Zwei Betonriesen, die jahrzehntelang das Bild am Kaiserlei prägten, schrumpfen derzeit Etage für Etage. Während die alten KWU-Türme verschwinden, entsteht auf dem Papier bereits das nächste Kapitel für das Areal zwischen Offenbach und Frankfurt.

Nahaufnahme der Turmspitzen mit Gerüst und Kran vor bewölktem Himmel.

Während ein Turm bereits deutlich niedriger wirkt, steht der zweite noch in voller Höhe und ist größtenteils eingerüstet. Die Türme werden nicht gesprengt, sondern geschossweise abgetragen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT

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Am Kaiserlei verschwindet derzeit ein Stück Offenbacher Stadtgeschichte. Einer der beiden ehemaligen KWU-Türme ist bereits deutlich niedriger als zuvor, mehrere der obere Etagen wurden bereits zurückgebaut. Der zweite Turm steht noch in seiner ursprünglichen Höhe, ist aber weitgehend entkernt und von Gerüst sowie Schutzverkleidung umhüllt.

  • Ort: Kaiserlei, zwischen Offenbach am Main und Frankfurt am Main
  • Projekt: „Kaiserviertel“
  • Neubau: ca. 1.200 Mietwohnungen, darunter geförderte Wohnungen sowie Studierendenappartements
  • Weitere Nutzung: Kita, Hotel, Büroflächen, Supermarkt, Gewerbe sowie Parkmöglichkeiten
  • Zeitschiene: Rückbau der KWU-Türme seit Mai 2026, erste Wohnungen voraussichtlich ab 2029 bezugsfertig

Bis zur Fertigstellung des neuen Quartiers ist noch einiges zu tun. Neben dem laufenden Rückbau steht vor allem die Fertigstellung des Bebauungsplans aus, ohne das kein Bauantrag für das neue Quartier möglich ist.

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Rückbau der KWU-Türme: Die ABG setzt auf ein kontrolliertes Verfahren

Teilweise abgerissenes Hochhaus mit sichtbarem Betonskelett, im Vordergrund eine Straßenkreuzung mit Ampeln.

Der Rückbau des südlichen Turms ist bereits deutlich weiter vorangeschritten, mehrere obere Etagen sind schon zurückgebaut. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Ende März 2026 reichte die ABG Frankfurt Holding die erforderliche Abbruchanzeige bei der Stadt Offenbach ein. Nach Ablauf der vorgeschriebenen Frist starteten die sichtbaren Arbeiten Ende Mai. Mit der Ausführung beauftragte die ABG die Becker Sanierungstechnik GmbH, die auf Abbruch, Entkernung und Schadstoffsanierung spezialisiert ist. Statt zu sprengen, baut die Firma die Türme schrittweise zurück: Zunächst trennt sie Bauteile geschossweise mit Sägetechnik und hebt sie per Kran ab, erst bei geringerer Gebäudehöhe setzt sie größere Abbruchmaschinen ein.

Nach Angaben der ABG werde das anfallende Material größtenteils direkt auf dem Grundstück aufbereitet und später für die Neubebauung wiederverwendet. Der Rückbau solle demnach bis Ende 2026 abgeschlossen sein.

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Wohnen am Kaiserlei: Bebauungsplan für das Quartier fehlt noch

Parallel zum Abriss bereitet die Stadt Offenbach den Bebauungsplan für das neue Quartier vor. Für das Grundstück gilt bislang der vorhabenbezogene Bebauungsplan aus dem Jahr 2020, in dem die Hochhäuser erhalten und lediglich umnutzt werden sollten. Mit der ABG als neuer Vorhabenträgerin hat sich das Vorhaben grundlegend verändert: Sie plant nun eine weitgehende Neubebauung des Areals, weshalb die Stadtverordnetenversammlung den Bebauungsplan anpassen muss. Sie leitete die Änderung im Februar 2026 ein, inzwischen läuft die Öffentlichkeitsbeteiligung, ein Satzungsbeschluss steht noch aus.

Der parallele Ablauf von Abriss und Bauleitplanung ist dabei kein Widerspruch, denn beide Vorgänge folgen unterschiedlichen Verfahren mit eigenen Fristen und Zuständigkeiten. Während die alten Türme bereits verschwinden, schafft die Stadt gleichzeitig die rechtlichen Voraussetzungen für das, was an ihre Stelle treten soll.

Hochhausfassade und Gerüst, davor ein Holzbauzaun mit Straßenschild Kaiserlei und einem Banner der ABG Frankfurt Holding.

Der oberirdische Rückbau der KWU-Türme soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein, bevor der Bau des rund 500 Millionen Euro teuren Kaiserviertels beginnen kann. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

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Kaiserviertel zwischen Frankfurt und Offenbach: 1.179 Wohnungen und neue Gewerbeflächen geplant

Auf dem Areal soll künftig das Kaiserviertel entstehen. Die aktuelle Planung sieht 1.179 Mietwohnungen vor, darunter 354 Studierendenwohnungen und rund 97 öffentlich geförderte Einheiten. Neben den Wohnungen plant die ABG Büro und Gewerbeflächen, eine Kindertagesstätte sowie ein neu gebautes Hotel. Entlang der Strahlenberger Straße sollen außerdem Einzelhandel und ein Parkhaus entstehen.

Insgesamt soll die Bebauung rund 121.788 Quadratmeter Bruttogeschossfläche umfassen, wofür die ABG mehr als 500 Millionen Euro investieren will. Nach aktuellem Stand sollen die ersten Wohnungen 2029 bezugsfertig sein. Bis dahin prägt zunächst der Rückbau der KWU-Türme das Bild am Kaiserlei, während die Stadt im Hintergrund das Planungsrecht für ihre Nachfolge schafft.

Blick über eine brachliegende Freifläche auf mehrere Gebäude in unterschiedlichen Rückbaustadien.

An Stelle der Türme plant die ABG das Kaiserviertel mit 1.179 Mietwohnungen, darunter 354 Studierendenwohnungen und rund 97 geförderte Einheiten. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Quellen: Stadt Offenbach am Main, ABG FRANKFURT HOLDING, Politisches Informationssystem Offenbach, Stadtverordnetenversammlung Offenbach, Amtliche Bekanntmachungen der Stadt Offenbach, Becker Sanierungstechnik GmbH

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One Comment

  1. NoBa 3. September 2026 at 16:09 - Reply

    Schade um die graue Energie. Der Beton ist noch bestens in Ordnung, so augenscheinlich.

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