Jahrelang kämpfte eine Bürgerinitiative für die Sanierung der Kochstraße 59-63 in der Leipziger Südvorstadt. Jetzt ist das Gebäude eingerüstet und soll bis Oktober 2027 fertig saniert sein. Die steigenden Mieten nach der Sanierung sorgen jedoch weiterhin für Streit.

Langgestrecktes mehrstöckiges Wohnhaus, dessen gesamte Straßenfassade mit einem Baugerüst versehen ist. Vor dem Gebäude steht ein Lastwagen mit Kran, davor parken mehrere Autos entlang der Straße.

Für die Sanierung der Fassade ist das gesamte Gebäude eingerüstet. Die Kelleraußenwände wurden bereits freigelegt und vollständig abgedichtet, sodass keine Feuchtigkeit mehr in das Mauerwerk eindringen kann. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT

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Schon seit Jahren machte sich die Initiative „Vernetzung Süd“ sich dafür stark, dass die Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft LWB ihre alten Wohnblöcke in der Südvorstadt saniert, statt sie leer stehen zu lassen. 2023 folgte der Stadtrat dieser Forderung und beauftragte die LWB mit einem sozialverträglichen Konzept für drei Häuser mit insgesamt 105 Wohnungen aus dem Jahr 1955.

Für die Kochstraße 59-63 begannen die eigentlichen Bauarbeiten schließlich im Februar 2026. In dem fünfgeschossigen Haus mit 45 Wohnungen will die LWB bis Oktober 2027 fertig sanieren. Damit rückt ein Ziel näher, für das sich Anwohner und Initiative lange eingesetzt hatten.

Baustelle in der Kochstraße: Vorbereitung der Fassenarbeiten

Im Spätsommer 2026 ist der Baufortschritt bereits deutlich sichtbar. Die Handwerker haben die Kelleraußenwände freigelegt und gegen eindringende Feuchtigkeit abgedichtet, zudem steht mittlerweile das Gerüst für die Fassadensanierung.

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Hofseitig entstehen derzeit die Fundamente für neue Balkone. Im Inneren des Gebäudes kommen die Abbrucharbeiten gut voran, nach LWB-Angaben ist mehr als die Hälfte davon bereits erledigt.

Straßenecke mit einem mehrstöckigen Wohnhaus rechts, das vollständig eingerüstet ist. Vor dem Gebäude steht eine Baustelleninformationstafel, davor Bauzäune und ein Müllcontainer.

Die Sanierung der Kochstraße 59-63 soll bis Oktober 2027 abgeschlossen sein. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Sanierung im Leipziger Süden: Neue Technik und neue Grundrisse

Neben Dach, Fassade und Fenstern erneuert die LWB auch die gesamte Haustechnik. Eine zentrale Heizungsanlage mit Fußbodenheizung löst die bisherigen Einzelöfen ab, außerdem erhält das Haus neue Elektroanschlüsse und Leitungen.

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Innerhalb der Wohnungen verändert die LWB zudem die Grundrisse. Künftig soll es Wohnungen mit zwei bis vier Zimmern geben, die vor allem Familien ansprechen sollen. Auch die Treppenhäuser werden instand gesetzt und mit neuen Briefkasten- und Gegensprechanlagen ausgestattet.

Mieten und Debatte in Leipzig: Offene Fragen bleiben

Nach der Sanierung will die LWB Wohnungen für 11 bis 15 Euro pro Quadratmeter neu vermieten. Bestandsmieter sollen höchstens zwei Euro mehr pro Quadratmeter zahlen als bisher. Besonders aufgrund der Neuvermietungspreise steht die LWB in der Kritik. Die Initiative „Vernetzung Süd“ hält sie für zu hoch und fordert dauerhaft günstigere Mieten von höchstens 6,50 Euro.

Da die Stadt zusätzliche Zuschüsse ablehnte, finanziert die LWB die Sanierung bislang weitgehend selbst. Einen Teil der Kosten deckt sie nun über die Modernisierungsumlage und die höheren Neuvermietungspreise. Wie gerechtfertigt jedoch die erhöhten Mieten sind, dürfte weiterhin ein Streitpunkt bleiben. Bis Oktober 2027 soll die Kochstraße 59-63 dennoch fertig saniert sein und wieder bewohnbar werden.

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Quellen: Leipziger Zeitung, kreuzer online, Vernetzung Süd, Wikipedia, knack[punkt], nd-aktuell.de, leipzig-lexikon.de, bauportal-deutschland.de, LWB (lwb.de)

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