte im Juli die KIM Kilian Immobiliengruppe mitgeteilt, dass endlich die Baugenehmigung für das Projekt „WIEWEIL“ vorliegt, welches in unmittelbarer Nähe zum „JAHO“ direkt am Spreeufer entstehen soll.
Und erst vor wenigen Wochen wurde die Grundsteinlegung für ein weiteres, seit Jahren geplantes Bauvorhaben gelegt, quasi vis-á-vis zum „JAHO“: Das Wohn- und Schwimmhallenprojekt „Holzmarkt 51“ soll bis Ende der 2020er Jahre realisiert werden.

Während im Umfeld der Jannowitzbrücke neue Wohn-, Gewerbe- und Hotelprojekte entstehen, bleibt das „JAHO“ in der Baugrube stecken. Ob 2027 tatsächlich ein Neustart gelingt, ist derzeit völlig offen. / © Visualisierung: Art-Invest Real Estate / KUEHN MALVEZZI Architects
„WIEWEIL“, „LXK“ und „Holzmarkt 51“ kommen: Wann kommt auch das Projekt „JAHO“ in Gang?
Damit nicht genug: Auch ein neues Hotel ist derzeit auf dem Areal der Gruppe Holzmarkt 25 im Bau und wird aller Voraussicht nach im kommenden Jahr fertiggestellt, genauso wie der schnell empor wachsende Gewerbe- und Wohncampus „LXK„.
Es ist also viel in Bewegung rund um die Holzmarktstraße, nur das „JAHO“-Projekt bleibt quasi in den Startlöchern stecken. Geplant waren vor allem Büro- und Gewerbeflächen, doch die weiter zurückhaltende Nachfrage nach diesen Flächen wird beim Projektentwickler Art-Invest auch das Projekt „JAHO“ auf den Prüfstand gebracht haben.
Kaum Nachfrage nach Büroflächen: Ist eine Neuplanung für das „JAHO“-Projekt denkbar?
Die Frage ist nur, wie sinnvoll es dann noch ist, auf die Baugenehmigung für einen 70-Meter-Turm zu warten, durch den noch einmal deutlich mehr Gewerbeflächen entstehen würden? Macht es da nicht vielleicht mehr Sinn, die Grundidee des Projekts zu überdenken und die Schaffung von Wohnraum (oder zumindest eines gemischt genutzten Quartiers) in Erwägung zu ziehen?
Einzelheiten zu derartigen Überlegungen sind derzeit leider nicht zu erfahren. Wie lange die unschöne Baugrube im Zentrum Berlins noch von der S-Bahn aus zu sehen sein wird, ist also nur schwer zu prognostizieren.
In diesem Jahr jedenfalls wird sich am Fuße des S-Bahnhofs Jannowitzbrücke nichts mehr tun, so viel ist sicher. Ob das kommende Jahr 2027 endlich einen Hoffnungsschimmer für das Projekt „JAHO“ bringen wird, bleibt abzuwarten.

Seit Jahren ist vom ambitionierten „JAHO“-Projekt kaum mehr als eine Baugrube zu sehen. Nun stellt sich die Frage, ob Büroflächen an diesem Standort noch die richtige Antwort sind – oder ob ein gemischt genutztes Quartier neue Perspektiven eröffnen könnte. / © Visualisierung: Art-Invest Real Estate / KUEHN MALVEZZI Architects
Quellen: Art-Invest Real Estate, KUEHN MALVEZZI Architects, David Chipperfield, Bezirksamt Mitte
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3 Kommentare
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PLTFRM von HB Reavis scheint dieselbe Nummer zu sein…Fertig vorbereitete Aussteifung für die kommende Baugrube, aber mausetot halt.
Der Bürokeks ist gegessen. Man schaue nur mal bewußt hin, was hinter den unzähligen Co-Working-Fassaden los ist.
“ Macht es da nicht vielleicht mehr Sinn, die Grundidee des Projekts zu überdenken und die Schaffung von Wohnraum (oder zumindest eines gemischt genutzten Quartiers) in Erwägung zu ziehen?“… Ja, und für diesen Zweck passen auf den Turm auch nochmal 20m oben drauf, wenn man schon mal dabei ist.