Die Bundesregierung hat den Vertrag für das Russische Haus in Berlin gekündigt. Die Entscheidung hat Folgen für den Standort an der Friedrichstraße.

Der Eingang des Russischen Hauses der Wissenschaft und Kultur in Berlin-Mitte. Das Zentrum bietet bislang unter anderem Ausstellungen, Veranstaltungen und Sprachkurse an. / © Foto: Wikimedia Commons, Roy Zuo, CC BY-SA 4.0
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Das Russische Haus an der Friedrichstraße gehört seit mehr als vier Jahrzehnten zum Stadtbild von Berlin-Mitte. Nun steht dem Kulturzentrum eine tiefgreifende Veränderung bevor. Die Bundesregierung will die vertragliche Grundlage für seinen Betrieb beenden. Hintergrund ist eine deutliche Verschärfung der Beziehungen zwischen Deutschland und Russland.
- Bezirk: Berlin-Mitte
- Adresse: Friedrichstraße 176–179, 10117 Berlin
- Bauzeit: 1981 bis 1984
- Nutzung: Kulturzentrum mit Veranstaltungs-, Ausstellungs- und Gewerberäumen sowie Wohnungen
- Voraussichtliches Ende des Abkommens: Juni 2027
Die Entscheidung gab Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) am 1. September 2026 gemeinsam mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) bekannt. Anlass ist der versuchte Anschlag mit Sprengstoffdrohnen auf den Flughafen Leipzig/Halle am 4. August. Die Bundesregierung macht Russland für den Angriff verantwortlich.
Russisches Haus muss nicht sofort schließen
Neben der Kündigung des Vertrags für das Russische Haus soll auch das russische Generalkonsulat in Bonn zum 18. September schließen. Zudem kündigte Wadephul weitere Maßnahmen gegen russische Akteure an.
Die Kündigung bedeutet allerdings nicht, dass das Russische Haus sofort seine Türen schließen muss. Entscheidend ist ein Abkommen über Kultur- und Informationszentren, das Deutschland und Russland 2011 geschlossen hatten. Es regelt unter anderem die Arbeit des Russischen Hauses in Deutschland und der Goethe-Institute in Russland. Das Abkommen kann jeweils zum Ende einer fünfjährigen Laufzeit gekündigt werden. Nach aktuellen Angaben soll es im Juni 2027 auslaufen.
Russisches Haus in Berlin: Betrieb war schon länger umstritten
Die Entscheidung kommt nach einer jahrelangen Debatte. Betreiber des Hauses ist die russische Regierungsagentur Rossotrudnitschestwo, die dem Außenministerium in Moskau untersteht. Die Europäische Union setzte die Organisation im Juli 2022 auf ihre Sanktionsliste. Ein Gericht stellte später fest, dass auch das Russische Haus von den Sanktionen erfasst wird. Das entsprechende Urteil ist bislang allerdings nicht rechtskräftig.
Zugleich ermittelt die Berliner Staatsanwaltschaft wegen möglicher Verstöße gegen das Außenwirtschaftsgesetz. Ein zentraler Punkt sind Einnahmen, die das Haus trotz der Sanktionen erzielt haben soll.
Friedrichstraße: Ein 29.000 Quadratmeter großer Bau aus DDR-Zeiten
Auch städtebaulich ist das Haus ungewöhnlich. Der Gebäudekomplex entstand zwischen 1981 und 1984 nach Plänen des DDR-Architekten Karl-Ernst Swora. Ursprünglich hieß die Einrichtung „Haus der Sowjetischen Wissenschaft und Kultur“.
Der Komplex umfasst rund 29.000 Quadratmeter. Dazu gehören ein etwa 1.700 Quadratmeter großes Foyer, Ausstellungs- und Geschäftsräume, mehrere Veranstaltungssäle, ein Innenhof und 64 Wohnungen. Über Jahre vermietete die Einrichtung zudem Flächen an Geschäfte entlang der Friedrichstraße. Das Gebäude selbst bleibt auch nach einer Schließung ein entscheidender Punkt: Es befindet sich im Eigentum des russischen Staates.
Kündigung des Russischen Hauses: Was nun konkret passiert
Damit endet mit der Kündigung nicht automatisch die Debatte über die Immobilie. Schon zuvor hatte etwa Berlins SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach eine Enteignung ins Gespräch gebracht. Frühere Versuche eines privaten Gläubigers, auf das Gebäude zuzugreifen, scheiterten allerdings vor deutschen Gerichten an dessen zumindest teilweise hoheitlicher Nutzung und der damit verbundenen Immunität.
Bis zum Auslaufen des Abkommens bleibt deshalb eine Übergangsphase. Bis Juni 2027 müsste der Betrieb des Russischen Hauses nach der Kündigung eingestellt werden. Was anschließend mit dem großen Gebäudekomplex in einer der zentralsten Lagen Berlins geschieht, ist derzeit offen. Die Kündigung des Abkommens über die Tätigkeit des Kulturzentrums ist nicht mit einer Übertragung des Eigentums verbunden.
Russisches Haus in Berlin
Quellen: Auswärtiges Amt, Deutschlandfunk Kultur, Tagesschau
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5 Kommentare
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Das „Russ. Haus“ (Russkij dum) in Ostberlin – eine russ. Spionalge- und Propagandazentrale ? Ein Agentenzentrum für Spione aller Art ? Ja sicher ! Das liegt doch auf der Hand und ist sehr wahrscheinlich ! Wie das Hotel Neptun früher in Warnemünde ! Oder gar Hotels und Messehäuser auf den jährlichen Leipziger Messen zu DDR-Zeiten ! Wo ist da die Erkenntniss ? Der „AHA-Effekt“ ? Der Aufreger ? Sicher dient das „Russ. Haus“ in Ostberlin Agenten und dubiosen Gestalten als Anlaufstelle ! Es ist doch offensichtlich und gar kein Geheimnis !! Solange das russ. Haus erhalten und geöffnet bleibt, sind doch aber diese Aktivitäten sagen wir überschau- und registierbar ! Und nach einer Schließung ? Dann verlagern sich diese Geheimdienstaktivitäten in den Untergrund ? Entziehen sich vielleicht staatlichem Zugriffs ? Und was, wenn mal in echt so eine Drohne in unserem Land explodiert ? Wie reagieren wir dann ? Was schließt man dann als nächstes ? Vielleicht Betratungsverbot sowjet. Ehrenmäler ? Diese Reaktion ist doch lächerlich, albern und infantil !!
Wenn wir schon Mal wissen, wie Sie meinen, wer die Spione sind, sollen wir sie doch abschieben…oder nicht?
Sofort schließen!!!! Nicht weitere Gelegenheiten den Russen geben um Deutschland zu schaden.
Am besten auch gleich alle Russischen Konsulate und Botschaften in
Deutschland und Europa schließen
Sehe ich genau so. Es muss mehr passieren.
Wenn sie das Haus sofort schließen wollen, Gerhard und Steffen Krach() das Gebäude enteignen will, dann sollten sie beide verpflichtet werden, dieses Gebäude zukünftig mit einem Schwimmbad auszustatten und auf Kosten des deutschen Staates solange dort Schwimmkurse anzubieten, bis sicher ist, das in Zukunft alle Kinder in diesem Land schwimmen lernen und nicht mehr so viele Menschen Jahr für Jahr ertrinken.