Mehr als 120 Jahre prägt das Scholvien-Haus eine markante Ecke der Hamburger Altstadt. Nun steht dem historischen Kontorhaus eine neue Phase bevor. Dabei soll sich hinter und über der Jugendstilfassade einiges verändern.

Das Scholvien-Haus am Glockengießerwall in Hamburg zeigt über dem historischen Eingangsbereich den Schriftzug „Scholvien-Haus“ und eine reich verzierte helle Fassade.

Details der historischen Fassade prägen das Scholvien-Haus am Glockengießerwall. Das denkmalgeschützte Kontorhaus soll nach dem Eigentümerwechsel neu gestaltet werden. / © Foto: Wikimedia Commons, Ajepbah, CC BY-SA 3.0 DE

© Titelbild: Wikimedia Commons, hh oldman, CC BY 3.0

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Das Scholvien-Haus am Glockengießerwall gehört zu den historischen Kontorhäusern im Zentrum Hamburgs. Nun haben DETERA Real Estate und die HASPA PeB das denkmalgeschützte Gebäude erworben. Die neuen Eigentümer wollen den Bestand nicht ersetzen, sondern weiterentwickeln. Geplant sind unter anderem neue Büroflächen, eine überarbeitete Lobby und eine Dachterrasse.

  • Bezirk: Hamburg-Mitte
  • Adresse: Glockengießerwall 26 / Ferdinandstraße 2a, 20095 Hamburg
  • Projektstatus: Immobilie erworben, Neupositionierung angekündigt
  • Fertigstellung: bislang nicht bekannt gegeben

Das Gebäude entstand 1904 und 1905 nach Plänen der Hamburger Architekten Werner Lundt und Georg Kallmorgen. Die offizielle Denkmalliste der Stadt führt das Scholvienhaus unter der Denkmal-ID 29149 als Kontorhaus. Sie dokumentiert zudem eine spätere Veränderung: 1927 wurde das Gebäude nach Entwürfen von Alfredo Puls und Emil Richter erweitert.

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Neue Eigentümer planen Umbau des Scholvien-Hauses

Besonders prägend ist die reich gegliederte Fassade. Das Haus steht an der Ecke Glockengießerwall und Ferdinandstraße, unweit der Binnenalster, der Hamburger Kunsthalle und des Hauptbahnhofs. Im Erdgeschoss befindet sich heute unter anderem ein rund 200 Quadratmeter großer Boffi-Showroom. Dessen Beschreibung verweist auf raumhohe Fenster zum Glockengießerwall und zur Ferdinandstraße sowie auf Rundbögen im historischen Mauerwerk.

DETERA hat das Haus gemeinsam mit der HASPA PeB erworben und will es weiterentwickeln. Die Planungen gehen dabei deutlich über eine Renovierung einzelner Räume hinaus. DETERA will die denkmalgeschützte Fassade aufarbeiten sowie Eingang und Lobby vollständig neu gestalten. Auch das Dach soll eine neue Struktur erhalten. Dort ist eine Dachterrasse als zusätzlicher Aufenthaltsbereich vorgesehen. Für Beschäftigte soll außerdem eine Fahrradgarage entstehen.

Flexible Büros hinter der historischen Jugendstilfassade

Auch im Inneren soll sich das Scholvien-Haus verändern. Die Grundrisse sollen künftig eine flexiblere und kleinteiligere Vermietung ermöglichen. Damit richtet sich das Gebäude nicht nur an große Büromieter, sondern soll Flächen für Unternehmen unterschiedlicher Größe und mit verschiedenen Arbeitsmodellen bieten.

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Das Vorhaben reiht sich damit in mehrere Projekte ein, bei denen historische Gewerbebauten in Hamburg für neue Nutzungsanforderungen angepasst werden. Beim denkmalgeschützten Klöpperhaus an der Mönckebergstraße wird ebenfalls historische Kontorhausarchitektur mit neuen Arbeits- und Nutzungsformen verbunden. In der Speicherstadt läuft mit der Revitalisierung des historischen Speicherblocks V ein weiteres großes Bestandsprojekt.

Die helle Fassade des Scholvien-Hauses in Hamburg ist mit Rundbogenfenstern, Erkern, Ornamenten und einem markanten runden Eckturm gestaltet.

Erker, Rundbogenfenster und zahlreiche Schmuckelemente bestimmen das Erscheinungsbild des Scholvien-Hauses. Die historische Fassade soll bei der geplanten Neugestaltung aufgearbeitet werden. / © Foto: Wikimedia Commons, Ajepbah, CC BY-SA 3.0 DE

Hamburgs Innenstadt verändert historische Bestandsgebäude

Auch andernorts verändert sich die Hamburger Innenstadt. Am Alten Wall 48 entsteht ein neuer Baustein eines gemischt genutzten Innenstadtquartiers. Gleichzeitig wird im Kontorhausviertel die Burchardstraße neu gestaltet. Beim Scholvien-Haus liegt der Schwerpunkt dagegen klar auf dem Erhalt und der Weiterentwicklung des bestehenden Gebäudes.

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Wann die Arbeiten am Glockengießerwall beginnen, ist derzeit noch offen. Fest steht nach der aktuellen Ankündigung lediglich, welche Richtung die Neugestaltung nehmen soll: Die historische Architektur soll erhalten bleiben, während Büros und Gemeinschaftsbereiche an heutige Anforderungen angepasst werden.

Scholvien-Haus Hamburg
Das denkmalgeschützte Scholvien-Haus in Hamburg soll modernisiert und als Bürostandort neu positioniert werden.

 

Quellen: DETERA Real Estate GmbH, HASPA PeB, Konii, DEAL-Magazin

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