In Schipkau (Lausitz) entsteht derzeit das höchste Windrad der Welt, fast so hoch wie der Berliner Fernsehturm. Das Projekt soll zeigen, wie stärkere Höhenwinde die Effizienz der Windenergie deutlich steigern können. Im Sommer 2026 soll das Windrad in Betrieb gehen.

Ein Windrad der Superlative wächst in der Lausitz in den Himmel. Das Projekt in Schipkau testet neue Bauweisen und Potenziale für die Windkraft an Land. / © Foto: Wikimedia Commons, Ra Boe CC BY-SA 3.0 DE
© Titelbild: Wikimedia Commons, Dietmar Rabich
In der Lausitz entsteht derzeit ein Bauwerk, das die Dimensionen der klassischen Windenergie deutlich hinter sich lässt. In der brandenburgischen Gemeinde Schipkau wird das nach Angaben der Projektverantwortlichen höchste Windrad der Welt errichtet.
Das sogenannte Höhenwindrad des Unternehmens GICON erreicht eine Gesamthöhe von rund 365 Metern und ist damit fast so hoch wie der Berliner Fernsehturm. Ziel des Projekts ist es, die Windenergie effizienter zu machen, indem deutlich stärkere und konstantere Höhenwinde genutzt werden.
365-Meter-Windrad in der Lausitz: Warum Windkraft in 300 Metern Höhe effizienter ist
Während konventionelle Windkraftanlagen Nabenhöhen von 150 bis 170 Metern erreichen, setzt das Projekt in Schipkau auf eine Nabenhöhe von rund 300 Metern. In diesen Höhen weht der Wind nicht nur stärker, sondern vor allem gleichmäßiger.
Schwankungen, wie sie bodennah auftreten, sind geringer. Nach Berechnungen von GICON soll die Energieausbeute dadurch um bis zu 40 Prozent höher ausfallen als bei herkömmlichen Anlagen. Das Höhenwindrad ist damit als technologischer Testfall gedacht, um neue Potenziale für die Windenergie an Land zu erschließen.
Rekord-Windrad bei Schipkau: Innovative Konstruktion mit Stahlfachwerkturm
Technisch beschreitet das Projekt neue Wege. Der Turm besteht aus einer Stahlfachwerkkonstruktion, die in einzelnen Segmenten errichtet wird. Im Inneren befindet sich ein verschiebbarer Turm, der die Montage der Anlage in großer Höhe ermöglichen soll.
Dieses Bauprinzip unterscheidet sich deutlich von den heute üblichen massiven Stahl- oder Betontürmen und soll trotz der enormen Höhe wirtschaftlich bleiben. Gleichzeitig erlaubt die modulare Bauweise den Transport und Aufbau auch abseits klassischer Schwerlastinfrastruktur.
Modellprojekt in der Lausitz: Prototyp mit Signalwirkung für die Energiewende?
Das Windrad in Schipkau ist ausdrücklich als Prototyp konzipiert. Ob und in welchem Umfang sich Höhenwindräder künftig durchsetzen, hängt von den Erfahrungen im Betrieb, den Kosten und der Akzeptanz ab.
Die Inbetriebnahme ist derzeit für den Sommer 2026 geplant. Sollte das Konzept funktionieren, könnte es vor allem in Regionen mit begrenzten Flächen neue Optionen eröffnen. Gerade in dicht besiedelten Ländern wie Deutschland gilt die effizientere Nutzung vorhandener Standorte als zentraler Baustein der Energiewende.
Quellen: GICON, Heise, MOZ, Wikipedia
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8 Kommentare
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Juni ’25: Stromeinspeisung in Berlin und Brandenburg: Anteil der Erneuerbaren springt über 50-Prozent-Marke https://www.tagesspiegel.de/berlin/berliner-wirtschaft/stromeinspeisung-in-berlin-und-brandenburg-anteil-der-erneuerbaren-springt-uber-50-prozent-marke-13809622.html
In Berlin sind es nur 5,6 %, was wohl vor allem daran liegt das so wenig Gebäude über Solarpanels verfügen. Russland, Katastrophen, wenigstens tut sich was im Nachbarland Brandenburg mit mehr als 50 % Anteil.
Es ist Baustopp am größten Windrad, es wird nicht das höchste der Welt, China baut das größten der Welt. Der Stahl kommt aus Dubei die Teile passen nicht wegen dem Temperaturunterschied. Es ist eine Fehlkonstrucktion!!! Im Nachbarort Lauchhammer gibt es TAKRAF die bauten Tagebaugroßgeräte für die Welt die konnten das. Nein man ordert Stahlteile aus Dubai. Ein Politikum? Völlige Dummheit!!! Es wird gelogen und fehlentschieden.
Bitte Quelle für Ihre „News“ nennen. Ich find im Faktencheck bisher nichts.
Ich arbeite bei einer der Firmen die maßgeblich am Bau beteiligt sind. Die Sache mit dem Stahl spricht sich bei uns schon länger rum…es gibt noch ganz andere Geschichten. Vom Bewehrungsstahl der Fundamente fang ich lieber mal nicht an…
Wir brauchen Speicher sonst wissen wir nicht wohin mit den Stromspitzen und müssen dem Ausland Geld geben dafür. Das ist hier die Erzählung die Unmut auslöst.
Im derzeitigen Ausbaustadium braucht es noch gar nicht so sehr viele Speicher. Es werden immer mehr intelligente Stromzähler eingebaut, die man jedoch nicht nutzen kann. Alleine durch entsprechende Tarife und eine dadurch erreichbare Umverteilung der Nutzungszeiten könnten die Spitzen, die zu negativen Strompreisen führen, ohne Weiteres abgebaut werden. Setzt natürlich auch voraus, dass es noch eine genügende Anzahl an Menschen gibt, die mitdenken (wollen und können).
Stahl kommt aus Dubei die Teile passen nicht wegen dem Temperaturunterschied
Richtig:
Stahl kommt aus Dubai die Teile Passen nicht wegen des Temperaturunterschiedes.
Schmerzt beim Lesen..
Ihr groß geschriebenes „Passen“ schmerzt aber auch ganz schön. Aber sonst haben Sie schon recht: Genitiv ins Wasser, weil es Dativ ist!