Berlin baut sein S-Bahn-Netz an mehreren Stellen aus. Von der neuen S15 über die Reaktivierung der Siemensbahn bis zur S25 nach Stahnsdorf und dem Regionalbahnhof Köpenick: ENTWICKLUNGSSTADT zeigt den aktuellen Stand der wichtigsten S-Bahn-Projekte.
© Titelbild: Deutsche Bahn AG / Oliver Lang
Neue Strecken, zusätzliche Bahnhöfe und bessere Verbindungen ins Umland: Der Ausbau der S-Bahn gehört zu den größten Infrastrukturvorhaben in Berlin. Während erste Projekte bereits sichtbar vorankommen, befinden sich andere noch in der Planungsphase.
ENTWICKLUNGSSTADT gibt einen Überblick über die wichtigsten S-Bahn-Projekte und zeigt, wo Fahrgäste in den kommenden Jahren mit Veränderungen rechnen können.
S15 und S21: Neue Nord-Süd-Verbindung durch Berlin

Die S15 fährt seit Juni 2026 über die neue Strecke der S21. Ein Halt am geplanten S-Bahnhof Perleberger Brücke fehlt jedoch weiterhin. / © Foto: Deutsche Bahn AG / Dominic Dupont
- Bezirk: Mitte
- Strecke: Gesundbrunnen – Wedding – Hauptbahnhof – Potsdamer Platz
- Projektstatus: Erster Abschnitt in Betrieb, weitere Abschnitte in Planung
- Fertigstellung: 2030er-Jahren
Mit der neuen S15 zwischen Gesundbrunnen und Hauptbahnhof ist der erste Teil der lange geplanten S21 in Betrieb gegangen. Die Linie fährt über den Bahnhof Wedding zu einem provisorischen S-Bahnsteig am Hauptbahnhof. Damit erhält der Berliner Hauptbahnhof erstmals eine direkte S-Bahnverbindung in Richtung Norden, die nicht über Friedrichstraße führt. Die Inbetriebnahme erfolgte nach zahlreichen Terminverschiebungen.
Der zweite Bauabschnitt soll den Hauptbahnhof durch einen rund 1,2 Kilometer langen Tunnel mit dem Potsdamer Platz verbinden. Die Strecke verläuft durch das Regierungsviertel. DB InfraGO erwartet den Planfeststellungsbeschluss nach aktuellem Stand 2026, nennt für die Inbetriebnahme jedoch nur die 2030er-Jahre. Danach soll ein dritter Abschnitt vom Potsdamer Platz über einen neuen Bahnhof am Gleisdreieck zu den Stationen Yorckstraße und Großgörschenstraße führen. Auch dafür steht noch kein verbindlicher Fertigstellungstermin fest.
Siemensbahn: Eine stillgelegte S-Bahn-Strecke kehrt zurück

Die Siemensbahn in Spandau soll reaktiviert werden und künftig neue Wohnquartiere wie „Siemensstadt Square“ und „Das Neue Gartenfeld“ anbinden. / © Bild: ENTWICKLUNGSSTADT mit OPEN AI
- Bezirke: Charlottenburg-Wilmersdorf und Spandau
- Strecke: Jungfernheide – Wernerwerk – Siemensstadt – Gartenfeld
- Projektstatus: Bauvorbereitung und beginnende Umsetzung
- Fertigstellung: für 2029 angestrebt
Die Reaktivierung der Siemensbahn gehört zu den weitesten fortgeschrittenen Schienenprojekten im Berliner Westen. Die Strecke verbindet künftig den Bahnhof Jungfernheide mit Wernerwerk, Siemensstadt und Gartenfeld. Sie ging 1929 in Betrieb und wurde 1980 stillgelegt. Große Teile der historischen Viadukte und Bahnhöfe bleiben erhalten und werden erneuert. Ende Juni 2026 gab die Deutsche Bahn ein weiteres Startsignal für die Bauarbeiten.
Die Siemensbahn soll vor allem die wachsende Siemensstadt Square an die Ringbahn anbinden. Dort plant Siemens ein gemischt genutztes Stadtquartier mit Arbeitsplätzen, Forschungsflächen, Wohnungen, Schulen und Kitas. Die Projektpartner untersuchen außerdem eine spätere Verlängerung über Gartenfeld hinaus. Diese Erweiterung gehört jedoch nicht zur derzeit finanzierten Reaktivierung. Die Deutsche Bahn hält bislang am Ziel fest, die Strecke 2029 wieder in Betrieb zu nehmen.
S25 nach Stahnsdorf: Neue S-Bahn-Verbindung ins Umland

