Der zwischenzeitlich gestoppte Umbau des Mittelmeerhauses im Botanischen Garten Berlin wird nun doch umgesetzt. Bundesmittel aus einem Investitionsprogramm ermöglichen die Grundsanierung des denkmalgeschützten Jugendstilgewächshauses. Damit ist der Erhalt eines der ältesten Häuser der Anlage gesichert.

Blick auf das Mittelmeerhaus im Botanischen Garten Berlin.

Als ältestes Gewächshaus des Botanischen Gartens verbindet das Mittelmeerhaus Architekturgeschichte mit einer einzigartigen botanischen Sammlung. / © Botanischer Garten Berlin, Foto: Marlene Gawrisch

© Titelbild: Botanischer Garten Berlin, Foto: Marlene Gawrisch

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Der Sanierungsstopp war bereits beschlossen, die Zukunft des Mittelmeerhauses im Botanischen Garten Berlin schien ungewiss. Nun hat der Berliner Senat auf Grundlage neuer Bundesmittel die Weichen für eine umfassende Grundsanierung gestellt. Rund 29 Millionen Euro aus dem Investitionssofortprogramm des Bundes sollen in die denkmalgerechte Instandsetzung des historischen Gewächshauses fließen.

Die Entscheidung folgt auf einen Beschluss vom 19. Mai 2026, mit dem der Senat die Umsetzung der Maßnahme bestätigte. Vorausgegangen waren monatelange Bemühungen aus Politik, Denkmalschutz und Wissenschaft, die drohende Schließung und den Substanzverlust des Gebäudes abzuwenden.

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  • Standort: Botanischer Garten Berlin
  • Baujahr: 1904 (ältestes der historischen Gewächshäuser)
  • Mittel: 29 Millionen Euro Bundesmittel aus dem Investitionssofortprogramm
  • Baubeginn: Voraussichtlich Frühjahr 2027
  • Bauzeit: Voraussichtlich zwei bis drei Jahre (Schließung des Mittelmeerhauses während der Sanierung)

Mittelmeerhaus: Historisches Gewächshaus von besonderem Rang

Das Mittelmeerhaus zählt zu den bedeutendsten historischen Gewächshäusern der Anlage des Botanischer Garten Berlin. Das 1904 errichtete Jugendstilgebäude gilt als eines der wenigen vollständig erhaltenen Glashäuser seiner Zeit in Europa. Die nun bereitgestellten Mittel sollen sowohl die statische Ertüchtigung als auch die energetische Modernisierung ermöglichen.

Wissenschaftssenatorin Ina Czyborra hob hervor, dass es sich nicht nur um ein Baudenkmal, sondern auch um einen wichtigen Ort der Berliner Forschungsgeschichte handelt. Die Förderung des Bundes richte sich gezielt an bereits ausgearbeitete Vorhaben, die bislang an fehlenden Landesmitteln gescheitert waren.

Als ältestes Gewächshaus des Botanischen Gartens verbindet das Mittelmeerhaus Architekturgeschichte mit einer einzigartigen botanischen Sammlung.

Seit mehr als 120 Jahren prägt das denkmalgeschützte Mittelmeerhaus das Erscheinungsbild des Botanischen Gartens Berlin. / © Botanischer Garten Berlin, Foto Marlene Gawrisch

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Zwischen Erhalt und Modernisierung: Sanierung im Botanischen Garten

Auch aus Sicht der Senatsbauverwaltung steht die Verbindung von denkmalgerechtem Erhalt und technischer Erneuerung im Vordergrund. Neben der Sicherung der historischen Substanz sollen Energieverbrauch und Betriebskosten künftig deutlich reduziert werden. Die Umsetzung übernimmt die Hochbauabteilung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen.

Gartendirektor Thomas Borsch verwies auf die enge Zusammenarbeit von Politik, Denkmalschutz und Stiftungen, die bereits in den vergangenen Jahren eine Übergangssicherung des Gebäudes ermöglicht hatte. Ohne diese Vorarbeiten wäre eine kurzfristige Wiederaufnahme der Planungen kaum möglich gewesen. „Wir waren erst fassungslos, sind dann aber auf großen Unterstützungswillen bei Denkmalschutzakteuren und in der Politik gestoßen“, erklärte er.

Blick auf den weiteren Zeitplan

Nach aktuellem Stand könnten die Bauarbeiten im Frühjahr 2027 beginnen. Während der Sanierung müsste das Mittelmeerhaus voraussichtlich für zwei bis drei Jahre geschlossen bleiben. Die Besucherinnen und Besucher sollen rechtzeitig über den konkreten Ablauf informiert werden.

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Trotz der Einschränkungen bleibt das Ziel klar definiert: der langfristige Erhalt des historischen Gewächshauses im Gesamtgefüge des Gartens. Der Botanische Garten zählt mit rund 20.000 Pflanzenarten zu den bedeutendsten botanischen Einrichtungen weltweit und ist zugleich Forschungs- und Bildungsstandort der Freien Universität Berlin.

Quellen: Presse- und Informationsamt des Landes Berlin, Freie Universität Berlin, Botanischer Garten Berlin

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