Die Schillingpromenade in Berlin-Mitte soll grüner und ruhiger werden. Der Siegerentwurf zeigt neue Plätze, Spielbereiche und mehr Aufenthaltsqualität.

Der Gesamtplan zeigt den Siegerentwurf für die Schillingpromenade mit Grünflächen, Baumreihen, Spielplätzen und neu geordneten öffentlichen Räumen.

Der Gesamtplan zeigt die Schillingpromenade als durchgehende grüne Verbindung zwischen dem Bereich Jannowitzbrücke und der Karl-Marx-Allee. / © Visualisierung: Bezirksamt Mitte / Franz Reschke Landschaftsarchitektur GmbH

© Titelbild: Bezirksamt Mitte / Franz Reschke Landschaftsarchitektur GmbH

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Die Pläne für die Schillingpromenade werden konkret. Aus den zwölf eingereichten Entwürfen hat das Preisgericht einen Sieger bestimmt. Das Konzept verändert die Schillingstraße nicht radikal, sondern entwickelt ihre vorhandenen Qualitäten weiter. Dabei geht es um weit mehr als neue Bäume und Bänke: Zwischen Jannowitzbrücke und Karl-Marx-Allee soll ein zusammenhängender öffentlicher Raum entstehen, der die Geschichte des Ortes aufnimmt und zugleich auf Klima, Verkehr und neue Nutzungen reagiert.

  • Bezirk: Berlin-Mitte
  • Ort: Schillingpromenade zwischen Holzmarktstraße/Jannowitzbrücke und Karl-Marx-Allee
  • Projektstatus: Wettbewerb entschieden
  • Baubeginn: voraussichtlich ab 2030

Einen Tag nach der öffentlichen Präsentation der Entwürfe trat am 28. August 2026 das Preisgericht zusammen. Unter Vorsitz des Landschaftsarchitekten Till Rehwaldt setzte sich Franz Reschke Landschaftsarchitektur durch. Der zweite Preis ging an GRIEGER HARZER DVORAK aus Berlin, Rang drei an 1:1 landskab aus dem dänischen Valby. Anerkennungen erhielten Bruun & Möllers aus Hamburg sowie QUERFELDEINS aus Dresden.

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Die Visualisierung zeigt einen neu gestalteten Spielplatz an der Schillingpromenade mit Spielgeräten, Bäumen, Sitzbänken sowie Kindern und Erwachsenen.

Auch die Spielplätze gehören zur Neugestaltung der Schillingpromenade. Der Siegerentwurf verbindet Spielangebote mit schattigen Aufenthaltsbereichen und viel Grün. / © Visualisierung: Bezirksamt Mitte / Franz Reschke Landschaftsarchitektur GmbH

Schillingpromenade: Siegerentwurf setzt auf Bestand, Grün und neue Aufenthaltsorte

Die Jury überzeugte beim Siegerentwurf vor allem der Umgang mit dem vorhandenen Stadtraum. Der Entwurf soll den Charakter der Schillingpromenade als grünen, fließenden Raum erhalten und zugleich an heutige Anforderungen anpassen. Neue Oberflächen, mehr nutzbare Freiräume und eigens für den Ort entwickelte Spielangebote gehören zu den zentralen Elementen. Die Planung soll außerdem flexibel genug bleiben, um Nutzungen später anpassen zu können.

Die veröffentlichten Visualisierungen und Lagepläne zeigen, wie weit dieser Ansatz reicht. Am südlichen Stadtplatz bleibt der Pfauenbrunnen als Mittelpunkt erhalten. Bäume, Rasen- und Pflanzflächen rahmen den Platz, während Gastronomie und Sitzmöglichkeiten die Ränder beleben sollen. Der Pfauenbrunnen war bereits ausdrücklich Teil der Wettbewerbsaufgabe: Er soll erhalten bleiben und dauerhaft betrieben werden können.

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Weiter nördlich sieht der Siegerentwurf eine Folge unterschiedlicher Aufenthaltsräume vor. Die beiden Spielbereiche erhalten eine neue Gestaltung mit eigenständigen Spielobjekten. Dazwischen liegen Wege, Sitzplätze und dicht bepflanzte Flächen. Die Grundidee entspricht damit der Aufgabenstellung des Wettbewerbs: Trotz verschiedener Teilräume soll die Schillingpromenade künftig als zusammenhängende Achse erkennbar sein.

