Im Südosten Berlins kommt es vom 12. Juni bis 6. Juli zu einer großen S-Bahn-Sperrung. Fahrgäste müssen mit gravierenden Einschränkungen rechnen.
© Titelbild: S-Bahn Berlin
Im Berliner Südosten müssen Fahrgäste ab Mitte Juni mit erheblichen Einschränkungen rechnen. Der Grund ist die Stellwerkserneuerung in Schöneweide. Die Deutsche Bahn baut am Projekt „Elektronisches Stellwerk Schöneweide“ und sperrt dafür zentrale Abschnitte des S-Bahn-Netzes bis Anfang Juli.
- Bezirk: Treptow-Köpenick
- Zeitraum: 12. Juni, 22 Uhr, bis 6. Juli, 1:30 Uhr
- Betroffene Abschnitte: Altglienicke/Grünau/Spindlersfeld – Schöneweide – Baumschulenweg sowie Treptower Park – Warschauer Straße
- Grund: Signal-, Kabel-, Balisen- und Weichenarbeiten
Von Freitag, 12. Juni, 22 Uhr, bis Montag, 6. Juli, 1:30 Uhr, fährt auf mehreren wichtigen Abschnitten keine S-Bahn. Betroffen sind die Verbindungen zwischen Altglienicke, Grünau, Spindlersfeld, Schöneweide und Baumschulenweg. Zusätzlich unterbricht die S-Bahn Berlin den Verkehr zwischen Treptower Park und Warschauer Straße. Für viele Pendlerinnen und Pendler bedeutet das längere Wege, Umstiege und Ersatzbusse.

Während der S-Bahn-Sperrung im Südosten Berlins erneuert die Deutsche Bahn im Rahmen des Projekts „Elektronisches Stellwerk Schöneweide“ die Leit- und Sicherungstechnik. / © Foto: S-Bahn Berlin GmbH / Kathrin Fiehn
S-Bahn-Sperrung im Südosten: Der Grund für die Einschränkungen
Hintergrund der Bauarbeiten ist das Projekt „Elektronisches Stellwerk Schöneweide“. Die DB InfraGO ersetzt dort alte Leit- und Sicherungstechnik durch moderne elektronische Stellwerkstechnik. Nach Angaben der Bahn sollen die letzten örtlich besetzten Stellwerke im S-Bahn-Netz verschwinden. Künftig steuern Fahrdienstleiterinnen und Fahrdienstleiter den Verkehr aus der Betriebszentrale in Halensee.
Für das Projekt „Elektronisches Stellwerk Schöneweide“ verlegt die Bahn rund 256 Kilometer Signalkabel. Außerdem entstehen etwa 15.000 Meter Kabelkanäle und 240 Gleisquerungen. Hinzu kommen mehr als 360 Signale und Balisen. Diese kleinen gelben Bauteile übertragen Informationen von der Strecke an die S-Bahn-Züge. Sie helfen dem Zugbeeinflussungssystem, rote Signale und Geschwindigkeiten zu überwachen.
S-Bahn-Sperrung bringt neue Weichen in Adlershof und am Grünauer Kreuz
Während der Sperrung montiert die Bahn Balisen, stellt Signale auf und führt Kabeltiefbauarbeiten aus. Zusätzlich baut sie sechs Weichen im Bereich Adlershof und vier Weichen am Grünauer Kreuz ein. Auch Bahnstromanlagen gehören zu den Arbeiten. Die neuen Weichen sollen den Betrieb später flexibler machen. Bei Störungen oder Bauarbeiten muss dann nicht mehr automatisch ein langer Abschnitt zwischen Schöneweide, Grünau und Altglienicke ausfallen.
Die Bauarbeiten am Projekt „Elektronisches Stellwerk Schöneweide“ laufen seit Herbst 2024. Die Hauptarbeiten dauern nach Angaben der DB bis Ende 2027. Für 2026 nennt die Bahn mehrere größere Sperrpausen. Bereits Ende Januar und Anfang Februar war der Bereich Baumschulenweg, Schöneweide, Altglienicke, Grünau und Spindlersfeld betroffen. Ende März bis Mitte April folgte Baumschulenweg bis Neukölln. Im Mai kam der Abschnitt Schöneweide bis Grünau/Schönefeld hinzu.
S-Bahn: Ersatzverkehr und weitere Änderungen im Südosten
Während der aktuellen Sperrung setzt die S-Bahn Berlin barrierefreie Ersatzbusse ein. Fahrgäste müssen außerdem mit geänderten Abfahrtszeiten und anderen Bahnsteigen rechnen. Die S-Bahn empfiehlt, vor Fahrtantritt die elektronische Fahrplanauskunft oder die S-Bahn-App zu prüfen. Dort finden sich auch Details zu Ersatzverkehren und Bauinformationen.
Eine zusätzliche Besonderheit betrifft die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung ILA. Sie findet während der Bauphase statt. Die S-Bahn verstärkt deshalb am 13. und 14. Juni zeitweise die Linie S2 bis und ab Mahlow auf einen 10-Minuten-Takt. Dort startet ein Shuttlebus zur ILA. Für den Südosten bleibt dennoch klar: Die Sperrung dient dem Ausbau der Infrastruktur und soll den Betrieb langfristig stabilisieren. Sie soll die technische Grundlage für einen stabileren Betrieb schaffen.
Quellen: S-Bahn Berlin, DB BauInfoPortal, VIZ Berlin
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