An der Salzmannstraße 34 in Friedrichsfelde plant die HOWOGE ein Hochhaus mit 18 Geschossen und 145 Mietwohnungen. Derzeit stehen auf dem Grundstück noch die Container eines früheren Schulstandorts.

Auf dem Grundstück an der Salzmannstraße 34 stehen derzeit noch die eingeschossigen Container des früheren temporären Schulstandorts der Seepark-Grundschule. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Titelbild: ARGE Handler & Weissenseer
An der Salzmannstraße 34 stehen noch immer die flachen Gebäude des früheren temporären Schulstandorts. Doch die landeseigene HOWOGE verfolgt für den nördlichen Grundstücksteil inzwischen wieder ihre ursprünglichen Wohnungsbaupläne. Vorgesehen ist ein 18-geschossiges Hochhaus, das sich deutlich über die umgebende Bebauung von Friedrichsfelde erheben würde.
- Bezirk: Lichtenberg
- Adresse: Salzmannstraße 34, 10319 Berlin
- Projektstatus: Planungs- und Genehmigungsphase
- Geschosse: 18
- Wohnungen: 145 Mietwohnungen
- Geförderte Wohnungen: Mindestens 73
- Wohnungsgrößen: Ein bis fünf Zimmer
Vor Ort sieht es noch wenig nach einem künftigen Wohn-Hochhaus aus. Hinter einem Metallzaun stehen eingeschossige, graue Containerbauten. Zwischen den Gebäuden verlaufen gepflasterte Wege, während Gräser, Stauden und junge Gehölze die früheren Außenflächen zunehmend überwuchern. Schilder tragen weiterhin die Aufschrift „Temporärer Schulstandort 11G37, Salzmannstraße 34“.
Temporäre Schule in Friedrichsfelde ist inzwischen ausgezogen
Die Container dienten ab September 2022 als vorläufiger Standort der heutigen Seepark-Grundschule. Dort bezogen zunächst sieben Klassen ein eigenes Schulgelände. Der Bezirk hatte zwölf Klassenraumcontainer sowie einen kombinierten Mensa- und Verwaltungstrakt errichten lassen. Insgesamt bot der Standort Platz für bis zu 288 Grundschulkinder.
Die Anlage war ausdrücklich als Übergangslösung geplant. Die Schule bleib in der Salzmannstraße, bis ihr Neubau am Blockdammweg fertig war. Die Seepark-Grundschule zog zum Schuljahr 2024/25 in das neue Gebäude um. Seitdem stehen die Schulcontainer an der Salzmannstraße leer.

Das Schild „Temporärer Schulstandort 11G37“ erinnert an die frühere Nutzung der Salzmannstraße 34 als Ausweichstandort für eine Grundschule. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
HOWOGE plant 145 Wohnungen an der Salzmannstraße 34
Nach dem aktuellen Projektstand soll an der Salzmannstraße 34 nun ein Holzhybrid-Hochhaus mit 18 Geschossen entstehen. Die HOWOGE nennt 145 Mietwohnungen mit ein bis fünf Zimmern. Mindestens 73 Wohnungen sollen öffentlich gefördert und damit mietpreis- sowie belegungsgebunden angeboten werden. Im Erdgeschoss sind zusätzliche Flächen für gewerbliche Nutzungen vorgesehen.
Die Planung legt einen deutlichen Schwerpunkt auf barrierearmes Wohnen. Alle Wohnungen sollen stufenlos erreichbar sein und innerhalb der Einheiten keine Schwellen erhalten. Nach Angaben der HOWOGE sollen 119 Wohnungen barrierefrei nutzbar sein. Eine Wohnung ist für Menschen vorgesehen, die dauerhaft auf einen Rollstuhl angewiesen sind. Ein Aufzug soll sämtliche Wohngeschosse erschließen.
Fast alle Wohnungen erhalten einen Balkon oder eine Terrasse. Außerdem plant die HOWOGE Mieterkeller und Fußbodenheizungen. In den Außenanlagen sollen Spiel- und Bewegungsflächen für unterschiedliche Altersgruppen, Sitzgelegenheiten sowie weitere Orte für nachbarschaftliche Begegnungen entstehen.

Die Containergebäude an der Salzmannstraße 34 dienten von 2022 bis zum Umzug der Seepark-Grundschule als Unterrichts-, Mensa- und Verwaltungsräume. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Hochhaus in Friedrichsfelde: Planungen reichen Jahre zurück
Die Idee für ein Wohnhochhaus an diesem Standort ist nicht neu. Bereits vor der Einrichtung der Schule verfolgte die HOWOGE entsprechende Pläne. Dagegen formierte sich Widerstand im Bezirk. Das Bezirksamt Lichtenberg beschloss im Juni 2022 eine Resolution mit dem Titel „Kein Hochhaus in der Salzmannstraße 34“.
Parallel dazu setzte sich die Bezirksverordnetenversammlung dafür ein, das Grundstück dauerhaft als Schulstandort zu sichern. Noch im März 2025 forderte die Grünen-Fraktion das Bezirksamt auf, mit der HOWOGE über eine weitere öffentliche Nutzung zu verhandeln. Sie verwies dabei unter anderem auf den Bedarf an schulischer Infrastruktur und den zeitweise ungenutzten Containerstandort.
Diese politischen Beschlüsse haben das Wohnungsbauprojekt jedoch nicht endgültig gestoppt. Die HOWOGE führt die Salzmannstraße 34 inzwischen wieder offiziell als geplantes Neubauvorhaben. Zudem ging im Dezember 2025 beim Bezirksamt Lichtenberg ein Bauantrag für ein Holzhybrid-Hochhaus mit Wohn-, Büro- und Gewerbenutzung ein. Das Genehmigungsverfahren ist noch nicht abgeschlossen.
Salzmannstraße 34 dient als erstes Projekt einer Hochhaus-Serie
Die HOWOGE betrachtet das Vorhaben zugleich als möglichen Auftakt für eine größere Serie. Dafür schrieb das Unternehmen einen Rahmenvertrag zur Planung und Errichtung modularer Holzhybrid-Hochhäuser aus. Perspektivisch sollen auf bis zu 20 geeigneten Grundstücken des Unternehmens vergleichbare Gebäude entstehen.
Den Rahmenvertrag schloss die HOWOGE mit drei Partnern: der PORR GmbH & Co. KGaA, der ANES Bauausführungen Berlin GmbH sowie einer Arbeitsgemeinschaft aus Handler Bau und Weissenseer Holz-System-Bau.
Wann die Schulcontainer an der Salzmannstraße verschwinden und die Bauarbeiten beginnen könnten, hängt nun vom Genehmigungsverfahren ab.
Salzmannstraße 34
Quellen: HOWOGE, Bezirksamt Lichtenberg
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