Die umfassende Erneuerung der Willy-Brandt-Straße in Hamburg geht in die letzte Phase. Im Fokus stehen die Sanierung der Fahrbahn sowie koordinierte Leitungsarbeiten der Hamburger Energienetze. Ziel ist eine nachhaltige Verbesserung der Infrastruktur bei möglichst geringen Einschränkungen für den Verkehr bis April 2026.
© Foto Titelbild: Wikimedia Commons, Martina Nolte / CC BY-SA 3.0 DE
Die Willy-Brandt-Straße gehört zu den wichtigsten Ost-West-Verbindungen in Hamburg und erfährt seit 2023 eine schrittweise Erneuerung. Nachdem bereits frühere Abschnitte instandgesetzt wurden, beginnt nun die finale Bauphase zwischen Domstraße und Deichtortunnel. Die Arbeiten werden vom Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) gemeinsam mit den Hamburger Energienetzen koordiniert durchgeführt.
Im Fokus stehen dabei nicht nur die Erneuerung der beschädigten Asphaltdeckschicht, sondern auch die Modernisierung der Geh- und Radwege. Durch die parallele Umsetzung mehrerer Maßnahmen sollen Eingriffe in den Verkehrsfluss minimiert und die Bauzeit insgesamt verkürzt werden. Nach Angaben des LSBG soll der letzte Bauabschnitt bis zum 26. April 2026 abgeschlossen sein.
Hochspannungsleitung: Energienetze nutzen Bauzeit für Infrastrukturprojekt in Hamburg
Gleichzeitig mit den Straßenbauarbeiten verlegt die Hamburger Energienetze GmbH eine neue Hochspannungsleitung im östlichen Abschnitt der Willy-Brandt-Straße. Diese Leitung verbindet das Umspannwerk Mitte mit dem Umspannwerk Tiefstack und ist ein wesentlicher Bestandteil der städtischen Energieinfrastruktur. Die Arbeiten finden vom 8. August bis zum 4. September 2025 statt.
Durch die enge Abstimmung beider Vorhaben soll vermieden werden, dass für die Leitungsverlegung separate Sperrungen notwendig werden. Die Behörden betonen, dass der Leitungsbau ohne nennenswerte zusätzliche Einschränkungen realisiert werden kann. Die beiden großen Bauphasen umfassen zunächst den Zeitraum von Anfang August bis Mitte Oktober 2025, anschließend folgt die zweite Phase bis zum Ende der Gesamtmaßnahme.
Verkehrsführung an Hamburger Ost-West-Achse bleibt stabil: Umleitungen und Sperrungen im Überblick
Trotz der Baumaßnahmen bleibt die Willy-Brandt-Straße grundsätzlich durchgängig befahrbar. In Fahrtrichtung Westen stehen meist zwei Fahrstreifen zur Verfügung, in Gegenrichtung ist mindestens ein Fahrstreifen offen. Umleitungen über die Oberbaumbrücke und den Brooktorkai sowie der Ring 1 dienen als Ausweichrouten.
Ein digitales Parkleitsystem informiert über verfügbare Stellplätze in nahegelegenen Parkhäusern. Besonders belastende Bauarbeiten finden bevorzugt in den Sommer- und Herbstferien statt, um den regulären Verkehr möglichst wenig zu beeinträchtigen. Im Zeitraum vom 4. bis 22. August 2025 werden die Rampen zum und vom Deichtorplatz jeweils auf eine Fahrspur reduziert. Vom 23. August bis 4. September stehen eine Spur stadteinwärts und zwei Spuren stadtauswärts zur Verfügung.
Umbau an der Willy-Brandt-Straße: Fuß- und Radverkehr bleibt weitgehend erhalten
Für den Fuß- und Radverkehr sind während der gesamten Bauzeit gesonderte Führungen eingerichtet. Die Querung der Willy-Brandt-Straße ist auf Höhe der Domstraße und der Brandstwiete jederzeit möglich. Radfahrende können auf Alternativrouten über Stein- und Domstraße oder über die Oberbaumbrücke und den Sandtorkai ausweichen.
Im Bereich des östlichen Baufeldes der Energienetze ist eine Querung jedoch nicht möglich. In diesem Abschnitt erfolgt eine Umleitung in Richtung Johanniswall. Die Bushaltestellen im betroffenen Bereich werden temporär verlegt, Informationen dazu stellt der Hamburger Verkehrsverbund online und in seiner App bereit. Darüber hinaus wird die Straße Dovenfleet zeitweise als Einbahnstraße in Richtung Osten eingerichtet.
Geplante Fertigstellung 2026: Baulogistik abgestimmt mit weiteren Großprojekten in Hamburg
Gearbeitet wird an sechs Tagen in der Woche sowie an Feiertagen unter Ausnutzung der Tageshelligkeit. Mehrere Bauteams sind parallel im Einsatz, um die Arbeiten effizient voranzutreiben. Auch Vollsperrungen einzelner Abschnitte, wie an den Rampen zum Deichtorplatz oder im Deichtortunnel, sind vorgesehen – allerdings ausschließlich in verkehrsärmeren Zeiten.
Die Baustelle ist Teil eines umfangreich abgestimmten Maßnahmenpakets der Stadt. Die Behörde für Verkehr und Mobilitätswende hat die Sanierung mit weiteren Infrastrukturprojekten im Stadtgebiet koordiniert, etwa am Ferdinandstor und in der Steinstraße, um eine möglichst geringe Belastung für den innerstädtischen Verkehr zu gewährleisten.
Quellen: Behörde für Verkehr und Mobilitätswende Hamburg, Süddeutsche Zeitung, Stern
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