Seit 1990 verbindet ein eigentlich nur als Übergang gedachtes Bauwerk Berlin mit Teltow. Der geplante Neubau der Knesebeckbrücke rückt nun erneut in die Ferne. Dabei hängt der Zeitplan nicht allein von der Brücke selbst ab.

Knesebeckbrücke zwischen Berlin und Teltow
Die seit 1990 als Provisorium genutzte Knesebeckbrücke über den Teltowkanal soll nach aktuellem Stand frühestens ab 2031 durch einen Neubau ersetzt werden.

© Titelbild: Wikimedia Commons, Lienhard Schulz, CC BY-SA 3.0

 

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Wer über den Teltower Damm von Steglitz-Zehlendorf nach Teltow fährt, überquert ein Bauwerk mit ungewöhnlich langer Übergangszeit. Die heutige Knesebeckbrücke entstand 1990 als provisorische Verbindung über den Teltowkanal. Mehr als drei Jahrzehnte später trägt sie noch immer den Verkehr. Und der geplante Ersatzneubau verschiebt sich nun erneut deutlich.

  • Bezirk: Steglitz-Zehlendorf
  • Lage: Teltower Damm / Zehlendorfer Straße, Teltowkanal
  • Projektstatus: Planung
  • Baubeginn: frühestens 2031
  • Fertigstellung: frühestens Ende 2033

Die Knesebeckbrücke gehört zu den wichtigen Straßenverbindungen zwischen dem Berliner Südwesten und Brandenburg. Nach aktuellen Angaben passieren sie täglich rund 18.600 Fahrzeuge. Zugleich gilt für das Bauwerk eine Lastbeschränkung von 3,5 Tonnen. Noch Anfang 2026 ging der Berliner Senat nach Angaben der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung davon aus, dass der Ersatzneubau im Zeitraum von 2026 bis 2028 beginnen könnte. Doch dieser Zeitplan ist inzwischen überholt.

Knesebeckbrücke: Erst muss die Bäkebrücke über den Teltowkanal fertig werden

Ein Grund liegt einige Kilometer weiter östlich. Das Wasserstraßen-Neubauamt Berlin will die Verkehrsbelastung durch parallele Brückenbaustellen am Teltowkanal begrenzen. Deshalb hängt der Neubau der Knesebeckbrücke vom Ersatz der Bäkebrücke in Lichterfelde ab. Das Prinzip hatte WNA-Leiter Rolf Dietrich bereits im Berliner Abgeordnetenhaus erläutert: Mehrere dicht beieinanderliegende Kanalbrücken sollen nicht gleichzeitig gesperrt werden.

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Bei der Bäkebrücke läuft derzeit das Vergabeverfahren. Die offizielle Ausschreibung des Bundes nennt den 6. Oktober 2026 als aktuelle Angebotsfrist. Nach dem derzeitigen Zeitplan sollen die eigentlichen Bauarbeiten Anfang 2027 starten und rund zwei Jahre dauern. Erst wenn diese Verbindung wieder zur Verfügung steht, kann das nächste große Projekt folgen. Auch an anderer Stelle zeigt sich der Sanierungsbedarf im Berliner Südwesten: Am Breitenbachplatz verzögert sich der Rückbau der alten Autobahnbrücken ebenfalls.

Ein Geländer an der Bäkebrücke in Berlin-Zehlendorf trägt den Schriftzug „Bäkebrücke 1959–1960“, dahinter verläuft der Teltowkanal.

Die Bäkebrücke über den Teltowkanal in Berlin-Zehlendorf soll vor der Knesebeckbrücke erneuert werden. Erst danach kann nach aktuellem Zeitplan das nächste Brückenprojekt folgen. / © Foto: Wikimedia Commons, Lienhard Schulz, CC BY-SA 3.0

Zwei Abwasserleitungen verschieben Knesebeckbrücke bis mindestens 2031

Doch selbst nach Fertigstellung der Bäkebrücke kann der Abriss an der Knesebeckbrücke nicht sofort beginnen. Nahe den heutigen Fundamenten verlaufen zwei alte Abwasserdruckleitungen unter dem Teltowkanal. Sie stammen nach Angaben der Berliner Wasserbetriebe aus dem Jahr 1906 und führen in Richtung des Klärwerks Stahnsdorf. Für den Neubau müssen die Leitungen einen größeren Abstand zur Brücke erhalten.

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Die Berliner Wasserbetriebe suchen deshalb zunächst eine neue Trasse. Dafür müssen sie Grundstücke erwerben oder entsprechende Rechte für Flächen sichern. Anschließend sollen die Leitungen an den Ufern neu verlegt und mit einem neuen Düker unter dem Teltowkanal hindurchgeführt werden. Für diese Arbeiten rechnen die Wasserbetriebe mit rund zwei Jahren. Läuft alles nach Plan, könnte der Düker 2031 fertig sein. Erst danach könnte der eigentliche Neubau der Knesebeckbrücke beginnen.

15,51 Meter breite Knesebeckbrücke soll entstehen

Eine andere jahrelange Streitfrage ist inzwischen geklärt. Das Wasserstraßen-Neubauamt hatte für den Ersatzneubau eine Breite von 15,51 Metern vorgesehen. Berlin verlangte zeitweise 18,50 Meter, unter anderem wegen breiterer Wege für den Rad- und Fußverkehr. Teltow lehnte diese Variante ab und beschloss im Juni 2023, die vom WNA vorgeschlagenen 15,51 Meter zu unterstützen. Ende 2023 zog die Berliner Verkehrsverwaltung ihre Forderung nach 18,50 Metern zurück.

Damit wird die neue Brücke deutlich breiter als das heutige 10,24 Meter breite Provisorium. Wie der Verkehr während des Neubaus geführt wird, steht dagegen noch nicht fest. Auch Lage und Ausführung einer möglichen Behelfsbrücke sind offen. Der entsprechende Planungsauftrag soll nach aktuellem Stand im Winter ausgeschrieben werden. Das WNA rechnet für den eigentlichen Brückenbau mit rund zweieinhalb Jahren und Kosten von acht bis zwölf Millionen Euro aus Bundesmitteln. Frühestens Ende 2033 könnte die neue Knesebeckbrücke fertig sein.

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Quellen: Wasserstraßen-Neubauamt Berlin, Berliner Wasserbetriebe, Stadt Teltow, Abgeordnetenhaus von Berlin, Schriftliche Anfrage 19/24727, Tagesspiegel

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