Die Sanierung der Feuchtigkeitsschäden am Museumsneubau „Berlin Modern“ kommt planmäßig voran. Trotz der laufenden Arbeiten bleibt es jedoch bei einer deutlichen Verzögerung: Die Eröffnung des Hauses wird inzwischen erst im Jahr 2030 erwartet.

Bauarbeiten am Museum „Berlin Modern“ am Kulturforum, Ende 2025. / © Foto: Alexander Ludwig Obst & Marion Schmieding Bundesbau Baden-Württemberg SPK
© Titelbild: Herzog & de Meuron, Katharina Sieverding
Am Museumsneubau „Berlin Modern“ sind die Arbeiten zur Beseitigung der Anfang des Jahres bekannt gewordenen Feuchtigkeitsschäden weit fortgeschritten. Nach Angaben der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) sollen die Sanierungsmaßnahmen voraussichtlich Anfang Oktober abgeschlossen sein.
Bis zum Jahresende sollen sämtliche Schäden am Rohbau behoben sein. An der erwarteten Verzögerung des Gesamtprojekts ändert das jedoch nichts. Die Eröffnung des neuen Museums wird inzwischen erst für das Jahr 2030 erwartet.
- Bezirk: Berlin-Mitte
- Adresse: Potsdamer Straße 50, 10785 Berlin
- Pläne: Neubau für Kunst des 20. Jahrhunderts mit Sammlungen der Nationalgalerie sowie Sammlungen Pietzsch, Marx und Marzona
- Zeitraum: geplante Fertigstellung ab 2030
- Kosten: rund 526 Millionen Euro
„Berlin Modern“: Spezialfirmen sanieren betroffene Betonflächen
Die Feuchtigkeitsschäden waren im Frühjahr öffentlich geworden. Betroffen sind mehrere Betonflächen im Rohbau, insbesondere in den unteren Geschossen. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz setzt nach eigenen Angaben spezialisierte Fachbetriebe ein, die die betroffenen Betonoberflächen gezielt reinigen.
Als Ursache der Schäden wurden die außergewöhnlich hohe Luftfeuchtigkeit und die starken Niederschläge im vergangenen Jahr genannt. Untersuchungen hatten zudem mikrobiologische Belastungen auf einzelnen Oberflächen nachgewiesen, woraufhin ein Sanierungskonzept erarbeitet wurde.
Museumsneubau soll vor weiteren Witterungseinflüssen geschützt werden
Wie die Berliner Morgenpost berichtet, wurden inzwischen zusätzliche Maßnahmen getroffen, um vergleichbare Probleme im weiteren Bauverlauf zu vermeiden. Mit der Schließung der Gebäudehülle soll der Rohbau künftig besser vor Witterungseinflüssen geschützt werden.
Im späteren Betrieb sollen die haustechnischen Anlagen Temperatur und Luftfeuchtigkeit automatisch regulieren und so ein konstantes Raumklima sicherstellen. Auch die Lage in unmittelbarer Nähe der Spree stelle nach Einschätzung der Bauherrin kein erhöhtes Risiko für spätere Feuchtigkeitsschäden dar.

Eine Visualisierung des Museumsneubaus „Berlin Modern“. Während einige den Entwurf als klar und zeitgemäß bewerten, stoßen sich andere an der Gestaltung und kritisieren den Bau etwa als „Scheune“ oder ziehen Vergleiche zu einer Supermarktfiliale. / © Visualisierung: Herzog & de Meuron
„Scheune“ am Kulturforum: Architektur zwischen Zustimmung und Kritik
Neben den baulichen Herausforderungen sorgt auch der architektonische Entwurf von Herzog & de Meuron weiterhin für Diskussionen. Das Büro hat sich bewusst für eine einfache, archetypische Hausform entschieden, die zwischen den architektonischen Ikonen von Ludwig Mies van der Rohe und Hans Scharoun am Kulturforum bestehen soll. Ziel sei ein eigenständiges Gebäude, das sich zurücknimmt und die Kunst sowie die Begegnung der Besucher in den Mittelpunkt stellt.
Gerade diese reduzierte Gestaltung stößt jedoch nicht überall auf Zustimmung. Während Befürworter die Klarheit und Zurückhaltung des Entwurfs loben, kritisieren andere die schlichte Form des Neubaus.
9.000 Quadratmeter: Erweiterung der Neuen Nationalgalerie
Ungeachtet dessen zählt „Berlin Modern“ weiterhin zu den bedeutendsten Kulturbauprojekten Deutschlands. Auf rund 9.000 Quadratmetern sollen künftig Werke der Nationalgalerie aus dem 20. Jahrhundert präsentiert werden. Zugleich soll der Neubau das Kulturforum mit Einrichtungen wie der Philharmonie und der Gemäldegalerie städtebaulich stärken.
Quellen: Berliner Morgenpost, berlin modern, Deutschlandfunk Kultur, Herzog & de Meuron
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Spreenähe? Ist im Beitrag nicht eher die Nähe zum Landwehrkanal gemeint?
Dieser Bau ist und bleibt ein einziges Grauen! Wieder hat Berlin eine Chance vertan!