In Berlin starten nach den Sommerferien acht neue Schulgebäude. Sie schaffen zusammen 5.116 Plätze in mehreren Bezirken der Hauptstadt.
Gemeinschaftsschule Adlershof
Schule am Märchenviertel
Neuer Schulstandort Schulstraße
Minna-Cauer-Schule
ISS Biesdorf
Neue Grundschule Staaken
Grundschule am Weißen See
Mediencampus Altglienicke – Fritz-Kühn-Schule
© Titelbild: HOWOGE / Benjamin Pritzkuleit
Am Montag enden für Berlins Schülerinnen und Schüler die Sommerferien. Während sich am ersten Schultag vieles um neue Klassen, Stundenpläne und Lehrkräfte dreht, beginnt an mehreren Orten zugleich ein ganz anderer Abschnitt: Dort öffnen neue Schulgebäude erstmals ihre Türen. Einige ersetzen Übergangsstandorte, andere schaffen komplett neue Schulen.
Die Dimension ist beachtlich. Acht neue Schulgebäude, deren Nutzung zum Schuljahr 2026/27 vorgesehen ist, bieten zusammen 5.116 Schulplätze. Damit wird ein Teil der Berliner Schulbauoffensive sichtbar, die inzwischen 41 neue Schulgebäude hervorgebracht hat. Seit Beginn des Programms wurden durch Neubauten, Erweiterungen und weitere Maßnahmen insgesamt rund 62.000 zusätzliche Plätze baulich geschaffen.
ENTWICKLUNGSSTADT gibt einen Überblick, in welchen neuen Schulgebäuden nach den Sommerferien zum ersten Mal Schülerinnen und Schüler lernen.
Gemeinschaftsschule Adlershof: Berlins größter neuer Schulbau

Aus der Luft wird die Größe der fertigen Schule in Adlershof mit Sportplatz und Laufbahn sichtbar. / © Foto: HOWOGE / Benjamin Pritzkuleit
- Bezirk: Treptow-Köpenick
- Adresse: Eisenhutweg 129, 12487 Berlin
- Schulplätze:332
- Schulform: Gemeinschaftsschule, Klassen 1 bis 13
Der mit Abstand größte Neubau steht im Bezirk Treptow-Köpenick. Am Eisenhutweg 129 ist die neue Gemeinschaftsschule Adlershof fertig. Am 6. Juli übergab die HOWOGE das fertige Gebäude an den Bezirk.
Der Neubau bietet 1.332 Plätze und ist damit die größte bislang im Rahmen der Berliner Schulbauoffensive fertiggestellte Neubauschule. Die Schule selbst existiert bereits seit dem vergangenen Schuljahr, zunächst allerdings nur mit Sekundarstufe I an einem Ausweichstandort in der Alfred-Randt-Straße. Jetzt zieht die Schulgemeinschaft an den Eisenhutweg. Gleichzeitig kommen erstmals Grundschulklassen und die gymnasiale Oberstufe hinzu.
Schule am Märchenviertel: Neue Grundschule in Köpenick

Die Grundschule am Märchenviertel in der Hirtestraße in Köpenick ist pünktlich zum Schuljahr 2026/2027 fertig geworden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
- Bezirk: Treptow-Köpenick
- Adresse: Hirtestraße 10, 12555 Berlin
- Schulplätze: 432
- Schulform: dreizügige Grundschule
Auch in Köpenick entsteht mit der Schule am Märchenviertel ein komplett neuer Grundschulstandort. Am 9. Juli erfolgten die baufachliche Abnahme und die Übergabe des Hauptgebäudes. Zum Start nimmt die Schule zunächst drei erste Klassen auf. Insgesamt ist das Gebäude für 432 Kinder ausgelegt.
Der Unterricht kann beginnen, das Gesamtprojekt läuft jedoch weiter. Die Freianlagen werden während des kommenden Schuljahres schrittweise fertiggestellt. Ab Herbst 2026 soll außerdem die Drei-Feld-Sporthalle den Schul- und Vereinssport ergänzen. Damit unterscheidet sich der Standort von vielen klassischen Schuleröffnungen: Der zentrale Schulbau ist nutzbar, während das Umfeld weiter wächst.
Neues Gymnasium in Wedding: Erst zieht eine Grundschule ein

