Das Schumacher-Quartier auf dem ehemaligen Flughafen Tegel nimmt die nächste Hürde. Der Berliner Senat hat der Entwidmung von Randbereichen mehrerer Sportanlagen zugestimmt, die für die verkehrliche Erschließung des neuen Wohnquartiers benötigt werden.

Für den Bau neuer Straßen und Wege im künftigen Schumacher-Quartier werden Teilflächen bestehender Sportanlagen in Tegel umgewidmet. / © Foto: Wikimedia Commons, Berlinschneid, CC BY-SA 4.0
© Titelbild / Visualisierung: Tegel Projekt GmbH
Mit dem geplanten Baustart im Sommer rückt die Entwicklung des Schumacher-Quartiers auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tegel weiter voran. Nun hat der Berliner Senat einer Entwidmung von Teilen bestehender Sportflächen im Bereich Scharnweberstraße und Uranusweg zugestimmt. Die betroffenen Flächen werden für den Ausbau der künftigen Verkehrsinfrastruktur benötigt, die das neue Stadtquartier erschließen soll.
- Bezirk: Reinickendorf
- Lage: ehemaliger Flughafen Tegel
- Wohnungen: langfristig Wohnraum für mehr als 10.000 Menschen
- Baustart: August 2026
- Geplante Fertigstellung: erste Wohnungen Ende 2028
Nach Angaben der Senatsverwaltung handelt es sich dabei nicht um die vollständige Aufgabe von Sportanlagen. Vielmehr betrifft die Entscheidung vor allem Randbereiche verschiedener gedeckter und ungedeckter Sportflächen. Auch ein bestehendes Vereinsheim ist betroffen und soll in Abstimmung mit dem Verein auf dem Grundstück verlagert werden. Der Bezirk Reinickendorf geht davon aus, dass der Sportbetrieb in seiner bisherigen Funktion erhalten bleibt.
Neue Verkehrsanbindung für das Schumacher Quartier geplant
Die Entwidmung steht im Zusammenhang mit der geplanten „Neuen Meteorstraße“, die künftig als zentrale Erschließungsstraße des Schumacher-Quartiers dienen soll. Vorgesehen sind Anbindungen an die Bundesautobahn, den Kurt-Schumacher-Platz, den Eichborndamm sowie die Antonienstraße.
Darüber hinaus sollen auf den bislang sportlich genutzten Randflächen neue Fuß- und Radwege, Fahrradabstellanlagen sowie begleitende Grünflächen entstehen. Nach Auffassung des Senats sind diese Maßnahmen erforderlich, um die Infrastruktur für das künftige Wohnquartier aufzubauen. Die Zustimmung des Berliner Abgeordnetenhauses steht allerdings noch aus.

Auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tegel soll mit dem Schumacher-Quartier ein neues, klimaorientiertes Stadtviertel mit Wohnungen für mehr als 10.000 Menschen, Gewerbeflächen, Kitas, Grünanlagen sowie einer weitgehend autoarmen Mobilitätsinfrastruktur entstehen. / © Visualisierung: Tegel Projekt GmbH
Ehemaliger Flughafen Tegel: Wohnraum für mehr als 10.000 Menschen
Das Schumacher-Quartier zählt zu den größten Stadtentwicklungsprojekten Berlins. Auf dem Areal des ehemaligen Flughafens Tegel sollen langfristig Wohnungen für mehr als 10.000 Menschen entstehen. Ergänzt wird das Quartier durch Grünflächen, soziale Infrastruktur, Gewerbeflächen und ein weitgehend autoarmes Mobilitätskonzept.
Den ersten Bauabschnitt realisiert die landeseigene degewo. Geplant sind zunächst 328 Wohnungen auf zwei Baufeldern, von denen rund die Hälfte gefördert entstehen soll. Neben den Wohngebäuden sind eine Kindertagesstätte und Gewerbeflächen vorgesehen. Der Baustart ist für August 2026 angekündigt, die ersten Wohnungen sollen Ende 2028 bezugsfertig sein.
Nachhaltige Bauweise und neue Mobilitätskonzepte
Bei der Entwicklung des Quartiers setzen die Beteiligten auf eine Holzhybridbauweise sowie auf das sogenannte Schwammstadt-Prinzip, bei dem Regenwasser vor Ort gespeichert und versickert wird. Hinzu kommen energieeffiziente Versorgungssysteme und ein Mobilitätskonzept mit Vorrang für Fuß- und Radverkehr.
Mit der jetzt beschlossenen Entwidmung weiterer Teilflächen werden die Voraussetzungen für die notwendige Verkehrsinfrastruktur geschaffen. Damit erfolgt ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Umwandlung des ehemaligen Flughafengeländes in eines der größten neuen Wohnquartiere der Hauptstadt.
Schumacher Quartier
Sportflächen am Randbereich
Quellen: Presse- und Informationsamt des Landes Berlin, Wikipedia, DEGEWO, Tegel Projekt GmbH, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
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