Die Sanierungspläne für das Hochhaus der Deutschen Bundesbank in Frankfurt-Bockenheim werden eingestellt, der Hauptsitz der Bank zieht in die Innenstadt. Das frei werdende Gebäude soll künftig die Europäische Schule Frankfurt aufnehmen und den langjährigen Platzmangel der Einrichtung beheben.

Das Hochhaus der Deutschen Bundesbank in Frankfurt-Bockenheim wird nach gescheiterten Sanierungsplänen frei. Die Europäische Schule Frankfurt übernimmt die Immobilie, während die Bank in die Innenstadt zieht. / © Foto: Wikimedia Commons, Wolfgang Pehlemann Wiesbaden Germany, CC BY-SA 3.0 DE
© Titelbild: Wikimedia Commons, Matthew G. Bisanz, CC BY-SA 3.0
Die Sanierungspläne für das Bundesbank-Hochhaus in Frankfurt-Bockenheim sind gescheitert. Die Deutsche Bundesbank verlegt ihren Hauptsitz in die Innenstadt, während das frei werdende Hochhaus an die Europäische Schule Frankfurt übergeht, die dringend Platz für über 2.500 Schülerinnen und Schüler benötigt.
Das Hochhaus, zwischen 1965 und 1972 nach Plänen des Frankfurter Architekturbüros ABB errichtet, beherbergte seit 1972 rund 2.000 Mitarbeitende auf einem zehn Hektar großen Gelände und gilt als herausragendes Beispiel der Spätmoderne mit rohem Sichtbeton, klarer geometrischer Strenge und funktionaler Monumentalität.
Die ursprünglichen Pläne der Bundesbank, das „Projekt Campus“, sahen ab etwa 2016 den Bau eines umfassenden Neubau-Komplexes mit mehreren Hochhäusern, Kindertagesstätte, Sportzentrum und Gastronomie für rund 5.000 Arbeitsplätze vor, bei geschätzten Kosten von 4,6 Milliarden Euro vor.
Kosten, Homeoffice und Denkmalschutz zwingen die Bundesbank zur Anpassung der Umbaupläne
Stark steigende Baukosten, die zunehmende Nutzung von Homeoffice bei über 60 Prozent der Belegschaft und die ab 2022 geltenden Denkmalschutzauflagen zwangen die Verantwortlichen 2023, das ambitionierte Projekt schrittweise zu reduzieren: zunächst auf ein einzelnes Bürogebäude, später auf die Sanierung des Hauptgebäudes. Ende 2021 begannen die Arbeiten, bei denen Asbest und PCB entfernt, elf Stockwerke entkernt, die Fassade erneuert und die Energieeffizienz gesteigert wurden. In die bisherigen Sanierungsmaßnahmen flossen rund 168 Millionen Euro.
Doch aufgrund der hohen Kosten, der strengen Denkmalschutzauflagen und der veränderten Arbeitsorganisation entschied die Bundesbank, nicht in das Gebäude zurückzukehren, sondern ihren Hauptsitz in die Innenstadt zu verlegen.
Sanierung wird fortgeführt: Vom Bankenkomplex zum Schul- und Wohngebäude
Mit dem Auszug der Bundesbank und dem Verkauf an die Europäische Schule beginnt ein neues Kapitel für das Bockenheimer Hochhaus: Die umfangreichen Sanierungsarbeiten werden fortgeführt, nun allerdings für den Umbau zu Schulräumen, Wohnungen und Büros, anstatt die Immobilie für die Bundesbank zu modernisieren.
Damit eröffnet sich die Möglichkeit, eines der bedeutendsten Bauwerke der Frankfurter Nachkriegsmoderne in neuer Funktion zu nutzen und gleichzeitig seine Architekturgeschichte zu bewahren. Das Gebäude wird künftig Bildung, Denkmalschutz und städtische Entwicklung miteinander verbinden und eine Lösung für den langjährigen Platzmangel der Europäischen Schule schaffen.
Quellen: Skyline Atlas
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Das Gebäude ist deprimierend und die architektonische Qualität und Bedeutung muss hier mit viel Mühe und intellektueller Terminologie herbei geredet werden. Ob man als europäische Schule wirklich international im Gewand eines streng gerasterten, grauen Behördenbaus aus den 60ern auftreten möchte, würde ich mir zweimal überlegen.