Die Fassade des neuen Gymnasiums in der Schulstraße setzt auf farbige vertikale Elemente und lange Fensterbänder. / © Foto: HOWOGE / Harry Schnitger
- Bezirk: Mitte
- Adresse: Schulstraße 97, 13347 Berlin
- Schulplätze: 664
- Schulform: vierzügiges Gymnasium, zunächst Interimsstandort einer Grundschule
Im Bezirk Mitte steht an der Schulstraße 97 ein neues Gymnasium bereit. Das Gebäude bietet 664 Plätze, offene Lernbereiche und eine direkt angeschlossene Doppel-Sporthalle mit sechs Hallenteilen.
Trotz der geplanten Nutzung als Gymnasium werden dort zunächst keine Gymnasiasten einziehen. Die Albert-Gutzmann-Schule wechselt von der Pankstraße in den Neubau. Ihr bisheriger Standort kann dadurch vollständig für einen neuen Campus freigemacht werden. Nach dessen Fertigstellung soll die Grundschule zurückkehren; erst anschließend kann die Schulstraße dauerhaft als Gymnasium genutzt werden.
Minna-Cauer-Schule: Neuer Campus in Mariendorf

Rund um den Standort Eisenacher Straße in Mariendorf wurden die Außenanlagen der neuen Schule so gestaltet, dass sie sowohl für den Unterricht als auch für die Nachbarschaft in Tempelhof-Schöneberg nutzbar sind. / © Foto: Harry Schnitger / HOWOGE
- Bezirk: Tempelhof-Schöneberg
- Adresse: Eisenacher Straße 53, 12109 Berlin
- Schulplätze: 600
- Schulform: sechszügige Integrierte Sekundarschule
In Tempelhof-Schöneberg hat die bisherige Schule am Berlinickeplatz nicht nur ein neues Gebäude, sondern auch einen neuen Namen erhalten. Als Minna-Cauer-Schule zieht die Schulgemeinschaft an die Eisenacher Straße 53 in Mariendorf.
Der Neubau umfasst 600 Plätze. Darüber hinaus entstehen Sportfreiflächen und eine große Sporthalle, die auch der benachbarten Schätzelberg-Grundschule und dem Vereinssport zur Verfügung steht. Auch andere Räume sollen über den eigentlichen Schulbetrieb hinaus genutzt werden. Dazu gehören Mehrzweck- und Fachräume. Schon während der Planung spielte deshalb die Verbindung mit der Nachbarschule und dem Quartier eine Rolle. Die Lehrküche war etwa auch für Angebote der Volkshochschule vorgesehen.
ISS Biesdorf: Neuer Schulbau an der Garzauer Straße

Der neu gestaltete Schulhof der Schule an der Garzauer Straße bietet Platz für Bewegung und Erholung. / © Foto: Pritzkuleit / Howoge
- Bezirk: Marzahn-Hellersdorf
- Adresse: Garzauer Straße 30, 12683 Berlin
- Schulplätze: 600
- Schulform: sechszügige Integrierte Sekundarschule
An der Garzauer Straße in Marzahn-Hellersdorf ist ein lange brachliegender Schulstandort zurückgekehrt. Ende Juni übergab die HOWOGE den Neubau planmäßig an den Bezirk.
Das rund 15.000 Quadratmeter große Grundstück wurde bereits früher für Bildung genutzt. Bis zur Jahrtausendwende standen dort eine Grund- und eine Oberschule. Später lagen große Teile des Areals brach. Nun kehren 600 Schulplätze zurück. Die bereits im Schuljahr 2025/26 gegründete Schulgemeinschaft zieht geschlossen von ihrem Übergangsstandort in der Erich-Kästner-Straße nach Biesdorf.
Neue Grundschule an der Heerstraße in Staaken

Der Neubau der Grundschule an der Heerstraße 580 in Berlin-Staaken während der Bauarbeiten. Zum Schuljahr 2026/27 soll die dreizügige Schule Platz für 432 Schülerinnen und Schüler bieten. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
- Bezirk: Spandau
- Adresse: Heerstraße 580, 13591 Berlin
- Schulplätze: 432
- Schulform: dreizügige Grundschule
Im Bezirk Spandau entsteht an der Heerstraße 580 eine weitere neue Grundschule. Der Bezirk hat die Schule offiziell zum 1. August 2026 gegründet. Die Schule bietet 432 Plätze und erhält einen eigenen Einschulungsbereich. Dadurch verändern sich zugleich die Einzugsbereiche mehrerer bestehender Grundschulen im Spandauer Westen. Hintergrund sind neue Wohnungsbauprojekte und steigende Schülerzahlen in Staaken.
Zum Neubau gehören eine Dreifeld-Sporthalle, Lauf- und Weitsprunganlagen, ein Bolzplatz, eine Gymnastikwiese und ein Schulgarten. Gleichzeitig hat der Bezirk die Heerstraße rund um den Standort umgebaut. Neue Geh- und Radwege, eine barrierefreie Bushaltestelle, eine Querungshilfe sowie eine Nebenfahrbahn sollen den Schulweg und den Bringverkehr ordnen.
Grundschule am Weißen See: Rückkehr nach acht Jahren Sanierung

