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In Berlin-Tempelhof wird ein traditionsreiches Schulgebäude für die Zukunft fit gemacht: Das Luise-Henriette-Gymnasium erhält nach jahrelangem Leerstand eine denkmalgerechte Sanierung und moderne Erweiterung. Doch die Fertigstellung verzögert sich, wieder einmal.

Mitten in Tempelhof entsteht ein neues altes Gymnasium: Das Luise-Henriette-Gymnasium wird denkmalgerecht modernisiert und erweitert, der Altbau datiert aus dem Jahr 1916. Doch die Rückkehr der Schulgemeinschaft verzögert sich erneut. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT

 

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An der Germaniastraße 4-6 in Berlin-Tempelhof befindet sich ein bemerkenswerter Altbau, der derzeit aufwendig modernisiert und durch einen Neubau ergänzt wird. Das Bauprojekt hat bereits einen langen Vorlauf, wie es bei Schul- und Bildungsprojekten in Berlin so häufig der Fall ist.

Seit 1916 war das Luise-Henriette-Gymnasium in diesem historischen Gebäude unweit des Rathauses Tempelhof untergebracht, das jedoch zunehmend marode geworden war und im Jahr 2017 schließlich geräumt werden musste. Die Schulgemeinschaft zog vorübergehend in die ehemalige Hermann-Köhl-Schule in Mariendorf. Dort, an der Kurfürstenstraße 53-54, sitzt die Schülerschaft noch immer.

Luise-Henriette-Gymnasium in Tempelhof: Historischer Altbau wird seit 2019 saniert und umgebaut

Obwohl die Sanierung bereits ab 2013 geplant war, verzögerte sich der Beginn mehrfach. Erst 2019 konnten die Bauarbeiten dann tatsächlich aufgenommen werden. Die Maßnahmen umfassten sowohl die Instandsetzung als auch die Erweiterung des denkmalgeschützten Schulgebäudes und wurden mit insgesamt 21 Millionen Euro veranschlagt.

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Im Zuge der Bauarbeiten wurde unter anderem der Aula-Anbau aus den 1950er-Jahren sowie die ehemalige Hausmeisterwohnung abgerissen, da diese statisch nicht mehr zu ertüchtigen waren. Das historische Schulhaus, bestehend aus Vorderhaus und Seitenflügel, wurde im Rohbau umfassend instandgesetzt.

Altbau in der Germaniastraße: Abriss von Gebäuden aus den 1950er Jahren

Die Grundmauern mussten unterfangen und saniert werden, da sie strukturelle Schwächen aufwiesen. Darüber hinaus wurden die vom Hausschwamm befallenen Dach- und Deckenkonstruktionen vollständig erneuert.

Das Dach des Gebäudes wurde in Anlehnung an das historische Vorbild neu gedeckt, und auch der charakteristische Turm konnte rekonstruiert werden. Zudem wurden sowohl die Klinkerfassade als auch die originalen Kastendoppelfenster sorgfältig restauriert. Diese Maßnahmen trugen entscheidend zur Wiederherstellung des ursprünglichen architektonischen Erscheinungsbildes bei.

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Neubau für 664 Schüler in Tempelhof: Richtfest im März 2024

Im März 2024 wurde Richtfest für das aufwendige Bauvorhaben gefeiert, welches bislang aber noch nicht abgeschlossen ist. Nach Abschluss der Baumaßnahmen soll die Schule nicht nur in ihr Stammhaus zurückkehren, auch ihre Kapazitäten sollen sich erweitern. Insgesamt sollen künftig 664 Schulplätze zur Verfügung stehen.

Das Bezirksamt äußerte sich zum Projekt im Frühjahr 2024 noch wie folgt: „Die Bauarbeiten liegen im Zeitplan, und das Luise-Henriette-Gymnasium erwartet die Fertigstellung des neuen Schulgebäudes bis zum Frühjahr 2025. Die Schulfamilie freut sich bereits darauf, die neuen Räumlichkeiten zu erkunden und darin eine aufregende Reise des Lernens und der persönlichen Entwicklung anzutreten.“

Wann kehrt die Schülerschaft in das historische Schulgebäude in der Germaniastraße zurück?

Wer die Baustelle aktuell besucht, sieht allerdings schnell, dass die geplante Fertigstellung des neuen Schulgebäudes offenbar nicht bis zum Februar 2025 realisiert werden konnte. Bislang gab es vom Bezirksamt keine verlässliche Auskunft darüber, wann das aufwendige Umbauprojekt abgeschlossen werden soll.

Der derzeitige Umbau, inklusive der Interimsnutzung des Schulbaus in Mariendorf, reiht sich ein in eine lange Geschichte von Umzügen und baulichen Veränderungen, die das Gymnasium seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert erfahren hat.

Lange Historie: Bereits 1911 erhielt die Schule den Namen Luise-Henriette-Schule

Im Jahr 1895 übernahm die damalige Gemeinde Tempelhof eine bereits bestehende private Mädchenschule in der damaligen Dorfstraße 44, heute bekannt als Alt-Tempelhof 29. Mit dem kontinuierlichen Wachstum der Schülerschaft zog die Einrichtung mehrfach um, bis sie schließlich im Jahr 1916 ihren Standort in der Germaniastraße bezog.

Bereits 1911 erhielt die Schule den Namen Luise-Henriette-Schule, benannt nach der brandenburgischen Kurfürstin Luise Henriette von Oranien. 1928 erfolgte die Aufwertung zur höheren Bildungsanstalt: Die Einrichtung wurde zum Realgymnasium, wodurch es den Schülerinnen erstmals möglich war, die Reifeprüfung abzulegen.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Schule im Jahr 1948 in eine koedukative Einrichtung überführt. Mit dem Hamburger Abkommen von 1964 und dessen bildungspolitischen Reformen wurde die Schule schließlich 1965 offiziell in ein Gymnasium umgewandelt.

© Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

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Quellen: Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg, Architektur Urbanistik Berlin, Wikipedia

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