In Berlin-Schöneweide entsteht in der Ostendstraße 1–14 mit dem Quartier „BE-U Behrens-Ufer“ ein großes Neubauprojekt. Die Baustelle ist weithin sichtbar. Aber einen sichtbaren Fortschritt gibt es nicht. Stattdessen gibt es viele offene Fragen und keine Antworten.

Mehrere Gebäude am Behrens-Ufer sind eingerüstet, doch die Baustelle wirkt weitgehend verlassen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
In Schöneweide sollte sich mit dem „BE-U Behrens-Ufer“ in der Ostendstraße 1–14 eines der größten Neubauprojekte im Südosten Berlins entwickeln. Seit dem Baustart im Jahr 2023 galt das Projekt als zentraler Baustein für die Weiterentwicklung im Bezirk Treptow-Köpenick. Der aktuelle Eindruck vor Ort wirft jedoch Fragen auf.
- Adresse: Ostendstraße 1–14
- Bezirk: Treptow-Köpenick (Schöneweide)
- Bauwerksart: Quartiersentwicklung (Gewerbe)
Die Baustelle ist weiterhin klar erkennbar. Große Teile der Bestandsgebäude sind eingerüstet und mit Schutzplanen verhüllt. Im Innenbereich steht unter anderem ein Betonmischer. Gleichzeitig fehlt ein entscheidender Faktor: sichtbare Bautätigkeit.

Blick durch ein verschlossenes Tor auf den Innenhof der Baustelle mit Betonmischer, jedoch ohne erkennbare Aktivität. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Kaum Aktivität auf der Baustelle am „BE-U Behrens-Ufer“
Unter der Woche, selbst am Nachmittag, sind nach Beobachtungen vor Ort keine Arbeiter zu sehen. Und das, obwohl die Arbeitszeiten beim Projekt Behrens-Ufer laut Website-Angaben der Züblin AG montags bis freitags bis 19 Uhr reichen sollten. Für ein Projekt dieser Größenordnung ist das ungewöhnlich.
Die Zufahrt wird zwar von Sicherheitspersonal bewacht. Ein regulärer Baustellenbetrieb ist jedoch nicht erkennbar. Auch aus der Anwohnerschaft kommen ähnliche Hinweise. Dort verdichtet sich der Eindruck, dass die Arbeiten aktuell ruhen könnten. Dazu kommt: Die Projekt-Website ist nicht erreichbar.

Die eingerüstete Fassade am Behrens-Ufer ist vollständig verhüllt, doch sichtbare Bauarbeiten bleiben aus. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Projektstopp beim „BE-U Behrens-Ufer“? Offizielle Stelle bleibt vage
Auf Anfrage von ENTWICKLUNGSSTADT reagierte der Projektträger ausweichend. Die Antwort – auch auf die Frage, ob das Projekt gestoppt sei – lautet: „Leider können wir uns zum aktuellen Zeitpunkt hierzu nicht äußern und bitten um Ihr Verständnis. Sobald wir in der Lage sind, Ihnen konkrete Informationen zu geben, werden wir uns gerne mit Ihnen in Verbindung setzen.“
Eine klare Einordnung fehlt. Wurden die Bauarbeiten gestoppt, oder handelt es sich lediglich um eine temporäre Unterbrechung? Gibt es wirtschaftliche oder planerische Gründe? Aktuell bleiben diese Fragen offen.

Großflächig eingerüstete Bestandsgebäude am Behrens-Ufer in Schöneweide zeigen den aktuellen Stand der Sanierungsarbeiten in der Ostendstraße 1–14. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Sanierung und Neubau – Stand beim „BE-U Behrens-Ufer“ unklar
Ursprünglich lag der Fokus auf der Sanierung der historischen Industriegebäude. Dazu zählen Arbeiten an Fassaden, Tragstrukturen und technischer Infrastruktur.
Der denkmalgeschützte Behrensbau aus dem Jahr 1917 sollte das Zentrum des Quartiers bleiben. Parallel waren Neubauten geplant: mehrere Hochhäuser, Flächen für Gewerbe, Produktion und Forschung, Gastronomie und öffentliche Nutzungen sowie neue Energieinfrastruktur mit nachhaltigem Ansatz. Ob und in welchem Umfang diese Planungen aktuell weiterverfolgt werden, ist offen.

Informationsflächen vor Ort geben Einblick in die Planung des Neubauprojekts Behrens-Ufer in Schöneweide. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
„BE-U Behrens-Ufer“: Mehr Fragen als Antworten
Das Projekt galt als langfristige Transformation eines Industrieareals zu einem modernen Quartier. Der aktuelle Zustand vor Ort passt nicht zu diesem Anspruch.
Zwar gibt es sichtbare Vorbereitung, aber keine erkennbare Umsetzung. Zwar ist eine Baustellenstruktur vorhanden, aber keine Aktivität. Zwar gibt es eine offizielle Kommunikation, aber ohne konkrete Aussagen. Der ursprüngliche Fertigstellungszeitpunkt von 2028 ist derzeit nicht belastbar. Die Entwicklung am Behrens-Ufer bleibt vorerst unklar.
„BE-U Behrens-Ufer“ (Schöneweide)
Quellen: Strabag SE, GASAG Solution Plus GmbH, Züblin, Die AG, PB3C
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2 Kommentare
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Ja, ist erstmal mausetot…
Natürlich gestoppt. DIE AG hat doch verkauft. Habt ihr doch selber berichtet, oder war allgemein in der Presse..
Spreebrücke auch gestrichen…
ASML sucht dennoch weiter für den neuen Standort in OSW…
??