In Berlin wird massiv in den Ausbau der Bildungsinfrastruktur investiert. Fünf aktuelle Schulbauprojekte zeigen, wie unterschiedlich die Herausforderungen in den Bezirken sind, von denkmalgerechter Sanierung über nachhaltige Holzbauweise bis hin zur Umnutzung historischer Gebäude. Gemeinsam haben sie das Ziel, dringend benötigte Schulplätze zu schaffen und moderne Lernumgebungen zu gestalten.

Am Neubau der Grundschule an der Hirtestraße sind bereits Fenster eingebaut. Die Schule soll bis 2026 fertiggestellt werden und bietet Platz für 432 Kinder. Sie entsteht im Rahmen der Berliner Schulbauoffensive auf dem Gelände des ehemaligen Gaswerks Köpenick. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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In allen Berliner Bezirken entstehen derzeit neue Schulen, während bestehende Standorte modernisiert oder erweitert werden. Damit reagiert die Stadt auf wachsende Schülerzahlen und den steigenden Bedarf an wohnortnaher Beschulung.
Die Maßnahmen sind Teil der Berliner Schulbauoffensive, die seit 2017 eines der größten Investitionsprogramme der Hauptstadt darstellt. Ihr Ziel ist es, neue Kapazitäten zu schaffen, Sanierungsstaus abzubauen und durch moderne Bauweisen zeitgemäße Lernumgebungen zu ermöglichen.
Neue Holz-Compartmentschule in Lichtenberg soll bis 2026 fertig sein
In Lichtenberg entsteht am Römerweg 39 eine neue Integrierte Sekundarschule, die im Rahmen der Berliner Schulbauoffensive errichtet wird. Der Bau startete 2025, bis zum Schuljahr 2026/2027 sollen 625 Schülerinnen und Schüler einziehen. Das Projekt kostet rund 63,6 Millionen Euro und umfasst neben dem Schulgebäude auch eine moderne Sporthalle. Umgesetzt wird es nach einem Typenbauprogramm der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung.
Besonders ist die modulare Holzbauweise: Vorgefertigte Elemente aus einer Produktionshalle in Köpenick verkürzen die Bauzeit auf nur 13 Monate. Drei flexibel kombinierbare Gebäudeflügel schaffen offene Lernbereiche, ergänzt durch Team- und Gruppenräume. Holzoberflächen sorgen für ein angenehmes Raumklima, ergänzt durch Photovoltaikanlagen, begrünte Dächer und hybride Lüftungssysteme.
Sanierung und Neubau am Schadow-Gymnasium in Zehlendorf: Moderner Schulcampus bis 2033
In Zehlendorf wird das traditionsreiche Schadow-Gymnasium in der Beuckestraße bis 2033 umfassend erneuert. Zwei denkmalgeschützte Gebäude aus dem Jahr 1914 werden denkmalgerecht saniert und umgebaut, während ein viergeschossiger Neubau mit Sporthalle, Mensa und zusätzlichen Klassenräumen entsteht. Finanziert wird das Projekt von der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft HOWOGE, die rund 137 Millionen Euro investiert und das Vorhaben im Rahmen eines Erbbaupachtvertrags umsetzt.
Die Arbeiten laufen in mehreren Etappen, sodass der Schulbetrieb weitergehen kann. Zunächst entsteht bis 2028 der Neubau, anschließend werden ab 2029 die Altbauten saniert. Übergangslösungen wie Modulbauten und externe Sporthallen sichern währenddessen Unterricht und Versorgung. Am Ende soll ein moderner Campus entstehen, der nicht nur mehr Platz bietet, sondern auch funktional und architektonisch den heutigen Anforderungen entspricht.
Umfassende Sanierung und Erweiterung der Gutenberg-Schule in Alt-Hohenschönhausen bis 2032
Die Gutenberg-Schule in Alt-Hohenschönhausen wird in den kommenden Jahren grundlegend erneuert. Erste Sanierungsarbeiten wie die Strangsanierung und der Umbau der Grundleitungen laufen bereits. Ab 2026 folgt ein Erweiterungsneubau, der den bisherigen Ergänzungsbau ersetzt und deutlich mehr Platz bietet. Parallel dazu erhält das Hauptgebäude einen Aufzug, um Barrierefreiheit zu gewährleisten.
Ein Schwerpunkt des Projekts liegt auf den Sportanlagen: Die bisher gemeinsam genutzten Hallen werden durch zwei Neubauten ersetzt, die jeder Schule eigene, moderne Sportflächen sichern. Bis 2031 sollen die neuen Dreifeldhallen mit Mensa, Fach- und Mehrzweckräumen fertig sein. Mit Abschluss aller Arbeiten im Jahr 2032 verfügt die Gutenberg-Schule über eine moderne Ausstattung, mehr Kapazität und vollständige Barrierefreiheit – ein wichtiger Schritt für die Bildungslandschaft in Lichtenberg.
Neue Grundschule in Hohenschönhausen: 432 Plätze entstehen in serieller Holzbauweise
In der Klützer Straße in Hohenschönhausen entsteht eine dreizügige Grundschule mit 432 Plätzen und eigener Zweifeld-Sporthalle. Umgesetzt wird das Projekt von der landeseigenen HOWOGE im Rahmen der Berliner Schulbauoffensive. Der Baustart ist noch nicht terminiert, gilt aber als wichtiger Schritt, um die angespannte Lage an den bestehenden Schulen im Bezirk Lichtenberg zu entlasten.
Besonders im nördlichen Teil Hohenschönhausens steigt der Bedarf durch neue Wohnungsbauprojekte deutlich an. Mit der seriellen Holzbauweise soll der Neubau schneller fertiggestellt und zugleich moderne Lernbedingungen geschaffen werden. So entsteht nicht nur dringend benötigter Platz, sondern auch ein Beispiel für nachhaltigen Schulbau in Berlin.
Neubau und Sanierung: Schule auf historischem Gaswerksgelände in Köpenick
In Köpenick entsteht auf dem Gelände des ehemaligen Gaswerks an der Hirtestraße ein neuer Bildungsstandort. Bis 2026 soll eine dreizügige Grundschule mit Platz für 432 Kinder und einer modernen Dreifeld-Sporthalle fertiggestellt werden. Das Gebäude wird in modularer Bauweise errichtet, wodurch die Bauzeit verkürzt wird. Parallel dazu wird das denkmalgeschützte Uhren- und Reglerhaus saniert, das künftig als Schulbibliothek, Medienlabor und Elterncafé dienen soll.
Besonderen Wert legt das Projekt auf die Verbindung von historischer Substanz und zeitgemäßer Architektur. Kunst-am-Bau-Elemente wie Wandgestaltungen aus Keramik und Zeichnungen, die auf die industrielle Vergangenheit des Areals verweisen, unterstreichen diesen Ansatz. Damit entsteht nicht nur dringend benötigter Schulraum, sondern auch ein Ort, der Bildung, Kultur und Nachbarschaft in einem wachsenden Quartier miteinander verknüpft.
Quellen: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Bezirksamt Lichtenberg, CDU Lichtenberg, Gutenberg-Oberschule, Tagesspiegel, HOWOGE, Hausmann Architektur, Berlin/ Berliner Schulbauoffensive Berlin, Bezirksamt Treptow-Köpenick, Wikipedia.org, Berliner Morgenpost
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