In Prenzlauer Berg startet im Herbst der Ersatzneubau der Schönhauser Allee-Brücke. Die Verkehrsplanung sieht jahrelange Einschränkungen für Tram, Auto-, Rad- und Fußverkehr vor.
Schönhauser Allee-Brücke (Prenzlauer Berg)
© Titelbild: SenMVKU
In Prenzlauer Berg laufen an der Dunckerbrücke bereits die Arbeiten für einen Ersatzneubau. Auch an der Schönhauser Allee-Brücke steht der Neubau bevor. Nach aktueller Planung beginnen ab Oktober 2026 erste vorbereitende Arbeiten. Die Hauptbauphasen sollen von 2028 bis 2032 laufen. Welche Einschränkungen kommen auf den Kiez zu?
- Bezirk: Pankow
- Bauwerk: Schönhauser Allee-Brücke
- Lage: Schönhauser Allee über Ringbahn
- Bauzeit: rund 4 Jahre
- Vorbereitende Arbeiten: ab Oktober 2026
- Fertigstellung: 2032
- Kosten: ca. 50 Millionen Euro
Der Ersatzneubau der Schönhauser Allee-Brücke betrifft einen der wichtigsten Verkehrsknoten im Norden Berlins. Die Brücke liegt zwischen den Schönhauser Allee Arcaden, dem S- und U-Bahnhof und mehreren Wohnquartieren. Sie verbindet Verkehr auf mehreren Ebenen: unten die Ringbahn, auf Straßenniveau Autos, Tram, Rad- und Fußverkehr, darüber die U2. Die Senatsverwaltung plant deshalb mehrere Bauphasen.

Die Visualisierung zeigt die neue Schönhauser-Allee-Brücke mit zusätzlichen Stützstrukturen. / © Visualisierung: SenMVKU
Verkehrsplanung für die Schönhauser Allee-Brücke
Die Verkehrsplanung sieht vor, den motorisierten Verkehr, den Radverkehr und den Fußverkehr während des Ersatzneubaus jeweils über die noch befahrbare Brückenseite zu führen. Für Radfahrende sollen eigene Radfahrstreifen entstehen. Der geschützte Radstreifen der Schönhauser Allee soll nach dem Neubau über die Brücke weitergeführt werden.
Deutlich stärker trifft das Projekt die Straßenbahnlinie M1. Der durchgehende Tramverkehr soll während der Bauzeit unterbrochen werden. Südlich der Schönhauser Allee-Brücke endet die M1, nördlich richtet die BVG einen Ersatzverkehr ein. Nach Angaben des Senats soll der Schienenersatzverkehr unter anderem über die Schivelbeiner Straße und die Schönfließer Straße laufen. Die genaue Taktung steht noch nicht fest.
Einschränkungen für U2 und Co. durch Neubau der Schönhauser Allee-Brücke
Auch S-Bahn und U-Bahn bleiben nicht ohne Einschränkungen. Die Senatsverwaltung rechnet während einzelner Bauphasen mit zeitweisen Unterbrechungen. Dann sollen in Prenzlauer Berg Ersatzverkehre eingerichtet werden. Die U2 fährt auf dem Hochbahnviadukt, dessen Gründung im Zuge des Projekts ebenfalls erneuert werden muss.
Für die Nachbarschaft geht es vor allem um Ausweichverkehr. Der Senat erklärt, dass der Verkehr über das übergeordnete Straßennetz laufen soll. Eine gezielte Führung durch Wohnquartiere wie Arnimkiez oder Gleimviertel ist nicht vorgesehen. Die konkrete Abstimmung zu Einbahnstraßen, Durchfahrtsbeschränkungen und weiteren verkehrsorganisatorischen Maßnahmen läuft aber noch.

Neue Spurenaufteilung: Auf der neuen Schönhauser-Allee-Brücke wird dem Fahrradverkehr mehr Raum eingeräumt werden. / © Visualisierung: SenMVKU
Keine Leitungsbrücke in der Dänenstraße wegen Schönhauser Allee-Brücken-Neubau
Eine ursprünglich geplante Leitungsbrücke in der Dänenstraße soll entfallen. Stattdessen sollen technische Lösungen im Bereich der Schönhauser Allee die bauzeitliche Leitungsführung sichern. Der Verbindungsweg für Fuß- und Radverkehr in den Kiez soll während der Bauzeit erhalten bleiben.
Nach dem Ersatzneubau sollen auch die Tramhaltestellen barrierefrei ausgebaut und unter das Hochbahnviadukt verlegt werden. Dadurch sollen die Umstiege zwischen S-Bahn, U-Bahn und Straßenbahn besser funktionieren. Parallel plant der Senat den Ersatzneubau der Schönfließer Brücke für den Zeitraum 2027 bis 2028.
Quellen: Schriftliche Anfrage Abgeordnetenhaus Berlin, Drucksache 19/25862, Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, ADFC Berlin, Berliner Morgenpost
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