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Frankfurt nutzt verstärkt leerstehende Bürogebäude, um kurzfristig den steigenden Bedarf an Schulflächen zu decken. Parallel dazu beschleunigt ein neuer Rahmenvertrag zwischen Stadt und ABG Frankfurt Holding die Sanierung bestehender Bildungsgebäude. Zwei Entwicklungen, die zeigen, wie die Stadt versucht, pragmatisch auf wachsende Schülerzahlen zu reagieren.
Außenansicht des Neubaus der Friedrich-List-Schule

Durch einen neuen Rahmenvertrag mit der ABG Frankfurt Holding beschleunigt die Stadt Frankfurt die Sanierung von Schulen. Beispielsweise an der Friedrich-List-Schule in Nied (im Bild) wurden in den Sommerferien 2025 sowohl die Sporthalle umfassend saniert als auch ein Erweiterungsbau mit zusätzlichen Klassenräumen fertiggestellt. / © Stadt Frankfurt am Main, Foto: Michael Braunschädel

© Titelbild: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Salome Roessler

 

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Zwischen Mittlerem Hasenpfad und Großem Hasenpfad in Frankfurt wird seit diesem Jahr kein Büroalltag mehr gelebt. Stattdessen füllt das dreigeschossige Gebäude nun täglich hunderte Schülerinnen und Schüler. Die Oberstufe der KGS Niederrad zog bereits in den Osterferien ein, gefolgt von der Martin-Buber-Schule in den Sommerferien. Zudem nutzen drei Außenklassen der Panoramaschule mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung die Räumlichkeiten.

Für die Schulen stehen über 11.000 Quadratmeter Innenfläche zur Verfügung. Auf einer Außenfläche von 5.500 Quadratmetern wurde zusätzlich eine Sporthalle in Leichtbauweise errichtet. Die zuständige Bildungsdezernentin Sylvia Weber erklärte, dass die Umnutzung leerstehender Gewerbeflächen ein notwendiger Baustein sei, da freie Flächen in der Stadt knapp und Büroimmobilien zugleich häufig ungenutzt seien.

Provisorium im Hasenpfad: Wie die Stadt Frankfurt auf steigende Schülerzahlen reagiert

Für die KGS Niederrad ist der Standort nur ein Zwischenschritt. Die Oberstufe, die 2023 startete, ist mittlerweile vollständig ausgebaut und benötigte dringend mehr Platz. Perspektivisch soll die gesamte Schulgemeinde an einem neuen, endgültigen Standort zusammengeführt werden. Auch die Martin-Buber-Schule ist vorübergehend im Hasenpfad untergebracht. Während die Grundschule am ursprünglichen Standort saniert und erweitert wird, arbeitet sie nun interimsweise in den neuen Räumen.

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Aufgrund steigender Schülerzahlen ist der Ausweichstandort auf fünf Züge ausgelegt und ermöglicht eine bessere Umsetzung des Ganztagsangebots. Die Panoramaschule, die Kinder mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung unterrichtet, musste ebenfalls Außenklassen auslagern. Der Standort im Hasenpfad ergänzt somit die bestehenden Kapazitäten. Der Mietvertrag für das Gebäude ist auf acht Jahre ausgelegt und kann um zwei weitere Jahre verlängert werden. Umbauten übernahm der Vermieter.

Zusammen mit der ABG: Frankfurt setzt auf Rahmenvertrag für Schulsanierungen

Parallel zu solchen Übergangslösungen setzt Frankfurt auf beschleunigte Sanierungsmaßnahmen. Ende August 2024 schloss das Amt für Bau und Immobilien (ABI) einen Rahmenvertrag mit der ABG Frankfurt Holding. Ziel ist es, kleinere und mittlere Sanierungen an insgesamt rund 20 Schulen schneller umzusetzen. Bereits in den Sommerferien 2025 wurden an der Friedrich-List-Schule in Nied eine Turnhalle erneuert und ein Erweiterungsbau mit zusätzlichen Klassenräumen fertiggestellt.

Oberbürgermeister Mike Josef betonte, dass die Zusammenarbeit mit der ABG die Sanierungsvorhaben merklich beschleunige. Auch Stadträtin Weber hob hervor, dass in den Sommerferien insgesamt 65 Maßnahmen an 57 Schulen abgeschlossen wurden.

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Sanierungen im Detail: Welche Maßnahmen an Frankfurter Schulen bereits realisiert wurden

Neben der Friedrich-List-Schule erhielten auch andere Einrichtungen Verbesserungen. In der Berthold-Otto-Schule wurden fünf Klassenräume komplett erneuert, in der Erich-Kästner-Schule Böden und Akustikdecken modernisiert. Die Liebigschule und die Ludwig-Erhard-Schule profitierten von neuen Böden und Beleuchtungen. Lediglich bei den Sanitäranlagen der Steffi-Jones-Schule kam es zu Verzögerungen, da sich der bauliche Zustand schlechter als erwartet darstellte.

ABG-Geschäftsführer Frank Junker lobte die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten, die es ermögliche, viele Projekte parallel umzusetzen. Besonders die Auftragsvergabe an regionale Handwerksbetriebe habe die Umsetzung beschleunigt.

Frankfurt am Main: Leiterin des Amt für Bau und Immobilien verabschiedet sich frühzeitig 

Hinter diesen Projekten steht das Amt für Bau und Immobilien, das seit seiner Gründung 2017 eine zentrale Rolle beim Schulbau spielt. Dessen langjährige Leiterin Sigrid Eichler verabschiedete sich jüngst vorzeitig in den Ruhestand. Im Rückblick betonte sie, dass Frankfurt in den vergangenen Jahren gelernt habe, integrierter und fachübergreifender zu planen.

So unterschiedlich die Maßnahmen – von der Zwischennutzung leerstehender Bürogebäude bis zur beschleunigten Sanierung – auch erscheinen, sie eint ein Ziel: den steigenden Bedarf an Bildungsräumen in einer wachsenden Stadt kurzfristig und langfristig abzusichern. Inwiefern dies gelingt, bleibt jedoch weiter abzuwarten.

Quellen: frankfurt.de – Stadt Frankfurt am Main, Dezernat für Bildung, Immobilien und Neues Bauen, ABG FRANKFURT HOLDING GmbH

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