Das „Schumacher Quartier“ bringt über 10.000 Menschen nach TXL. Reinickendorf will verhindern, dass auf dem früheren Flughafen eine abgeschottete Insel entsteht.

Luftbild-Visualisierung des geplanten Schumacher Quartiers auf dem ehemaligen Flughafen Tegel mit Wohnblöcken, Grünflächen, Schulen und dem zentralen Quartierspark.

Das „Schumacher Quartier“ soll auf dem östlichen Teil des ehemaligen Flughafens Tegel entstehen. Geplant sind mehr als 5.000 Wohnungen für über 10.000 Menschen sowie Schulen, Kitas, Grünflächen und weitere Angebote. / © Visualisierung: Macina Berlin / TXL Management GmbH

© Titelbild: degewo

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Auf dem ehemaligen Flughafen TXL entsteht ein neuer Stadtteil für mehr als 10.000 Menschen. Doch mit den ersten Wohnungen rückt eine Frage stärker in den Mittelpunkt: Wie wächst das „Schumacher Quartier“ mit dem bestehenden Reinickendorf zusammen? Beim Projektstart machte Bezirksbürgermeisterin Emine Demirbüken-Wegner deutlich, dass genau darin eine der großen Aufgaben der kommenden Jahre liegt.

  • Bezirk: Reinickendorf
  • Standort: Ehemaliger Flughafen Tegel
  • Projektstatus: Projektstart für die ersten Wohngebäude
  • Wohnungen zum Auftakt: 327
  • Geförderte Wohnungen: 50 Prozent
  • Fertigstellung erste degewo-Gebäude: Ende 2028
  • Gesamtquartier: mehr als 5.000 Wohnungen für über 10.000 Menschen

Mit dem Start der ersten 327 degewo-Wohnungen beginnt im „Schumacher Quartier“ nun der sichtbare Hochbau. Gleichzeitig verschiebt sich der Blick über die Grenzen des früheren Flughafens hinaus. Denn unmittelbar neben dem neuen Stadtteil liegen gewachsene Wohngebiete rund um die Auguste-Viktoria-Allee und die Scharnweberstraße. Dazwischen liegt mit dem Kurt-Schumacher-Platz einer der wichtigsten Verkehrsknoten im Norden Berlins. Berlin TXL beschreibt ihn deshalb als Verbindungspunkt zwischen bestehender und neuer Stadt.

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Beim Projektauftakt sprach Reinickendorfs Bezirksbürgermeisterin Emine Demirbüken-Wegner diesen Punkt ungewöhnlich deutlich an. Das „Schumacher Quartier“ dürfe kein „Inseldasein“ führen. Bereits bei früheren Bürgergesprächen habe es nach ihrer Darstellung den Wunsch gegeben, dass die bestehenden Kieze beim Umbau des ehemaligen Flughafens nicht zurückbleiben.

Visualisierung von Baufeld 12 im Schumacher Quartier in Berlin TXL mit mehrgeschossigen Wohngebäuden, begrünten Fassaden, Gewerbeflächen und Fahrrädern im Straßenraum.

Visualisierung des geplanten Baufelds 12 im „Schumacher Quartier“ auf dem ehemaligen Flughafen Tegel. Neben Wohnungen sieht die Planung Gewerbeflächen im Erdgeschoss vor, die das neue Quartier beleben sollen. / © Visualisierung: degewo

„Schumacher Quartier“ und Auguste-Viktoria-Allee sollen zusammenwachsen

Dass diese Verbindung nicht erst mit dem Wohnungsbau zum Thema wird, zeigen die Planungen des Bezirks. Ein integriertes Handlungskonzept für den Bereich Auguste-Viktoria-Allee fordert ausdrücklich eine gute Anbindung des „Schumacher Quartier“s nach Norden. Damit sollen Nachbarschaftsbeziehungen zwischen den heutigen Bewohnern und den Menschen im neuen Quartier entstehen. Schon 2023 startete der Bezirk zudem eine Bürgerbeteiligung für ein Verkehrskonzept, das die Verbindungen zwischen „Alt und Neu“ verbessern sollte.

