Im Süd-Berliner Bezirk Tempelhof-Schöneberg entsteht mit der S2-Allianz ein neuer Wirtschafts- und Innovationsraum. Im Mittelpunkt steht auch der geplante S-Bahnhof Kamenzer Damm an der S2.

Das Foto zeigt die Unterzeichnung der Absichtserklärung zur Gründung der S2-Allianz im Schöneberger Rathaus in Berlin. Vertreter der Partnernetzwerke sitzen gemeinsam mit Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey und Bezirksbürgermeister Jörn Oltmann an einem Konferenztisch und präsentieren das unterzeichnete Dokument. Die S2-Allianz vernetzt die Innovationsstandorte Marienpark Berlin, ringberlin sowie die Unternehmensnetzwerke Großbeerenstraße und Motzener Straße entlang der S-Bahnlinie S2.

Vertreter der neu gegründeten S2-Allianz unterzeichnen gemeinsam mit Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey und Bezirksbürgermeister Jörn Oltmann im Schöneberger Rathaus die Absichtserklärung für den neuen Innovations- und Wirtschaftsraum im Berliner Süden. / © Foto: Sven Darmer

© Titelbild: Wikimedia Commons, rail fox (flufftech.net), CC BY-SA 4.0 

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Im Süden Berlins formiert sich ein neues Bündnis aus Industrie, Start-ups, Forschung und Standortentwicklern. Die selbst ernannte S2-Allianz will Tempelhof-Schöneberg als Innovationsraum sichtbarer machen. Besonders wichtig wird dabei die Mobilität entlang der S-Bahnlinie S2.

  • Bezirk: Tempelhof-Schöneberg
  • Ort: Berliner Süden entlang der S-Bahnlinie S2
  • Beteiligte Partner: Modell-Campus ringberlin, Resilience Technology Campus Marienpark Berlin, Netzwerk Großbeerenstraße e.V. und UnternehmensNetzwerk Motzener Straße e.V.

Berlin bekommt im Süden der Stadt ein neues Bündnis mit wirtschaftlichem Gewicht. Am 3. Juli 2026 wurde im Goldenen Saal des Schöneberger Rathauses die S2-Allianz offiziell bekanntgegeben. Dahinter stehen vier Partner, die bisher vor allem eigene Standorte und Netzwerke entwickelt haben: der Modell-Campus „ringberlin“, der „Resilience Technology Campus Marienpark Berlin“, das Netzwerk „Großbeerenstraße e.V.“ und das „UnternehmensNetzwerk Motzener Straße e.V.“.

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Die Allianz will einen gemeinsamen Entwicklungsraum entlang der S-Bahnlinie S2 schaffen. Dabei geht es nicht nur um klassische Standortpolitik. Die Partner wollen Industrieunternehmen, technologieorientierte Start-ups, Forschungseinrichtungen und Verwaltung enger zusammenbringen. Die beteiligten Standorte setzen nach Angaben des Bezirksamts auf Zukunftsfelder wie Künstliche Intelligenz, Resilienztechnologien, Energieinnovationen, digitale Produktion und additive Fertigung. Die Initiative wurde von den Partnern selbst entwickelt und finanziert.

S-Bahnhof Kamenzer Damm wird zum Schlüsselprojekt

Besonders sichtbar wird die neue Allianz beim Thema Verkehr. Der geplante S-Bahnhof Kamenzer Damm gilt zum offiziellen Start als erster wichtiger Erfolg. Die Fertigstellung ist nach Angaben des Bezirksamts bis 2032 vorgesehen. Der Halt soll die beteiligten Innovations- und Gewerbestandorte besser miteinander verbinden und einen Innovationskorridor entlang der S2 stärken.

