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Die Gartenanlage an der Karl-Marx-Allee wird umfassend saniert. Waschbetonkuben und Springbrunnen kehren im Stil der 1970er Jahre zurück. Das ehemalige Ausschankgebäude wird umgebaut und um einen neuen Anbau sowie moderne Technik ergänzt. Neben dem Biergarten soll dort ein Restaurant ganzjährig Einzug erhalten.

Bild der Baustelle am Biergarten James June, Karl-Marx-Allee, Berlin

Seit August ist der Biergarten „James June“ an der Karl-Marx-Allee geschlossen. Mit der Sanierung wird das Gelände im Glanz der 1970er Jahre zurückkehren. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Visualisierung Titelbild: Schwalbe-Singer Gbr

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An der Karl-Marx-Allee in Friedrichshain steht eines der spannendsten Restaurierungsprojekte der kommenden Jahre bevor. Der Biergarten „James June“ auf dem Gelände des ehemaligen Café Warschau wird in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz umfassend saniert. Ziel ist es, die Gartenanlage und das zugehörige Gebäude in den Zustand der 1970er Jahre zurückzuversetzen. Damit kehrt ein authentisches Stück Berliner Architekturgeschichte zurück – und zugleich entsteht auf dem Grundstück ein neues Restaurant mit ganzjährigem Betrieb.

Café Warschau und sein Nachbargrundstück: Architektur aus den 1950er und 1970er Jahren

Das Grundstück an der Karl-Marx-Allee 93 ist Teil des denkmalgeschützten Bauensembles. Das darauf stehende Gebäude aus den 1970er Jahren war ein Technik- und Ausschankgebäude des Café Warschau. Letzteres wurde in den 1950er Jahren als zweistöckiges Kaffeehaus, Speisegaststätte und Tanzcafé errichtet. Nach der Wende wurde das Gelände zunächst nicht genutzt, ab 2003 gab es ein Strandcafé im Außenbereich. Der Biergarten „James June“ kam erst im Jahr 2013 hinzu. In das Gebäude des Café Warschau zog 2011 das Computerspielemuseum Berlin ein.

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Nun sollen der Außenbereich und das ehemalige Technik- und Ausschankgebäude ihr altes Flair zurückerhalten. Unter der Leitung der Architektin Friederike Schwalbe und der Landschaftsarchitektin Imke Singer soll das Gelände denkmalgerecht saniert werden. Auftraggeber ist die WBM Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte.

Ostalgie in Friedrichshain: Biergarten „James June“ kehrt architektonisch in die 1970er Jahre zurück

„Der Garten wird in seiner Grundstruktur wieder weitestgehend im Zustand der 70er Jahre hergestellt beziehungsweise zurückgebaut“, erklärt Architektin Schwalbe auf Anfrage von ENTWICKLUNGSSTADT. Viele der in den letzten Jahrzehnten gewachsenen Bäume sollen erhalten bleiben, während die alte Pflasterstruktur und die Einfassung aus Waschbeton-Kuben freigelegt und restauriert werden sollen.

Auch die historische Natursteinmauer aus den 1950er Jahren und die charakteristischen Bänke ohne Lehne sollen denkmalgerecht rekonstruiert werden. Darüber hinaus soll der Springbrunnen aus den 1970er Jahren wieder in Betrieb genommen werden. „Der Garten wurde in den 1970er Jahren als Rosengarten angelegt“, sagt Landschaftsarchitektin Singer. „Im mittleren Beet und in den Randbereichen sollen auch wieder einige Rosenflächen entstehen.“

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Karl-Marx-Allee 93: Berühmte Wandmosaike bleiben erhalten

Die Nutzung als Biergarten wird nach der Sanierung beibehalten. Ergänzt werden soll dieser durch ein Restaurant mit Vollküche, Winterbetrieb und großzügiger Terrassenüberdachung, das im umgebauten Technik- und Ausschankgebäude und einem Anbau Platz finden soll. Die neuen Dachkonstruktionen werden begrünt und sollen architektonisch an die verspielten Formen der 1950er Jahre anknüpfen. Gleichzeitig wird das Gebäude energetisch saniert, erhält eine moderne Haustechnik mit Fernwärmeanschluss, Lüftungsanlage und Photovoltaik.

Ein besonderes Augenmerk liegt auf den beiden Wandmosaiken der Anlage, die ebenfalls in den 1970er Jahren entstanden sind. Das große Mosaik bleibt dauerhaft öffentlich zugänglich und sichtbar, das kleinere wird in die neue Restaurantterrasse integriert, bleibt aber ebenfalls von außen einsehbar. Damit bleibt auch der historische Bezug zur einstigen Tanzkapelle des Gartens erhalten.

Friedrichshain: Wiedereröffnung des Biergartens für 2026 geplant

Der Biergarten „James June“ soll laut dem Tagesspiegel im Mai 2026 wiedereröffnet werden. Wenn die Bauarbeiten abgeschlossen sind, soll der Biergarten nicht nur als Treffpunkt für Berlinerinnen und Berliner zurückkehren, sondern auch als architektonisches Dokument der Ostmoderne.

Quellen: Schwalbe-Singer GbR, Tagesspiegel

 

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One Comment

  1. Böhme 11. November 2025 at 10:43 - Reply

    Schön, dass diese architektonische Perle wieder restauriert wird!

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