Der geplante S-Bahn-Neubau in Pankow wird zum Konflikt zwischen Berlin und der Deutschen Bahn. Zwei neue Stationen sollen große Wohn- und Gewerbeflächen im Norden des Bezirks anbinden. Doch der Zeitplan wankt.
S-Bahn Station „Bucher Straße“
S-Bahn Station „Schönerlinder Straße“
© Titelbild: Wikimedia Commons, rail fox (flufftech.net), CC BY 4.0
In Pankow verschärft sich der Streit um den geplanten S-Bahn-Neubau im Norden des Bezirks. Der Berliner Senat will die Stationen „Bucher Straße“ und „Schönerlinder Straße“ spätestens 2033 in Betrieb nehmen. Die Deutsche Bahn hält diesen Termin nach Angaben des Bezirksamts Pankow für nicht realisierbar. Demnach nennt die zuständige „InfraGO“ inzwischen einen Bauzeitraum von 2033 bis 2037.
- Bezirk: Pankow
- Ortsteile: Französisch Buchholz, Karow, Blankenfelde
- Geplante Stationen: „Bucher Straße“ und „Schönerlinder Straße“
- Betroffene Strecke: heutige S8 zwischen Blankenburg und Mühlenbeck-Mönchmühle
- Geplanter Berliner Zieltermin: 2033
- Von der Bahn genannter Termin: voraussichtlich 2037
Die beiden Stationen sollen auf der heute von der S8 genutzten Strecke zwischen Blankenburg und Mühlenbeck-Mönchmühle entstehen. Dort fährt die S-Bahn bisher ohne Halt durch weitgehend offene Flächen zwischen Französisch Buchholz, Karow und der Landesgrenze. Genau diese Flächen gewinnen jedoch für Berlin stark an Bedeutung.
Pankow braucht die S-Bahn für Wohnungsbau
Der Senat verbindet den S-Bahn-Neubau mit mehreren großen Stadtentwicklungsprojekten. Dazu gehört das Gewerbegebiet „Buchholz Nord“, das Berlin als größte Bauflächenreserve für Industrie und Gewerbe einstuft. Hinzu kommen das Wohnquartier „Alte Schäferei“ an der Schönerlinder Straße sowie das geplante Stadtquartier „Elisabeth-Aue“.
Für die „Elisabeth-Aue“ sieht Berlin auf rund 73 Hektar etwa 5.000 Wohnungen vor. Auch Schulen, soziale Einrichtungen, Einzelhandel, Büros und Dienstleistungen sollen dort entstehen.

So könnte das neue Quartier „Elisabeth-Aue“ in Berlin-Pankow aussehen. Auf dem rund 73 Hektar großen Areal sind etwa 5.000 Wohnungen, ein großer Landschaftspark sowie Schulen, Kitas und weitere Einrichtungen geplant./ © Visualisierung: Hosoya Schaefer Architects AG / AgenceTer.de GmbH, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
Neue S-Bahn-Stationen sollen große Entwicklungsgebiete erschließen
Für die „Alte Schäferei“ laufen die Planungen im Umfeld der Schönerlinder Straße. Rahmenplanungen gehen dort von mehreren Tausend Wohnungen aus. Doch ohne leistungsfähigen Schienenanschluss drohen lange Wege und zusätzliche Belastungen für Straßen und Buslinien.
Die geplanten S-Bahn-Halte haben zudem eine lange Vorgeschichte. Schon zu DDR-Zeiten wurden Teile der Infrastruktur vorbereitet. Die damalige Planung zielte auf neue Siedlungsflächen im Nordosten Berlins. Nach dem Mauerfall verschwanden viele dieser Vorhaben jedoch aus der aktiven Planung. Nun greift Berlin die Idee wieder auf, weil Pankow stark wächst.

Das Modell der „Alte Schäferei“ zeigt die geplante Struktur des neuen Wohnquartiers in Französisch Buchholz mit Wohngebäuden, öffentlichen Räumen und einer neuen städtebaulichen Anordnung im Norden Pankows. / © Bild: City Press
S-Bahn in Pankow: Streit um 2033 oder 2037
Die „Senatskommission Wohnungsbau“ hatte beschlossen, die Stationen „Bucher Straße“ und „Schönerlinder Straße“ bis spätestens 2033 zu ermöglichen. Dieses Gremium soll Wohnungsbauvorhaben beschleunigen und Konflikte zwischen Senat, Bezirken und weiteren Beteiligten lösen.
Die Bahn sieht den Zeitplan aber offenbar anders. Nach Angaben des Bezirksamts Pankow kann die Inbetriebnahme nicht bis 2033 erfolgen. Stattdessen steht nun 2037 im Raum. Damit würde sich die Anbindung der neuen Quartiere um mindestens vier Jahre verschieben.
Quellen: Tagesspiegel, Bezirksamt Pankow, Berlin.de, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Deutsche Bahn i2030
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4 Kommentare
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Verkauft die Bahn an die Chinesen, es ist einfach nicht mehr auszuhalten.
10 Jahre für einen popeligen Streifen Pflaster ein Wartehäuschen, Lampen und ein Signal.
Es ist nur noch lachhaft!
Die Bahnsteigkanten wurden zu DDR Zeiten schon gebaut.
Die Bahn darf niemals der Bauherr sein ! Das muss Stadt / Land einfach mal selber machen. 10 Jahre Bauzeit für zwei lächerliche Haltepunkte aus DDR Planungen…völlig absurd und inakzeptabel