Die „Battonnhöfe“ in Frankfurt werden umfassend saniert, modernisiert und energetisch aufgewertet, während die historische Substanz und die soziale Struktur des Wohnensembles erhalten bleiben. Bewohnerinnen und Bewohner ziehen während der Arbeiten in Ersatzwohnungen und kehren anschließend in modernisierte, bezahlbare Wohnungen zurück.

Die „Battonnhöfe“ bestehen aus elf Häusern, die in vier Bauabschnitten umfassend modernisiert und energetisch aufgewertet werden. Die ursprünglichen Gebäude stammen aus der Gründerzeit des späten 19. Jahrhunderts. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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Wer heute durch die Battonstraße geht, sieht ein Wohnquartier, das sich sichtbar verändert und dennoch seinen vertrauten Charakter bewahrt. Die „Battonnhöfe“ werden saniert, um das Ensemble umfassend zu erneuern, die technischen und energetischen Standards an heutige Anforderungen anzupassen und die städtebauliche Struktur des Quartiers langfristig zu sichern.
Verantwortlich für die Umsetzung sind die Frankfurter MOW Architekten, die das Projekt sowohl in der Planung als auch in der Umsetzung begleiten.
Vier Bauabschnitte, elf Häuser: Struktur und Erhalt historischer Elemente im Sanierungsprozess
Die „Battonnhöfe“ bestehen aus elf Häusern, die in vier Bauabschnitten umfassend modernisiert und energetisch aufgewertet werden. Die ursprünglichen Gebäude stammen aus der Gründerzeit des späten 19. Jahrhunderts. Sie wurden im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört, sodass in den Jahren 1954 bis 1956 neue Wohnblöcke errichtet wurden.
Seitdem haben nur geringfügige Eingriffe an der Grundsubstanz stattgefunden. Zwei Häuser besitzen Sandsteinelemente aus rotem Naturstein, die unter Denkmalschutz stehen. Diese werden während der Sanierung instandgesetzt und in das überarbeitete Fassadenkonzept eingebunden.
Sanierung mit Rücksicht auf die Bewohnerinnen und Bewohner: Ersatzwohnungen und moderates Mietniveau
Neben der reinen Substanzerhaltung werden einzelne Gestaltungselemente aufgegriffen und zeitgemäß interpretiert. Balkongeländer orientieren sich an den Formen der fünfziger Jahre, während ein differenziertes Farbkonzept die Häuser klar voneinander abgrenzt. Die Eingangsbereiche werden neu gestaltet, um die Identität der Gebäude zu stärken.
Ein zentraler Bestandteil der Planung ist der Erhalt der Mieterstruktur. Während der Sanierungsarbeiten ziehen die Bewohnerinnen und Bewohner in Ersatzwohnungen innerhalb des Ensembles und kehren nach Abschluss der Arbeiten in ihrem jeweiligen Bauabschnitt in ihre modernisierte Wohnung zurück. Trotz der umfangreichen Modernisierung sollen die Mieten im moderaten Bereich bleiben, ohne dass es sich um sozial geförderten Wohnraum handelt.
Begegnungsräume im Quartier: Innenhofgestaltung, Begrünung und gewerbliche Nutzung
Der Innenhof der „Battonnhöfe“ wird neu gestaltet und erhält seine ursprüngliche Funktion als zentrales, gemeinschaftlich genutztes Herzstück zurück. Der vorhandene Baum- und Strauchbestand wird weitgehend erhalten, sodass eine dauerhaft begrünte Mitte entsteht, die das Mikroklima im Quartier verbessert. Der Innenhof soll Raum für Begegnung und Aktivitäten für alle Altersgruppen bieten und den sozialen Zusammenhalt im Quartier stärken.
Die Obergeschosse bleiben ausschließlich dem Wohnen vorbehalten, während einige Einheiten im Erdgeschoss gewerblich genutzt werden und so das Quartier zusätzlich beleben.
„Battonnhöfe“: Aufwertung der Nachkriegsfassaden und Abschluss der Sanierung 2027
Nach Abschluss der Sanierung soll das Quartier seine Funktion als innenstadtnahes Wohnumfeld dauerhaft sichern und zugleich auf aktuelle energetische und städtebauliche Anforderungen ausgerichtet sein.
Die Fassaden der Nachkriegsbauten zur Battonnstraße hin sind oberhalb des Erdgeschosses bereits fertiggestellt, und im Bestand zeigt sich eine sichtbare Aufwertung. Die Fertigstellung der gesamten Sanierungsarbeiten ist für das Jahr 2027 vorgesehen.

Sanierungsfortschritt sichtbar: Fassadenarbeiten oberhalb des Erdgeschosses abgeschlossen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Quellen: MOW Architekten, Deutsches Architektur Forum
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