Der Detailplan des Siegerentwurfs zeigt einen Abschnitt der Schillingpromenade mit Bäumen, Grünflächen, Sitzbänken, Stadtplatz und neu geordneten Wegen.

Im zentralen Bereich der Schillingpromenade plant das Siegerbüro begrünte Aufenthaltsflächen, neue Sitzmöglichkeiten und flexibel nutzbare Platzbereiche. / © Visualisierung: Bezirksamt Mitte / Franz Reschke Landschaftsarchitektur GmbH

28.500 Quadratmeter zwischen Jannowitzbrücke und Karl-Marx-Allee

Das Wettbewerbsgebiet umfasst rund 28.500 Quadratmeter. Es reicht von der Holzmarktstraße im Süden bis zur Karl-Marx-Allee im Norden und gliedert sich in mehrere Bereiche.

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Gerade der Verkehr spielt eine wichtige Rolle. Die Wettbewerbsauslobung verlangte ausdrücklich, eine Neuordnung des Straßenraums zu prüfen. Dabei dürfen auch Kfz-Stellplätze entfallen. Fuß-, Rad- und Autoverkehr sowie Aufenthaltsflächen und Spielplätze sollen künftig klarer organisiert werden. Bestehende Trampelpfade werteten die Planer sogar als Hinweise darauf, wo das heutige Wegenetz nicht ausreichend funktioniert.

Schillingstraße war eine der frühen DDR-Fußgängerpromenaden

Der historische Hintergrund bestimmt die Planung ebenfalls. Die Schillingstraße entstand 1963 als eine der ersten Fußgängerpromenaden der DDR. Hochbeete, Baumreihen, Schmuckwände und eingeschossige Verkaufspavillons machten sie zu einer Nahversorgungs- und Flanierachse des neuen Wohngebiets. Nach 1990 verlor die Straße jedoch zunehmend diese Funktion.

Die neue Planung soll deshalb nicht einfach einen vollständig neuen Stadtraum schaffen. Historische Elemente wie Hochbeete, Brunnen, Bodenbeläge und Sitzbereiche sollen geprüft, aufgenommen und weiterentwickelt werden. Gleichzeitig muss die Gestaltung auf nachträgliche Veränderungen reagieren. Zäune, Hecken und Nebenanlagen haben frühere Sicht- und Wegebeziehungen teilweise unterbrochen. Der Wettbewerb suchte deshalb nach einer Lösung, die den ursprünglichen Gedanken des offenen, „fließenden Raums“ wieder stärker sichtbar macht.

Der Lageplan zeigt den geplanten Stadtplatz der Schillingpromenade mit Pfauenbrunnen, Bäumen, Rasenflächen, Sitzbänken und Gastronomie.

Der Siegerentwurf für die Schillingpromenade sieht am südlichen Stadtplatz den Erhalt des Pfauenbrunnens sowie neue Grün-, Sitz- und Aufenthaltsflächen vor. / © Visualisierung: Bezirksamt Mitte / Franz Reschke Landschaftsarchitektur GmbH

Wie es mit der Schillingpromenade weitergeht

Der nun gekürte Siegerentwurf ist aber noch keine fertige Ausführungsplanung. Vom 8. September bis 2. November 2026 können Bürger über meinBerlin Rückmeldungen abgeben. Diese Hinweise sollen anschließend an das Landschaftsarchitekturbüro gehen und in die weitere Bearbeitung einfließen. Zusätzlich werden die Wettbewerbsarbeiten vom 9. bis 29. September in der Berolina Galerie im Rathaus Mitte gezeigt.

2027 soll nach derzeitigem Stand die weitere Planung beginnen. Die bauliche Umsetzung ist voraussichtlich ab 2030 und schrittweise von Süden nach Norden vorgesehen. Einen verbindlichen Fertigstellungstermin nennt der Bezirk bislang nicht.

Schillingpromenade Berlin-Mitte
Die Schillingpromenade zwischen Jannowitzbrücke und Karl-Marx-Allee soll nach dem Siegerentwurf von Franz Reschke Landschaftsarchitektur neu gestaltet werden.

 

Quellen: Bezirksamt Mitte von Berlin, Grün Berlin GmbH

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