In Schöneweide ist mit der „Süd Ost Galerie“ eine 450 Meter lange Graffiti-Galerie an der Minna-Todenhagen-Straße entstanden. Das Projekt verbindet Anwohner, Künstler und Stadtentwicklung.

Comicartige Motive und urbane Kunst verbinden sich in der Süd Ost Galerie zu einer durchgehenden Ausstellung. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
In Berlin-Schöneweide ist entlang der Minna-Todenhagen-Straße eine neue Graffiti-Galerie entstanden. Die sogenannte „Süd Ost Galerie“ erstreckt sich über eine Länge von rund 450 Metern und befindet sich direkt an der Kleingartenanlage „Grüne Aue“. Die Lärmschutzwand, die bislang vor allem eine funktionale Rolle erfüllte, dient nun als durchgehende Ausstellungsfläche für Streetart.
- Adresse: Minna-Todenhagen-Straße, Schöneweide
- Bezirk: Treptow-Köpenick
- Länge: 450 Meter
- Eröffnung: März 2026
Täglich passieren tausende Fahrzeuge die Straße im Bezirk Treptow-Köpenick. Die Wand trennt den Verkehr vom parallel verlaufenden Grenzweg. Vor der Umgestaltung prägte eine weitgehend graue Fläche das Bild. Heute zeigt sich dort eine durchgehende Galerie mit großformatigen Arbeiten internationaler und lokaler Künstler. Die Motive reichen von figürlicher Kunst bis hin zu klassischen Graffiti-Schriftzügen.

Unterschiedliche Stile prägen die Graffiti-Galerie und zeigen die Vielfalt internationaler Künstler. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
„Süd Ost Galerie“ von mehr als 20 Künstlern
Initiator des Projekts ist der Berliner Graffiti-Künstler Mark Marquardt, in der Szene als Akte One bekannt. Er entwickelte das Konzept und brachte Streetart-Künstler aus verschiedenen Ländern zusammen. Insgesamt beteiligten sich mehr als 20 Künstlerinnen und Künstler an der Gestaltung der Wand.
Vor Ort zeigt sich eine große stilistische Bandbreite. Auf den Fotos sind unter anderem detailreiche Porträts, comicartige Figuren sowie abstrahierte Schriftzüge zu sehen. Die Wand wirkt dadurch wie eine zusammenhängende, aber vielseitige Ausstellung im öffentlichen Raum.

Die Graffiti-Galerie verläuft parallel zur Minna-Todenhagen-Straße und trennt Verkehr und Kleingartenanlage. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
„Süd Ost Galerie“ mit klarer Verbindung zur Berliner Szene
Die Arbeiten entstanden über mehrere Monate hinweg zwischen April und Oktober des vergangenen Jahres. Der mittlere Abschnitt der Wand bildet das Kernprojekt „In The Mix“. Hier gestalteten 15 Künstler jeweils eigenständige Werke. Sie benötigten im Schnitt rund drei Tage pro Motiv. Die angrenzenden Bereiche wurden gezielt von lokalen Graffiti-Akteuren gestaltet, um die Verbindung zur Berliner Szene zu sichern.
Das Projekt kam ohne klassische Sponsoren aus. Ein Teil der Materialien wurde durch Sachspenden bereitgestellt, der restliche Aufwand wurde von den beteiligten Künstlern getragen. Ergänzend dokumentiert ein Buch mit dem Titel „AKTE ONE & Friends – In the Mix“ die Entstehung der Arbeiten.

Ein comicartig gestaltetes Auto-Motiv prägt einen Abschnitt der Süd Ost Galerie in Schöneweide entlang der Minna-Todenhagen-Straße. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Schöneweide: Wirkung der „Süd Ost Galerie“ auf Anwohner
Die Graffiti-Galerie verändert das direkte Umfeld der Minna-Todenhagen-Straße für die Anwohner sichtbar. Entlang des Grenzweges nutzen sie die Strecke nun verstärkt zum Spazieren und Fotografieren.
Die Galerie erfüllt neben der gestalterischen Funktion weiterhin ihre ursprüngliche Aufgabe als Lärmschutzwand. Für die Baubranche zeigt das Projekt, wie Infrastrukturflächen gestalterisch aufgewertet werden können, ohne ihre eigentliche Funktion zu verlieren.

Die Süd Ost Galerie in Schöneweide zeigt auf 450 Metern eine durchgehende Graffiti-Galerie entlang der Minna-Todenhagen-Straße. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
„Süd Ost Galerie“ (Treptow-Köpenick)
Quellen: Berliner Kurier, TAZ, RBB24
Jetzt PLUS-Kunde werden
Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.
Tags (Schlagwörter) zu diesem Beitrag
One Comment
Hinterlasse einen Kommentar Antwort abbrechen
Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.



Es ist gut das es mehr legale Wände gibt, leider fehlen Konzepte wie das malen mit der Dose nachhaltiger gestaltet werden kann, z.B. Pfand auf Dosen um diese zu recyclen, bzw. wieder zu verwenden