Die Sanierung der Grundschule am Weißen See in Pankow dauerte acht Jahre. / © Foto Wikimedia Commons, Bärbel Miemietz, CC BY 4.0
- Bezirk: Pankow
- Adresse: Amalienstraße 6, 13086 Berlin
- Schulplätze: 431
- Schulform: vierzügige Grundschule
In Weißensee beginnt das neue Schuljahr ebenfalls in einem praktisch neuen Umfeld. Die Grundschule am Weißen See kehrt nach acht Jahren Sanierung an ihren historischen Standort zurück. Zwischen dem 19. und 21. August 2026 zieht die Schulgemeinschaft aus ihrem Ausweichquartier in der Falkenberger Straße zurück in die Amalienstraße.
Die Arbeiten waren deutlich umfangreicher als eine normale Modernisierung. Das zwischen 1929 und 1931 errichtete Ensemble steht unter Denkmalschutz. Deshalb wurden sämtliche Gebäudeteile denkmalgerecht saniert. Hinzu kamen eine neue Gebäudetechnik, erneuerte Sanitäranlagen, überarbeitete Außenflächen und die Sanierung der beiden Sporthallen im Gebäude. Insgesamt kostete die Maßnahme nach Angaben des Bezirks rund 36,7 Millionen Euro.
Die Sanierung schafft zugleich mehr Kapazität. Der Bezirk führt die Schule derzeit mit 431 Schülerinnen und Schülern und einer Kapazität von 2,5 Zügen. Langfristig soll der Standort auf vier Züge wachsen.
Mediencampus Altglienicke: Fritz-Kühn-Schule bekommt 625 neue Plätze

Der Erweiterungsbau an der Kalker Straße in Altglienicke ist im Holzbau nahezu fertiggestellt und ergänzt den Schulstandort der Fritz-Kühn-Schule. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
- Bezirk: Treptow-Köpenick
- Adresse: Kalker Straße 7, 12524 Berlin
- Schulplätze: 625 zusätzliche Plätze
- Schulform: Integrierte Sekundarschule mit neuer gymnasialer Oberstufe
Auch in Altglienicke startet nach den Sommerferien ein großer neuer Schulstandort. Der „Mediencampus Altglienicke“ der Fritz-Kühn-Schule ist fertiggestellt. Das Schul- und Sportamt Treptow-Köpenick übernahm den Neubau an der Kalker Straße bereits im Juni. Damit stehen zum Schuljahr 2026/27 insgesamt 625 zusätzliche Oberschulplätze bereit. 400 davon entfallen auf die Sekundarstufe I, weitere 225 Plätze auf die neue gymnasiale Oberstufe.
Für die Fritz-Kühn-Schule bedeutet der Neubau zugleich eine deutliche Erweiterung ihres Angebots. Bisher führte die Integrierte Sekundarschule Schülerinnen und Schüler bis zur zehnten Klasse. Mit dem Mediencampus können Jugendliche künftig innerhalb derselben Schulgemeinschaft bis zum Abitur lernen. Das Gebäude ergänzt die bisherigen Standorte der Schule in der Dahmestraße.
5.116 Plätze in acht neuen Schulgebäuden
Zusammengerechnet bieten die acht neuen Schulgebäude 5.116 Schulplätze. Das bedeutet allerdings nicht, dass Berlin am Montag schlagartig 5.116 zusätzliche Schülerinnen und Schüler aufnehmen kann. Mehrere Gebäude werden von bereits bestehenden Schulen bezogen, andere Schulen starten zunächst nur mit einzelnen Jahrgängen und wachsen in den kommenden Jahren bis zu ihrer vollen Kapazität.
Trotzdem markiert das Schuljahr 2026/27 einen auffälligen Schritt im Berliner Schulbau. Und: Weitere Neubauten folgen: Das Heinrich-Hertz-Gymnasium in Friedrichshain soll mit 784 Plätzen im Laufe des Schuljahres bezogen werden, auch die Grundschule in der Stillerzeile in Friedrichshagen soll im Winter fertig werden.
Quellen: Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Bezirksamt Treptow-Köpenick, Bezirksamt Mitte, Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg, Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf, Bezirksamt Lichtenberg, Bezirksamt Spandau, HOWOGE
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