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Inzwischen folgt der nächste Schritt. Der Bezirk hat im August 2026 eine Variantenuntersuchung für den Umbau der Auguste-Viktoria-Allee ausgeschrieben. Grundlage ist das zuvor erarbeitete Verkehrskonzept. Nun sollen unterschiedliche Lösungen untersucht werden, um unter anderem Verkehrssicherheit, Aufenthaltsqualität und Klimaanpassung zu verbessern. Die Untersuchung soll bis Ende Juni 2027 abgeschlossen werden; wie die Straße anschließend tatsächlich umgebaut wird, steht damit noch nicht fest.

Die Visualisierung zeigt den geplanten Landschaftspark von Berlin TXL mit weitläufigen Grünflächen, Wegen und Aufenthaltsbereichen.

Der Landschaftspark verbindet das Schumacher Quartier mit den Freiflächen des ehemaligen Flughafens. / © Visualisierung: Berlin TXL Management GmbH / Atelier-Loidl

Jugend- und Stadtteilzentrum soll alte und neue Nachbarn verbinden

Auch bei der sozialen Infrastruktur zeigt sich dieser Ansatz. An der Auguste-Viktoria-Allee 16c entsteht derzeit ein neues Jugend- und Stadtteilzentrum. Das Gebäude soll 2027 fertig werden und ausdrücklich nicht nur den bestehenden Kiez bedienen. Die Senatsverwaltung beschreibt es als Begegnungsort für mehrere Nachbarschaften einschließlich des künftigen „Schumacher Quartiers“.

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Eine Schlüsselrolle übernimmt zudem der Kurt-Schumacher-Platz. Eine Potenzialstudie des Bezirks betrachtet ihn als Knotenpunkt zwischen alten und neuen Quartieren. Gleichzeitig verändert sich dort bereits die Nahversorgung. So wird unter anderem das Einkaufszentrum „Der Clou“ neu ausgerichtet.

Neue Meteorstraße soll TXL mit Reinickendorf verbinden

Besonders groß sind die Veränderungen beim Verkehr. Eine zentrale Rolle spielt die Neue Meteorstraße. Sie soll das „Schumacher Quartier“ mit dem Kurt-Schumacher-Platz, der Antonienstraße, dem Eichborndamm und der A111 verbinden. Dafür müssen auch Randbereiche bestehender Sportflächen in Anspruch genommen werden. Der Senat stimmte der dafür nötigen Entwidmung im Juni zu.

Innerhalb des „Schumacher Quartier“s setzt Berlin TXL dagegen auf möglichst wenig Autoverkehr. Autos sollen überwiegend in Mobility Hubs am Rand stehen, während Fuß- und Radverkehr Vorrang erhalten. Die U6-Stationen Kurt-Schumacher-Platz und Scharnweberstraße bilden wichtige Anschlüsse. Neue Buslinien sollen hinzukommen; langfristig ist auch eine Straßenbahnanbindung vorgesehen. Einen festen Realisierungstermin für diese Tram gibt es bislang nicht.

Gruppenfoto zum Start des Schumacher Quartiers in Berlin TXL mit einem Lageplan der ersten Baufelder für 327 Wohnungen auf dem ehemaligen Flughafen Tegel.

Vertreter aus Politik, degewo und Berlin TXL beim Projektstart für die ersten 327 Wohnungen im „Schumacher Quartier“. Der Lageplan im Vordergrund zeigt die beiden ersten degewo-Baufelder 12 und 28. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

„Schumacher Quartier“ verändert auch das bestehende Reinickendorf

Damit wird die Entwicklung des ehemaligen Flughafens zunehmend zu einem Projekt für das gesamte Umfeld. Der neue Stadtteil endet planerisch zwar an klaren Grenzen. Seine Auswirkungen tun es nicht. Mehr als 10.000 zusätzliche Bewohner verändern Wege, Nahversorgung, öffentliche Einrichtungen und den Kurt-Schumacher-Platz.

Genau darin liegt der Kern der Aussage der Bezirksbürgermeisterin: Das „Schumacher Quartier“ soll nicht neben Reinickendorf entstehen, sondern mit den bestehenden Kiezen zusammenwachsen. Ob das gelingt, entscheidet sich deshalb nicht allein auf den Wohnungsbaufeldern in TXL.

„Schumacher Quartier“: Erste 327 Wohnungen
Auf dem ehemaligen Flughafen Tegel entsteht das „Schumacher Quartier“ mit mehr als 5.000 Wohnungen für über 10.000 Menschen.

 

Quellen: degewo, Berlin TXL Management GmbH, Bezirksamt Reinickendorf, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen

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