Planet Labs, ein US-amerikanisches Raumfahrtunternehmen, will in Berlin eine neue Produktionsstätte eröffnen. Mit der Investition in Höhe von 45 Millionen Euro sollen die Kapazitäten für hochauflösende Satelliten erweitert werden. Das Projekt könnte Berlin als Standort für Raumfahrttechnik weiter stärken.

CEO von Planet Labs, Will Marshall, und Raumfahrtministerin Dorothee Bär bei der offiziellen Ankündigung einer neuen Produktionsstätte für Kleinstsatelliten in Berlin. Planet Labs will zukünftig Pelican-Satelliten in Berlin produzieren. / © Foto: Planet Labs
© Titelbild: Planet Labs
Planet Labs, ein Unternehmen mit Hauptsitz in San Francisco, hat angekündigt, künftig auch in Berlin Satelliten zu bauen. Aus diesem Grund soll eine neue Produktionsstätte entstehen, in der sogenannte Pelican-Satelliten gefertigt werden, die hochauflösende Bilder der Erde liefern. Damit verfolgt das Unternehmen das Ziel, seine Produktionskapazitäten in der Hauptstadt zu verdoppeln und so die wachsende Nachfrage in Europa gezielter abzudecken. Außerdem will Planet Labs seine Rolle als globaler Anbieter von Erdbeobachtungsdaten langfristig sichern.
Das Investitionsvolumen für die Berliner Fabrik beträgt rund 45 Millionen Euro. Zusätzlich zu den bereits rund 150 Beschäftigten am europäischen Hauptsitz am Kurfürstendamm sollen bis zu 70 neue Arbeitsplätze entstehen. Noch ist jedoch unklar, an welchem Standort in der Hauptstadt die Fabrik gebaut wird, weshalb derzeit verschiedene Flächen geprüft werden. Damit wird deutlich, dass sich Planet Labs langfristig an Berlin binden möchte, auch wenn die endgültige Standortentscheidung noch aussteht.
Satellitenproduktion in Berlin und San Francisco: Standort in Berlin wird durch Produktionsstätte erweitert
Die neue Berliner Produktionsstätte soll die bereits bestehende Fertigung in San Francisco nicht ersetzen, sondern vielmehr sinnvoll ergänzen. Auf diese Weise verfügt Planet Labs künftig über zwei zentrale Standorte, die gemeinsam die Produktionskapazitäten deutlich steigern. Damit verfolgt das Unternehmen eine Strategie, mit der es seine internationale Wettbewerbsfähigkeit im Raumfahrtsektor festigen und zugleich die Nachfrage in Europa schneller bedienen kann.
Bekannt ist Planet Labs insbesondere für seine Kleinstsatelliten, die mit Kameras ausgestattet sind und in der Lage, innerhalb von 24 Stunden jeden Punkt der Erde abzubilden. Die daraus gewonnenen Daten kommen in unterschiedlichen Bereichen zum Einsatz. So werden sie beispielsweise in der Landwirtschaft genutzt, um Ernten besser zu planen, und im Umweltschutz, um Veränderungen in Ökosystemen sichtbar zu machen. Darüber hinaus leisten sie Beiträge in der Klimaforschung und Wetterbeobachtung, können jedoch auch sicherheitspolitisch genutzt werden.
Resonanz aus Politik und Wirtschaft: Positive Reaktionen auf die Ankündigung der Produktionsstätte in Berlin
Die Entscheidung für den Standort Berlin stieß auch in der Politik auf Zustimmung. Forschungs- und Raumfahrtministerin Dorothee Bär (CSU) erklärte, dass moderne Gesellschaften ohne Satellitendienste kaum denkbar seien. Sie wertete die Investition von Planet Labs deshalb als klares Signal für die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands im internationalen Raumfahrtsektor.
Auch Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) äußerte sich zu dem Vorhaben. Sie sprach von einem Vertrauensbeweis in Deutschland als Hightech-Standort und betonte, dass mit der neuen Produktionsstätte nicht nur qualifizierte Arbeitsplätze geschaffen würden, sondern darüber hinaus auch zusätzliche Impulse für die regionale Wirtschaft entstünden.
Standort Berlin im Fokus: Forschung, Unternehmen und Talente stärken den Raumfahrtsektor
Martin Polak, Geschäftsführer der Planet Labs GmbH, unterstrich die zentrale Rolle Berlins für das Unternehmen. Von der Hauptstadt aus werde bereits das Geschäft in Europa, im Nahen Osten und in Afrika gesteuert. Mit dem neuen Standort solle dieses Engagement noch vertieft werden, wodurch Berlin langfristig als Schlüsselstandort innerhalb der Unternehmensstrategie etabliert werde.
Berlin gilt seit Jahren als Zentrum für Kleinstsatelliten. Bereits 2015 übernahm Planet Labs das Berliner Unternehmen RapidEye, das Erdbeobachtungsbilder produzierte. Außerdem trägt die Technische Universität Berlin durch ihre Forschung und zahlreiche Ausgründungen maßgeblich dazu bei, dass die Hauptstadt in der Raumfahrtbranche sichtbar ist.
Europäische Dimension des Projekts: Unabhängigkeit und Resilienz durch die Berliner Satellitenproduktion
Die Entscheidung für Berlin hat nicht nur wirtschaftliche, sondern auch geopolitische Gründe. Europäische Partner sollen künftig unabhängiger von US-Satellitenangeboten werden. Mit der neuen Fabrik verfolgt Planet Labs daher das Ziel, die Resilienz der europäischen Raumfahrt zu stärken und die Versorgung mit Erdbeobachtungsdaten auf eine breitere Basis zu stellen.
Für Berlin bedeutet das Projekt außerdem eine zusätzliche Aufwertung als Deeptech-Standort. Da hier Forschungseinrichtungen, internationale Unternehmen und politische Unterstützung zusammenkommen, entwickelt sich die Hauptstadt zunehmend zu einem wichtigen europäischen Zentrum für Raumfahrttechnik. Damit gewinnt Berlin sowohl in wirtschaftlicher als auch in wissenschaftlicher Hinsicht eine größere Bedeutung.
Quellen: Planet Labs, Berliner Morgenpost
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