Der Bahnhof ist schon länger Teil der Berliner S-Bahn-Planung. Die Senatsverkehrsverwaltung nennt den Kamenzer Damm als einen Standort, der im Rahmen des S-Bahn-Ausbaus profitieren soll. Der neue Halt liegt im Kontext des i2030-Teilprojekts zur Engpassbeseitigung und Weiterentwicklung des S-Bahnnetzes. Bereits 2021 bestellte das Land Berlin bei der Deutschen Bahn die Vorplanung mit Kostenschätzung für den S-Bahnhaltepunkt.

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Warum der S-Bahnhof Kamenzer Damm für den Süden wichtig ist

Für die S2-Allianz geht es beim Kamenzer Damm nicht nur um einen zusätzlichen Halt. Der Bahnhof soll Beschäftigten, Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Besuchern den Zugang zu mehreren Gewerbe- und Innovationsstandorten erleichtern. Dazu zählen unter anderem der Marienpark Berlin, der Modell-Campus „ringberlin“ sowie die Gewerbegebiete rund um die Motzener Straße und Großbeerenstraße.

Die Infrastrukturfrage trifft auf einen Raum, der sich stark verändert. Auf dem Modell-Campus „ringberlin“ entsteht ein großer Makerspace mit 17.000 Quadratmetern Fläche. „MotionLab.Berlin“ soll ihn betreiben. Das Land Berlin unterstützt das Vorhaben mit rund 36 Millionen Euro GRW-Mitteln.

Marienpark, „ringberlin“ und Industriegebiete rücken näher zusammen

Auch der Marienpark Berlin entwickelt sich zu einem spezialisierten Standort. Er positioniert sich als Resilience Technology Campus und bietet nach eigenen Angaben sichere Rechenzentren, Labore sowie geschützte Entwicklungs- und Produktionsflächen. Dort sollen Technologien für Sicherheit, Kritische Infrastruktur, Katastrophenschutz und öffentliche Sicherheitsaufgaben entstehen.

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Hinzu kommt das Gewerbe- und Industriegebiet Motzener Straße. Es umfasst 112,5 Hektar und zählt zu den größten gewerblichen Bereichen im Bezirk Tempelhof-Schöneberg. Rund 200 Betriebe mit gut 5.000 Beschäftigten arbeiten dort. Knapp die Hälfte der Betriebe und rund 80 Prozent der Beschäftigten gehören zum Produzierenden Gewerbe.

Tempelhof-Schöneberg: Was die S2-Allianz konkret erreichen will

Die S2-Allianz will vor allem Verbindungen schaffen. Start-ups sollen schneller Zugang zu erfahrenen Unternehmen bekommen. Bestehende Industriebetriebe sollen stärker von Forschung, Gründungsideen und neuen Technologien profitieren. Daraus sollen Technologietransfer, Skalierung und Markterschließung entstehen.

Darüber hinaus will das Bündnis Mobilität breiter denken. Neben dem S-Bahnhof Kamenzer Damm nennt die Allianz klimafreundliche Verkehrsangebote, besseren Rad- und Fußverkehr, multimodale Mobilitätshubs sowie eine bessere Anbindung an Regional- und Flughafenverkehr. Damit geht es auch um Standortbedingungen im Alltag: Arbeitswege, Erreichbarkeit, Fachkräfte und Lieferbeziehungen.

S-Bahnhof Kamenzer Damm

 

Quellen: Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg, Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, Schriftliche Anfrage im Abgeordnetenhaus Berlin, Drucksache 19/15759

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2 Kommentare

  1. 41er 11. Juli 2026 at 11:15 - Reply

    Mensch, man könnte dann sogar eine Tram von alt mariendorf über den neuen sbahnhof, lankwitz Kirche, den S Lankwitz bis zum Rathaus Steglitz umsetzen. Damit ersetzt man mehrere Buslinien und bindet den Standort und die umliegenden Bezirke zuverlässig und leistungsstark an das ÖPNV Netz an 👀

  2. Anwohner 13. Juli 2026 at 19:36 - Reply

    Wie willst du das denn umsetzen „One Comment“?
    Dann sollte aber auch mehr neuer Wohnraum in der Nähe geschaffen werden.

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