Für das geplante Hochhausprojekt an der Rudolfstraße in Friedrichshain hat die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung begonnen. Bis Mitte April können Bürgerinnen und Bürger Stellungnahmen zum Vorhaben abgeben. Das Projekt zählt zu den größten Wohnbauvorhaben im Umfeld der Warschauer Brücke und bleibt zugleich umstritten.

Auf dem Baugrundstück selbst ist bislang nicht viel zu sehen. Perspektivisch soll auf dem Areal zwischen Rudolfstraße, Tamara-Danz-Straße und Ehrenbergstraße ein rund 167 Meter hoher Wohnturm entstehen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
Für das Grundstück an der Rudolfstraße 18 in Friedrichshain in der Nähe der Warschauer Straße, hat die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit begonnen. Im Rahmen des vorhabenbezogenen Bebauungsplans können Bürgerinnen und Bürger bis zum 14. April 2026 Stellungnahmen zum Projekt abgeben. Die Planungen sehen die Errichtung von rund 1.000 Wohnungen in zentraler Lage vor.
Das Verfahren markiert einen weiteren Schritt in der Entwicklung eines der größten Wohnbauvorhaben im Umfeld der Warschauer Brücke. Bereits zuvor war das Projekt mehrfach Gegenstand politischer und öffentlicher Diskussionen.
Rudolfstraße: 167 Meter hohes Wohnhochhaus mit Mischnutzung an der Warschauer Brücke geplant
Kern des Vorhabens ist ein Hochhaus mit rund 52 Etagen und einer Höhe von etwa 167 Metern. Ergänzt wird es durch weitere Baukörper, darunter ein Stadthaus sowie ein Wohnensemble mit stärker nachbarschaftlichem Maßstab. Der Entwurf stammt vom Architekturbüro Henning Larsen und soll einen neuen städtebaulichen Hochpunkt im Umfeld der Warschauer Brücke bilden.
Neben Wohnungen sind auch ergänzende Nutzungen vorgesehen. Geplant sind unter anderem Einzelhandel, Gastronomie, soziale Einrichtungen sowie eine Kindertagesstätte. Damit soll das Quartier funktional gemischt und im Erdgeschoss belebt werden.
30 Prozent geförderte Wohnungen und neue Freiräume im Quartier um die Rudolfstraße geplant
Ein Teil der Wohnungen soll als geförderter Wohnraum entstehen. Nach dem Berliner Modell der kooperativen Baulandentwicklung sind mindestens 30 Prozent der Einheiten mietpreis- und belegungsgebunden. Damit soll das Projekt auch einen Beitrag zur Entlastung des angespannten Wohnungsmarktes leisten.
Darüber hinaus sieht die Planung neue öffentliche Räume vor. Ein zentraler Stadtplatz sowie begrünte Freiflächen sollen die Aufenthaltsqualität erhöhen und die Wegebeziehungen im Quartier verbessern. Insbesondere die Verbindung zwischen Rudolfstraße und Warschauer Straße soll gestärkt werden.
Kritik an Hochhaus an der Rudolfstraße wegen Höhe, Dichte und Anteil geförderter Wohnungen
Das Hochhausprojekt ist seit längerem Gegenstand kontroverser Debatten. Während der Senat darin eine Chance zur Schaffung von Wohnraum sieht, äußerten Vertreter des Bezirks und Teile der Nachbarschaft Kritik an Maßstab und Dichte des Vorhabens. Es wurde unter anderem darauf hingewiesen, dass der Anteil geförderter Wohnungen begrenzt sei und eine stärkere Ausrichtung auf bezahlbaren Wohnraum erforderlich wäre.
Auch die Übernahme der Planungshoheit durch den Senat hatte für Diskussionen gesorgt. Kritikerinnen und Kritiker sehen darin eine Einschränkung der bezirklichen Mitbestimmung. Gleichzeitig wird die Beteiligung der Öffentlichkeit als wichtiger Schritt bewertet, um unterschiedliche Perspektiven in das Verfahren einzubringen.
Im bisherigen Verfahren wurden bereits zahlreiche Gutachten zu Themen wie Verkehr, Lärm, Klima und Umwelt erstellt. Diese bestätigen nach Angaben der Senatsverwaltung die grundsätzliche Umsetzbarkeit des Projekts. Wie sich das Vorhaben konkret weiterentwickelt, hängt nun auch von den Ergebnissen der Öffentlichkeitsbeteiligung ab.
Quellen: Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
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