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„SEED“ erweitert das Büroangebot im Europaviertel Frankfurt und setzt laut Projektentwickler Strabag Real Estate auf ökologische Maßnahmen. Gleichzeitig bestehen Zweifel an der architektonischen Qualität und der städtebaulichen Atmosphäre des gesamten Quartiers.
Baustelle im Vordergrund mit betonierter Bodenfläche. Im Hintergrund die Gebäude der Frankfurter Messe.

Strabag Real Estate errichtet mit „SEED“ ein neues Bürogebäude an der Pariser Straße 1 im westlichen Europaviertel von Frankfurt auf einem der letzten freien Grundstücke des Quartiers. (Foto vom 13. März 2025) / © Foto: Entwicklungsstadt

© Visualisierung Titelbild: xoio, für STRABAG Real Estate
© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT

 

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Mit dem Projekt „SEED“ realisiert Strabag Real Estate ein neues Bürogebäude an der Pariser Straße 1 im westlichen Europaviertel von Frankfurt am Main. Das Gebäude entsteht auf einem der letzten freien Grundstücke des Quartiers. Die Fertigstellung ist für das erste Quartal 2027 vorgesehen.

Insgesamt investiert Strabag Real Estate rund 185 Millionen Euro in das Projekt, dessen architektonischer Entwurf vom Wiener Büro MHM Architects stammt. Geplant ist ein Gebäude mit sieben oberirdischen Geschossen.

„SEED“ Frankfurt: Flexible Flächenaufteilung für Unternehmen mit unterschiedlichem Raumbedarf

„SEED“ bietet insgesamt rund 18.000 Quadratmeter Mietfläche, die sich flexibel nutzen und aufteilen lässt. Es sind Büroeinheiten mit jeweils bis zu etwa 3.200 Quadratmetern vorgesehen, die ab einer Fläche von 400 Quadratmetern individuell teilbar sind. Damit richtet sich das Projekt an größere sowie mittelgroße Unternehmen mit unterschiedlichem Flächenbedarf.

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Das Nutzungskonzept berücksichtigt aktuelle Anforderungen an moderne Arbeitswelten. Das Gebäude schafft sogenannte Multi-Space-Bereiche, die sowohl freie Arbeitsplatzwahl als auch teamorientiertes Arbeiten ermöglichen. Die Ausstattung der Flächen soll laut Projektwebseite hochwertig ausfallen.

Geothermie und Photovoltaik als zentrale Bausteine der nachhaltigen Energieversorgung im Europaviertel

Ein Schwerpunkt des Projekts liegt laut Projektverantwortlichen auf dem Thema Nachhaltigkeit. Geplant ist der Einsatz von Geothermie, um das Gebäude unabhängig von fossilen Brennstoffen mit Wärme und Kälte zu versorgen. Zusätzlich soll eine Photovoltaikanlage auf dem Dach installiert werden.

In Kombination mit einer energieeffizienten Gebäudetechnik soll diese Ausstattung zur Reduzierung des Energieverbrauchs und der CO₂-Emissionen beitragen.

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Intelligentes Regenwassermanagement durch Retentionsflächen und Schwamm-Beete

Auch das Regenwassermanagement ist Teil des ökologischen Gesamtkonzepts. Gezielte Retentionsflächen sollen anfallendes Regenwasser speichern und zur Bewässerung der begrünten Fassaden und Pflanzflächen nutzen.

Ergänzt wird dieses System durch sogenannte Schwamm-Beete. Dabei fließt Oberflächenwasser in bepflanzte Zonen, wo ein wasserspeichernder Untergrund die Feuchtigkeit zurückhält. Die natürliche Verdunstung führt zu einer lokalen Kühlwirkung.

Geplante Fassadenbepflanzung im „SEED“ Projekt: Bisherige Darstellungen beschränken sich auf wenige Bereiche

Auf der offiziellen Projektwebseite werden begrünte Fassaden und Balkone als weiterer Beitrag zur Verbesserung des Mikroklimas genannt. Diese sollen helfen, den städtischen Überhitzungseffekt zu reduzieren.

Die bisher veröffentlichten Visualisierungen zeigen jedoch lediglich einzelne kleinere Bereiche mit Begrünung. Ob diese Maßnahme in der realen Umsetzung spürbare Effekte erzielt, bleibt offen.

„SEED“ erreicht einen Vermietungsstand von 50 Prozent: Büroflächen weiterhin am Markt verfügbar

Stand Juli 2025 ist das Projekt laut Strabag bereits zu 50 Prozent vermietet. Die verbleibenden Büroflächen werden derzeit weiterhin am Markt angeboten.

Mit „SEED“ entsteht ein weiteres Bürogebäude, das die städtebauliche Entwicklung des Europaviertels vorantreibt. Gleichzeitig gibt es jedoch auch kritische Stimmen, die die architektonische und funktionale Entwicklung des Quartiers hinterfragen.

Architekt Christoph Mäckler kritisiert städtebauliche Kälte und Uniformität im Frankfurter Europaviertel

Der Frankfurter Architekt Christoph Mäckler formulierte in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung eine grundsätzliche Kritik an der modernen Stadtplanung im Europaviertel: „Und wenn wir durch die von Planern angepriesenen neuen Stadtviertel hinter den Bahnhöfen von Stuttgart, Zürich oder Frankfurt gehen, die ihre Urbanität und Zukunftsfähigkeit glauben schon mit ihrem Namen „Europaviertel“ nachweisen zu können, fröstelt es uns angesichts der abstoßenden Kälte und Langeweile, die uns in den ungefassten Stadträumen entgegenschlägt.“

Aufgrund dieser gestalterischen Kühle hat der Volksmund der Europaallee bereits den Spitznamen „Stalinallee“ verliehen. Inwiefern das Projekt „SEED“ diese Atmosphäre weiter verstärkt oder ihr etwas entgegensetzt, bleibt der individuellen Wahrnehmung überlassen und wird sich wohl erst mit der geplanten Fertigstellung im Jahr 2027 abschließend beurteilen lassen.

Baustelle im Vordergrund mit betonierter Bodenfläche. Im Hintergrund die Gebäude der Frankfurter Messe.

Die Fertigstellung ist für das erste Quartal 2027 vorgesehen. (Foto vom 13. März 2025) / © Foto: Entwicklungssadt

Quellen: SEED, Strabag, Wikipedia, Skyline Atlas, Deutsches Architekturforum, FAZ

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