An der Schlüterstraße 44 in Charlottenburg verändert sich das Straßenbild deutlich. Die Fassade des neuen Büro- und Geschäftshauses ist inzwischen weitgehend sichtbar und überrascht mit roten Akzenten. Im November 2026 soll der Neubau fertiggestellt werden.

Die Visualisierung zeigt die geplante Straßenfassade des Büro- und Geschäftshauses Schlüterstraße 44 in Charlottenburg. In der aktuellen Ausführung weist die Fassade abweichend davon rote Elemente auf. / © Visualisierung: christoph ingenhoven und ingenhoven associates
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
In der Schlüterstraße 44 verändert sich das Bild der Baustelle deutlich. Wo vor wenigen Monaten noch Gerüste und Schutznetze den Neubau verdeckten, lässt sich die Gestaltung des Büro- und Geschäftshauses inzwischen gut erkennen. Damit zeigt sich erstmals, wie stark der Neubau den Straßenraum nahe dem Kurfürstendamm verändern wird.
- Bezirk: Charlottenburg-Wilmersdorf
- Adresse: Schlüterstraße 44, 10707 Berlin
- Projekt: Neubau eines Büro- und Geschäftshauses
- Projektstatus: Fassade weitgehend sichtbar, Ausbau läuft
- Fertigstellung: November 2026
Noch Anfang Juni war von der künftigen Gestaltung wenig zu sehen. Gerüste und Schutznetze verdeckten große Teile des Gebäudes an der Schlüterstraße 44. Inzwischen ist die Straßenfassade auf weiten Abschnitten freigelegt. Helle Fassadenflächen, große Fenster und kräftig rote Elemente zwischen einzelnen Fensterachsen prägen das Bild.
Schlüterstraße 44: Fassadenbau umfasst mehr als 1.100 Quadratmeter
Besonders auffällig sind die weit aus der Fassadenebene herausragenden schwarzen Erker. Sie unterbrechen das regelmäßige Raster und geben der Front mehr Tiefe. Hinzu kommen Loggien beziehungsweise zurückgesetzte Bereiche mit dunklen Geländern. Die roten Fassadenelemente setzen dazu einen deutlichen Kontrast.
Wie aufwendig die Gebäudehülle ausfällt, zeigen Angaben des Fassadenbauers Medicke. Das Unternehmen erhielt von der Thomas Bscher Beteiligungsgesellschaft den Auftrag zur Fertigung und Montage. Im Erdgeschoss umfasst die Aluminium-Glas-Pfosten-Riegel-Konstruktion 223 Quadratmeter. Für die Obergeschosse nennt Medicke weitere 882 Quadratmeter Aluminium-Glas-Fenster. Dazu kommen Erkerkonstruktionen aus Stahl sowie Fassadenelemente und Stahlgeländer am obersten Geschoss.

Vor dem Neubau an der Schlüterstraße 44 laufen weiterhin Bauarbeiten. Große Teile der neuen Fassade sind von der Straße aus jedoch bereits zu erkennen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
City West: Auf dem Grundstück standen zuvor rund 30 Wohnungen
Mit dem Neubau ist an der Schlüterstraße 44 nicht nur eine neue Fassade entstanden. Auch die Nutzung des Grundstücks hat sich grundlegend verändert: Wo heute Büro- und Geschäftsflächen entstehen, stand bis vor wenigen Jahren noch ein Wohnhaus aus den 1960er-Jahren. Nach Angaben des Berliner Mietervereins umfasste es 30 Wohnungen und war mit öffentlichen Fördermitteln errichtet worden. Der frühere Bestand wurde für den Büro-Neubau vollständig abgerissen.
Das Bezirksamt hatte bereits 2021 ein sogenanntes Negativattest ausgestellt. Grundlage war eine wirtschaftliche Prüfung. Das Bezirksamt kam dabei zu dem Ergebnis, dass kein nach dem Zweckentfremdungsrecht geschützter Wohnraum mehr vorliege. Deshalb musste der Eigentümer für den Abriss keinen Ersatzwohnraum schaffen. Der Berliner Mieterverein kritisierte diese Entscheidung deutlich.
Büro-Neubau in Charlottenburg soll im November 2026 fertig werden
Vom Erdgeschoss bis zum sechsten Obergeschoss sind nun Büro- und Geschäftsflächen vorgesehen. Nach der bislang veröffentlichten Planung soll der Neubau im November 2026 fertiggestellt werden. Vor allem im Erdgeschoss und im direkten Umfeld des Gebäudes laufen derzeit noch verschiedene Arbeiten.
Die prägende Straßenfassade ist dagegen bereits weitgehend ablesbar. Damit erhält die Schlüterstraße zwischen Kurfürstendamm und Lietzenburger Straße schon vor der vollständigen Fertigstellung ein deutlich verändertes Erscheinungsbild.
Büro- und Geschäftshaus Schlüterstraße 44
Quellen: Medicke GmbH, Kasimir Bau, Berliner Mieterverein
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