Mit dem Neubau der Schönhauser-Allee-Brücke beginnt im Herbst eine mehrjährige Großbaustelle mitten in Prenzlauer Berg. Wie laut es für die Anwohnerinnen und Anwohner tatsächlich wird, lässt der Senat bislang weitgehend offen.

Ansicht der bestehenden Schönhauser-Allee-Brücke in Prenzlauer Berg vor Beginn der Bauarbeiten.

Die Schönhauser-Allee-Brücke in Prenzlauer Berg wird in den kommenden Jahren durch einen Ersatzneubau ersetzt. Die Nachbarschaft muss sich auf Einschränkungen einstellen. / © Foto: Wikimedia Commons, Marek Mróz, CC BY 4.0

© Titelbild: SenMVKU

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Die Schönhauser Allee steht vor einer grundlegenden Veränderung: Ab Oktober soll die bestehende Brücke über die Gleisanlagen und den Straßenraum Schritt für Schritt durch einen Neubau ersetzt werden. Das Projekt ist notwendig, weil die vorhandene Konstruktion langfristig nicht erhalten werden kann. Für das stark frequentierte Umfeld bedeutet der Ersatzneubau eine mehrjährige Bauphase mit Eingriffen in Straßenverkehr, U-Bahn- und S-Bahn-Infrastruktur.

Bereits seit Längerem ist absehbar, dass die Arbeiten den Alltag im Quartier erheblich verändern werden. Die Schönhauser Allee gehört zu den wichtigsten Verkehrsachsen im Berliner Nordosten. Während der Bauzeit sind Sperrungen, Umleitungen und Änderungen im öffentlichen Nahverkehr vorgesehen. Gleichzeitig müssen Gewerbetreibende, Lieferverkehr und Fuß- und Radverkehr mit den Einschränkungen auf engem innerstädtischem Raum umgehen.

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  • Bezirk: Pankow
  • Standort: Schönhauser Allee, Bereich unter dem U2-Viadukt
  • Vorbereitende Arbeiten: ab Oktober 2026
  • Hauptbauphase: ab 2028 bis 2032
  • Bauarbeiten: v.a. Werktags zwischen 7:00 und 20:00 Uhr
  • Betroffene Infrastruktur: U-Bahn, Straßenverkehr, S-Bahn

Schönhauser Allee: Abriss, Gründung und neue Brückenträger

Nun steht zusätzlich die Frage im Mittelpunkt, wie laut die Baustelle werden wird. Nach einer aktuellen Antwort des Senats auf eine Schriftliche Anfrage der SPD-Abgeordneten Linda Vierecke sollen die Arbeiten grundsätzlich werktags zwischen 7 und 20 Uhr stattfinden. Bestimmte Bauabschnitte können jedoch auch nachts sowie an Sonn- und Feiertagen erforderlich sein.

Betroffen sein könnten insbesondere der Rückbau der bestehenden Brücke, die Herstellung von Bohrpfahlgründungen und die Montage der neuen Brückenträger. Für diese Arbeiten werden voraussichtlich Ausnahmegenehmigungen zum Lärmschutz notwendig. Wie viele Nächte und Wochenenden tatsächlich betroffen sein werden, lässt sich derzeit allerdings noch nicht verbindlich sagen, da die endgültige Bauablaufplanung noch aussteht.

Eine Visualisierung zeigt, wie die Schönhauser-Allee-Brücke einmal aussehen soll.

So soll die neue Schönhauser-Allee-Brücke nach dem Ersatzneubau aussehen. Die Bauarbeiten sollen im Oktober 2026 beginnen. / © Visualisierung: SenMVKU

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Großbaustelle Schönhauser Allee: Konkrete Dezibelwerte noch offen

Auch bei den erwarteten Lärmpegeln bleibt der Senat zunächst allgemein. Konkrete Dezibelwerte für die nächstgelegenen Wohngebäude nennt die Antwort nicht. Die tatsächliche Geräuschentwicklung werde vom jeweiligen Einsatz der Maschinen und Geräte abhängen. Vorgaben für lärmarme Bauverfahren und Baumaschinen seien jedoch Bestandteil der Ausschreibungsunterlagen.

Erschütterungen werden vor allem beim Rückbau der alten Brücke erwartet. Für die Spezialtiefbauarbeiten seien dagegen erschütterungsarme Verfahren vorgesehen. An den umliegenden Gebäuden sollen während der gesamten Bauzeit Erschütterungs- und geodätische Messungen erfolgen. Über festgelegte Grenz- und Alarmwerte soll bei möglichen Problemen frühzeitig eingegriffen werden.

Ersatzverkehr für die M1 noch nicht festgelegt

Auch beim Ersatzverkehr der M1 sind wichtige Details noch offen. Route, Ersatzhaltestellen, Taktung und Antriebsart befinden sich nach Angaben des Senats noch in der Abstimmung. Die konkreten Maßnahmen sollen erst mit der verkehrsrechtlichen Anordnung festgelegt werden.

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Für die Anwohnerschaft soll während der Bauzeit eine zentrale Ansprechperson zur Verfügung stehen. Der sogenannte „Brückenläufer“ soll Hinweise zu Lärm und Erschütterungen telefonisch und per E-Mail entgegennehmen. Damit steht der genaue Umfang der Belastungen wenige Wochen vor Aufnahme der Bauarbeiten noch nicht fest; der mehrjährige Umbau der Schönhauser Allee wird das Quartier jedoch deutlich prägen.

Neubau der Schönhauser-Allee-Brücke (Prenzlauer Berg)

Quellen: Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, Drucksache 19 / 26 841, Schriftliche Anfrage

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