Am S-Bahnhof Eichborndamm sehen die aktuellen Pläne einen zusätzlichen barrierefreien Zugang zur Linie S25 vor. / © Bild: ENTWICKLUNGSSTADT mit KI
- Landkreise und Kommunen: Teltow und Stahnsdorf
- Strecke: Teltow Stadt – Stahnsdorf, Sputendorfer Straße
- Projektstatus: Entwurfs- und Genehmigungsplanung
- Fertigstellung: Noch offen
Für die Verlängerung der S25 von Teltow Stadt nach Stahnsdorf hat DB InfraGO die Vorplanung abgeschlossen. Die Projektpartner haben sich auf eine Vorzugsvariante verständigt. Vorgesehen ist eine neue Strecke bis zur Sputendorfer Straße. Im Bereich der Whitehorse-Straße soll die Bahn in einer Troglage verlaufen, während die Iserstraße etwa auf dem vorhandenen Geländeniveau gequert werden soll.
Seit März 2026 läuft die Entwurfs- und Genehmigungsplanung. Berlin und Brandenburg finanzieren diese Planungsstufen. Ein Termin für den Baubeginn oder die Inbetriebnahme steht noch nicht fest. Die Planung sieht einen Zehn-Minuten-Takt bis Stahnsdorf vor. Zum Gesamtprojekt gehört zudem ein zweigleisiger Ausbau zwischen Südende und Lichterfelde Ost, damit zusätzliche Züge auf dem südlichen Abschnitt der S25 fahren können.
Regionalbahnhof Köpenick: Zusätzlicher Halt auf der Strecke nach Frankfurt

Der neue Regionalbahnhof Köpenick nimmt weiter Gestalt an. Im August wird die Bahnhofstraße für Arbeiten an den Hilfsbrücken und dem neuen Fußgängertunnel erneut voll gesperrt. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
- Bezirk: Treptow-Köpenick
- Adresse: Bahnhofstraße, 12555 Berlin
- Projektstatus: Im Bau
- Fertigstellung: Februar 2028
Der Bahnhof Köpenick wird zu einem Regionalbahnhof ausgebaut. Das Vorhaben bildet den Schwerpunkt der derzeitigen Bahn- und Brückenarbeiten rund um die Köpenicker Bahnhofstraße. Die Deutsche Bahn errichtet einen neuen Regionalbahnsteig, ein zusätzliches Gleis und mehrere Brückenbauwerke. Hinzu kommen Stützwände, Schallschutzanlagen, neue Oberleitungen und technische Einrichtungen.
Der Zeitplan hat sich erneut verschoben. Regionalzüge sollen nun ab Dezember 2027 in Köpenick halten. Das gesamte Ausbauprojekt soll im Februar 2028 abgeschlossen sein. Ursprünglich war die Eröffnung des Regionalbahnhofs früher vorgesehen. Die Arbeiten hängen eng mit dem Umbau des benachbarten S-Bahnhofs Hirschgarten und weiteren Maßnahmen entlang der Strecke Berlin–Frankfurt an der Oder zusammen.
S-Bahnhof Zehlendorf: Modernisierung verzögert sich weiter

