Das neue „Kombibad am Kienberg“ in Marzahn soll Hallenbad, Außenbecken, Familienangebote und Schulschwimmen verbinden. Neue Details zeigen, wie Architektur, Betrieb und Ausschreibung geplant sind.

Die Seilbahn der Gärten der Welt verläuft unmittelbar neben dem geplanten Standort des „Kombibads Kienberg“ in Marzahn-Hellersdorf. Das neue Schwimmbad soll im Jelena-Šantić-Friedenspark entstehen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
Am Kienberg in Marzahn-Hellersdorf nimmt das geplante Kombibad konkretere Formen an. Die Berliner Bäder-Betriebe prüfen derzeit mehrere Varianten für Halle, Außenbecken und Betrieb. Dabei geht es nicht nur um Beckenmaße, sondern auch um Wege, Logistik, Familienangebote, Gastronomie und eine schnellere Umsetzung.
- Bezirk: Marzahn-Hellersdorf
- Adresse: Jelena-Šantić-Friedenspark
- Kosten: 35,4 Millionen Euro
- Nutzung: Öffentlichkeit, Familien, Schulschwimmen und Vereine
- Fertigstellung: 1. Quartal 2030
Das neue „Kombibad am Kienberg“ soll mehr leisten als ein klassisches Hallenbad. Nach den bisher vorgestellten Planungen sollen Innen- und Außenbereich gemeinsam, aber auch unabhängig voneinander funktionieren. Damit könnte die Schwimmhalle ganzjährig laufen, während das Außenbecken vor allem in der Freibadsaison zusätzliche Wasserfläche schafft.
Für die Halle ist ein Funktionsbad mit Sportbecken und Lehrschwimmbecken geplant. Die Berliner Bäder-Betriebe nennen für das Sportbecken 25 mal 16,66 Meter, sechs Bahnen und 416,50 Quadratmeter Wasserfläche. Das Lehrschwimm- und Kursbecken soll 10 mal 16,66 Meter groß sein und 160 Quadratmeter Wasserfläche bieten.

Der Blick zeigt den Hügel hinter dem Bezirksinformationszentrum am Kienberg. Auf dieser Fläche im Jelena-Šantić-Friedenspark soll das geplante „Kombibad Kienberg“ in Marzahn-Hellersdorf entstehen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Kombibad Kienberg: Halle und Außenbecken sollen flexibel betrieben werden
Für den Außenbereich für das geplante „Kombibad Kienberg“ prüfen die Planer eine Variante mit Schwimmbecken auf einem Plateau. Eine endgültige Architektur steht noch nicht fest. Klar ist aber, dass die Berliner Bäder-Betriebe die Verbindung von Halle, Außenbecken und Parkraum als zentrale Planungsfrage behandeln.
Zum Betrieb gehören auch Zugänge, Rettungswege, Anlieferung und Besucherführung. Diese Punkte sind am Kienberg besonders wichtig, weil das Bad auf dem Berg hinter dem Bezirksinformationszentrum entstehen soll. Die Lage im Jelena-Šantić-Friedenspark verlangt eine zielgenaue Einbindung in Gelände und Umgebung.
Familien mit Kindern stehen bei der Planung besonders im Fokus. Das Lehrschwimmbecken soll Kurse, Wassergewöhnung und Schwimmunterricht erleichtern. Zugleich soll das Bad der Öffentlichkeit offenstehen und auch Schulen sowie Vereinen zusätzliche Wasserzeiten ermöglichen. Ergänzend ist ein Gastronomiebereich vorgesehen. Damit soll das Kombibad nicht nur Sportstätte, sondern auch Aufenthaltsort für Familien werden.
Kombibad in Marzahn: Mögliche Modelle werden geprüft
Die Berliner Bäder-Betriebe zeigten auch mögliche Marktteilnehmer. Genannt wurde unter anderem „POOL out of the BOX“. Das Beispiel steht für modulares Bauen mit Holz, Planung und schlüsselfertige Übergabe. Der Vorteil: eine kurze Bauzeit, ein Vorfertigungsgrad von 90 Prozent im Werk, eine Nutzung direkt nach Aufbau und Montage sowie Edelstahlbecken. Als Referenz erscheint ein Hallenbad in Holzmodulbauweise in Stuttgart mit 2.673 Quadratmetern Bruttogrundfläche, 312,50 Quadratmetern Wasserfläche, Photovoltaikanlage und Baukosten von rund 15 Millionen Euro netto. Aktuelle Bilder zeigen, was damit auch beim Kombibad in Marzahn möglich wäre.
Als weiterer möglicher Marktteilnehmer wurde Pellikaan Bauunternehmen Deutschland GmbH vorgestellt. Die Nennungen bedeutet noch keine Vergabeentscheidung. Die Beispiele zeigen vielmehr, welche Bau- und Betriebsmodelle für ein funktionales Bad grundsätzlich am Markt verfügbar sind.

