Frankfurt stellt die organisatorischen Weichen für ein Kulturprojekt von historischer Dimension. Mit einem neuen Schauspielhaus und einem Oper Neubau am Willy-Brandt-Platz will die Stadt bis 2040 ein starkes Zeichen setzen und ihre Rolle als Kulturmetropole weiter ausbauen.

In der Frankfurter Kulturlandschaft stehen große Veränderungen bevor: Die aktuelle Doppelhauslösung bietet Flächen für das Schauspielhaus und die Oper. Das Gebäude befindet sich jedoch in sanierungsbedürftigem Zustand und soll abgerissen werden. Auf der Freifläche am Willy-Brand-Platz soll dann ein eigenes, neues Gebäude für die Frankfurter Oper entstehen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Titelbild: Stadt Frankfurt, Dezernat für Kultur und Wissenschaft
Frankfurt nimmt Kurs auf eines der größten Kulturprojekte seiner Geschichte. Bis 2040 sollen ein neues Schauspielhaus an der Neuen Mainzer Straße und ein Oper Neubau am Willy-Brandt-Platz entstehen. Lange war unklar, wer die Umsetzung dieses milliardenteuren Vorhabens verantwortet. Nun zeichnen sich die Strukturen deutlicher ab und die beteiligten Akteure definieren ihre Rollen.
Der Magistrat der Stadt Frankfurt beschloss vergangenen Mittwoch, dass das gesamte Projekt durch eine städtische GmbH umgesetzt werden soll. Die Stadtverordnetenversammlung muss dieser Entscheidung noch zustimmen. Fällt das Votum positiv aus, stellt die Politik die entscheidenden Weichen für die kommenden Jahre der Frankfurter Kulturlandschaft.
Städtische GmbH beschlossen: Neues Schauspielhaus und neue Oper sollen bis 2040 umgesetzt werden
Die städtischen Bühnen, also Schauspielhaus und Oper, sollen bis 2040 neu gebaut und in Betrieb genommen werden. Der Baubeginn ist voraussichtlich in den 2030er Jahren geplant, eine genaue Timeline steht jedoch noch nicht fest. Aktuell befinden sich die Projektbeteiligten in der frühen Planungsphase und arbeiten an den grundlegenden Rahmenbedingungen.
Die neue Bühnenbaugesellschaft wird als hundertprozentige Tochter der Stadt agieren und in deren Auftrag handeln. Eigentümerin, Investorin und Bauherrin der neuen städtischen Bühnen bleibt also weiterhin die Stadt selbst.
Folgenreiche Entscheidung: Diese Bauvorhaben sollen durch die Bühnenbaugesellschaft umgesetzt werden
Bislang koordinierte eine städtische Stabsstelle „Zukunft der Städtischen Bühnen“ die Entwicklungen rund um den Bühnenneubau. Künftig geht diese Stabsstelle in der neuen Gesellschaft auf und wird dort integriert. Zu den Aufgaben der neuen Baugesellschaft gehören zahlreiche Teilprojekte.
Dazu zählen der Rückbau des Sparkassenareals an der Neuen Mainzer Straße, der Neubau des Schauspielhauses an der Neuen Mainzer Straße 47 bis 55 sowie der Bau eines Interims Campus an der Gutleutstraße 324 bis 326. Darüber hinaus verantwortet die Gesellschaft den Neubau eines Lager und Logistikzentrums, den Rückbau der bestehenden Theaterdoppelanlage am Willy-Brandt-Platz sowie den Neubau der Oper inklusive Werkstätten.
Bessere Koordination: Städtische GmbH soll eine Vielzahl an Einzelprojekten bündeln
Die Gründung einer städtischen Bühnenbaugesellschaft hat einen klaren Hintergrund. Angesichts der Vielzahl an Einzelprojekten verspricht sich die Stadt eine bessere Umsetzung und Koordination, wenn alle Aufgaben unter dem Dach einer GmbH gebündelt werden.
Innerhalb dieser Projektgesellschaft lassen sich laut Angaben der Stadt die Entscheidungswege verkürzen, Steuerungsprozesse flexibler gestalten und sowohl Projektentwicklung als auch Realisierung effizienter und schneller vorantreiben. Das Land Hessen soll an der neuen städtischen GmbH nicht beteiligt werden. Die Verantwortung liegt damit vollständig bei der Stadt Frankfurt.
Kulturstadt Frankfurt: Die neuen städtischen Bühnen sollen Kulturlandschaft weiter stärken
Frankfurt schärft mit diesem Vorhaben sein Profil als Kulturstadt. Die geplante Kulturmeile mit neuem Schauspielhaus und Oper wird dieses Selbstverständnis weiter stärken. Dennoch liegt bis zur Fertigstellung ein langer Weg vor der Stadt. Derzeit stellt die Politik die organisatorischen und strukturellen Grundlagen. Ein übergreifendes städtebauliches Konzept für den Aufbau der Kulturmeile liegt bereits vor.
In den kommenden Jahren folgen die konkrete organisatorische Ausgestaltung, detaillierte Planungen sowie die Einreichung der Bauanträge. Erst danach rückt der sichtbare Baustart näher und das ambitionierte Kulturprojekt nimmt Schritt für Schritt Gestalt an.
Neues Schauspielhaus
Neue Oper
Quellen: Stadt Frankfurt, Frankfurter Rundschau
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