Nach Jahren des Verfalls soll die historische Bastion im Schillerpark in Wedding grundlegend saniert werden. Bezirk, Senat und Grün Berlin haben sich auf das weitere Vorgehen verständigt. Ab 2026 starten die Vorbereitungen, erste Bauarbeiten sind ab 2027 geplant.

Historische Bastion im Schillerpark in Wedding

Mit der Sanierung der historisch bedeutsamen Bastion im Schillerpark wird ein lange vernachlässigtes Denkmal wieder in den Fokus gerückt. Die Terrassenanlage aus Rüdersdorfer Kalkstein von 1912 gilt als architektonisches Erbe, dessen Substanz in den vergangenen Jahren zunehmend zerfiel und nun gesichert werden soll. / © Foto: Wikimedia Commons, Lukas Beck, CC BY 4.0

© Foto Titelbild: Wikimedia Commons, Lukas Beck, CC BY 4.0 

ANZEIGE

 

Die stark beschädigte Bastion im Schillerpark in Wedding soll saniert werden. Darauf haben sich das Bezirksamt Mitte, die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen sowie die Grün Berlin GmbH verständigt. Ziel ist es, das denkmalgeschützte Bauwerk aus dem Jahr 1912 grundlegend instand zu setzen und die angrenzenden Terrassenanlagen aufzuwerten.

Der Schillerpark entstand zwischen 1909 und 1913 und gilt als bedeutendes Beispiel für den Übergang von repräsentativen Schmuckgärten zu multifunktionalen Volksparks. Die Bastion bildet dabei einen zentralen architektonischen Bezugspunkt. Zugleich liegt der Park in unmittelbarer Nähe zur UNESCO-Welterbesiedlung Schillerpark, weshalb denkmalpflegerische Anforderungen eine besondere Rolle spielen.

ANZEIGE

Schillerpark Wedding: Brandschäden und Verfall machen aufwendige Sanierung der Bastion erforderlich

In den vergangenen Jahren hatte sich der Zustand der Bastion deutlich verschlechtert. Herausgebrochene Kalksteine, gerissene Fugen und unterspülte Wege prägen das Bild. Ein Brand im Jahr 2024 beschädigte zudem einen Turm erheblich. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Nachbarschaft hatten den Zustand wiederholt als besorgniserregend beschrieben und auf dringenden Handlungsbedarf hingewiesen.

Nach Angaben der Senatsverwaltung gegenüber der Berliner Morgenpost, ist das Ausmaß der Schäden bekannt, zugleich werde mit einer aufwendigen Sanierung gerechnet. Bereits 2017 hatte ein Gutachten hohe Kosten prognostiziert. Konkrete Summen wurden nun nicht genannt, die Finanzierung soll zunächst über das Berliner Plätzeprogramm erfolgen. Eine ergänzende Förderung über das Programm „Nachhaltige Erneuerung Osloer Straße“ wird geprüft.

Sanierung der Bastion im Schillerpark: Schadensanalyse 2026, Baubeginn ab 2027 geplant

Im Jahr 2026 sollen zunächst alle Schäden systematisch erfasst werden, um den konkreten Sanierungsbedarf zu bestimmen. Ab 2027 könnten erste bauvorbereitende Maßnahmen beginnen. Die Arbeiten sollen eng mit den Denkmalschutzbehörden abgestimmt werden, um den historischen Charakter der Anlage zu bewahren und zugleich Sicherheit und Zugänglichkeit zu verbessern.

ANZEIGE

Im Zuge der Instandsetzung wird außerdem geprüft, wie die Bastion künftig barrierearm gestaltet werden kann. Gleichzeitig müssen ökologische Anforderungen berücksichtigt werden, etwa der Schutz des streng geschützten Mauerfarns, der sich in den Mauerritzen angesiedelt hat. Bezirksvertreter erklärten, man habe die Sanierung nun gemeinsam mit dem Land auf den Weg gebracht und danke den Initiativen aus dem Kiez, die sich seit Jahren für den Erhalt der Bastion einsetzen. Auch Christoph Schmidt von Grün Berlin betonte, die historische Bedeutung des Ortes würdigen und ihn wieder zu einem lebendigen Treffpunkt entwickeln zu wollen.

Schillerpark

Quellen: Bezirksamt Mitte, Berliner Morgenpost, Weddingweiser

Jetzt PLUS-Kunde werden

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.

Tags (Schlagwörter) zu diesem Beitrag

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.