Der rot markierte Geltungsbereich des Bebauungsplans 10-118 umfasst die Flächen für das Kombibad „Multifunktionsbad Kienberg“ in Marzahn-Hellersdorf. / © Grafik: BA Marzahn-Hellersdorf
Totalunternehmer soll Kombibad in Marzahn beschleunigen
Für die Ausschreibung planen die Berliner Bäder-Betriebe eine funktionale Leistungsbeschreibung. Darin soll nicht jedes Detail vorab einzeln festgelegt werden. Entscheidend ist, wie das Kombibad aussehen, funktionieren und betrieben werden soll. Diese Beschreibung soll Grundlage für die spätere Vergabe werden.
Geplant ist eine Vergabe an einen Totalunternehmer. Dieser soll Planung und Bau bündeln. Die Berliner Bäder-Betriebe wollen damit Schnittstellen reduzieren und Zeit sparen. Nach dem derzeitigen Fahrplan soll die Machbarkeitsstudie Ende August oder Anfang September 2026 abgeschlossen werden.
Im November soll der Aufsichtsrat beraten. Danach könnte Anfang 2027 die Ausschreibung starten. Die Fertigstellung wird derzeit für das erste Quartal 2030 angestrebt. Dieser Termin bleibt abhängig vom Verfahren und vom Ergebnis der Ausschreibung.
Kombibad Kienberg
Quellen: Senatsverwaltung für Inneres und Sport, Berliner Bäder-Betriebe, Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf
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5 Kommentare
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Ich verstehe nicht, warum die neuen Bäder alle mit so wenigen Bahnen geplant werde. Ein großes Problem der Bäderbetriebe ist Personalmangel. Auch deshalb schlossen im Sommer viele Hallenbäder sehr lange (Aufsicht im Freibad benötigt(. 8 Bahnen brauchen nicht mehr Aufsicht als 6. klar: mehr Wasser und Strom, aber es erscheine effizienter, etwas größere Bäder zu bauen.
Ich wusste nicht das der Park zu Marzahn gehört. Aber moment mal der ist in Hellersdorf aber genauso glaub ich nicht dran das es bei diesem preis bleibt und das das ding im 1 Quartal 2030 fertig ist. Und die Eintrittskarten kosten dann für ein kind 10 Euro und ein Erwachsenen 25 euro . Und das essen kann man sich dann da drin kaum leisten.
Es wäre für das gesamte Projekt gut, wenn man versucht, bestehende Bäume, die sich im Baubereich aktuell befinden, im ganzen umzupflanzen, egal welche Grösse die haben. Statt für Baufreiheit alles nur abzuholen. Somit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass das Umfeld schneller wieder aktiv grün wird.
Na endlich ! Leider, da es sich um ein Berliner Bauprojekt handelt, werden sich die Baukosten, wie auch der Fertigstellungstermin wieder ins Utopische steigern.
Aber das kennt der Berliner ja schon.
Somit werden nachfolgende Generationen dann ein sicherlich schon technisch veraltetes Kombibad eröffnen.
Warum müssen neue Bäder geplant und mit Unsummen finanziert und gewartet werden? Es gibt doch ein wahrscheinlich schon vergessenes Freizeitbad,. Es ist das ‚Wernerbad“. Warum wird dieses nicht total saniert? War es überhaupt in der Planung mit einbezogen?
Aus „Alt“ mach „Neu“ wäre viel besser!