Der S-Bahnhof Zehlendorf ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt im Südwesten Berlins und verbindet den Bezirk Steglitz-Zehlendorf mit der Innenstadt sowie dem Umland. / © Foto: depositphotos.com
- Bezirk: Steglitz-Zehlendorf
- Adresse: Teltower Damm / S-Bahnhof Zehlendorf
- Projektstatus: Entwurfsplanung wird überarbeitet
- Fertigstellung: Mitte der 2030er-Jahre angestrebt
Auch der S-Bahnhof Zehlendorf soll umfassend modernisiert werden. Die Deutsche Bahn plant unter anderem die Erneuerung der Eisenbahnüberführung am Teltower Damm, zusätzliche Zugänge und Verbesserungen an der bestehenden Bahnhofsinfrastruktur. Weil das Land Berlin die geplante Aufweitung des historischen Personentunnels zurückgenommen hat, muss DB InfraGO Teile der Entwurfsplanung überarbeiten.
Die eigentlichen Bauarbeiten haben deshalb noch nicht begonnen. Nach aktuellem Stand strebt die Bahn die Inbetriebnahme des modernisierten Bahnhofs für die Mitte der 2030er-Jahre an. Für 2026 ist zunächst eine separate Gleisbaumaßnahme vorgesehen, die den zweigleisigen Betrieb der S1 langfristig sichern soll.
S-Bahn-Ausbau in Berlin: Projekte mit unterschiedlichem Tempo
Die fünf Projekte verdeutlichen, wie unterschiedlich weit der S-Bahn-Ausbau in Berlin inzwischen fortgeschritten ist. Mit der S15 ist bereits ein erster Abschnitt der neuen Nord-Süd-Verbindung in Betrieb. Die Siemensbahn und der Regionalbahnhof Köpenick befinden sich im Bau, während die Verlängerung der S25 nach Stahnsdorf noch mehrere Planungsschritte durchlaufen muss.
Gemeinsam verfolgen die Vorhaben jedoch ein Ziel: Das Berliner S-Bahn-Netz soll leistungsfähiger werden und wachsende Stadtquartiere sowie das Umland besser miteinander verbinden.
Quellen: Deutsche Bahn AG, DB InfraGO AG, Berliner Verkehrsbetriebe, Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg, Projekt i2030, Eisenbahn-Bundesamt, Abgeordnetenhaus von Berlin
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Das systematische Problem bei öffentlichen Bauprojekten in Berlin ist nicht nur logistischer Natur, sondern liegt in der Vertragsgestaltung. Solange Ausschreibungen keine strengen Pönalen für Inaktivität oder Verzögerungen enthalten, bleibt der wirtschaftliche Anreiz der Bauunternehmen darauf ausgerichtet, Fristen zu verlängern, anstatt sie zu optimieren. Um die Glaubwürdigkeit dieser Projekte wiederherzustellen, muss die Verwaltung Verträge verlangen, die an öffentlich einsehbare Meilensteine und reale finanzielle Sanktionen für Tage ohne sichtbare Bauaktivität gebunden sind.
Die ständigen Mitteilungen über ‚unvorhergesehene Komplikationen‘ verlieren jede Glaubwürdigkeit, wenn die Bürger täglich völlig verwaiste Baustellen über Wochen hinweg beobachten. Wenn öffentliche Gelder diese Aufträge finanzieren, verdienen die Steuerzahler operative Transparenz: ein digitales Dashboard an jeder Baustelle mit der Anzahl der täglich geforderten Arbeitskräfte sowie dem Soll-Ist-Vergleich des wöchentlichen Fortschritts. Das fehlende Bautempo ist keine überraschende Unwägbarkeit, sondern ein Mangel an Managementkontrolle.
Jeder Monat Verzögerung im Verkehrsnetz ist keine bloße Fahrplananpassung, sondern eine Millionenbelastung für den Steuerzahler und ein Verlust an Produktivität für die Stadt. Solange die Verwaltung weiterhin Verlängerungen akzeptiert, ohne externe Audits zur Produktivität vor Ort durchzuführen, belohnt dieses Modell weiterhin Ineffizienz statt Fertigstellung.
Wo bleibt Falkensee, Velten und Rangsdorf???
Was für eine Selbstbeweihräucherung für Planungs-/ Bau- & Inbetriebnahmezeiten, über welche die ganze Welt nur noch schmunzelt.
Was ist denn mit dem vom Senat abgebrochenen Bauarbeiten der S-Bahn von Wartenberg bis zur Selheimbrücke (-Karower Kreuz- Bucholz) ???
Was ist mit der seit Anfang der 60iger Jahre geplanten S-Bahn-Tangentialverbindung Ost von Springpfuhl nach Grünau/Schönefeld welche mehrere Stadtbezirke und Ausfallstrecken miteinander verbinden sollte.
Eine Verbindung für die es von Nordost nach Südosten für ~1.250.000 EW bis heute faktisch keinen durchgehenden ÖPNV ohne mehrmaligen Umsteigezwang gibt ??? Eine Veebindung welche die Ausfallstrecken in Richtung Oranienburg (N-BAR), Bernau, Ahrensfelde, Strausberg, (U-Bahn) Hellersdorf, Erkner, Königs Wusterhausen und Schönefeld -BER verknüpfen sollte, für hunderttausende den Weg durch die Stadt obsolet machen würde.
Diese nicht existierende attraktive Verbindung ist die Quelle der katastrophalen Verhältnisse auf der Straße, zwischen Marzahn/ Hellersdorf, Köpenick & der B96a/BAB 113.
Der Regionalbahnhof Köpenick ist der seit Ewigkeiten versprochene Ersatz für den Regionalbahnhof Karlshorst, welcher ursprünglich erst geschlossen werden sollte, wenn Köpenick in Betrieb genommen wird.
Wieder Versprechungen im wahrsten Sinne des Wortes. Nichts als heiße Luft.
Und das Grundthema und verkehrströmungstechnische Problem des Wuhlheider Kreuzes hat man natürlich ausgeblendet, obwohl die Planungen dafür seit Anfang der 80iger Jahre vorliegen.
Dafür verbaut man auch konsequent die benötigten Trassen & schafft darauf Wohnansiedelungen.