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Die Lüneburger Straße in Harburg soll nach fast fünf Jahrzehnten als Fußgängerzone grundlegend erneuert werden. Ein Wettbewerb hat nun ein Konzept gekürt, das mehr Grün, neue Aufenthaltsorte und ein markantes Pflaster vorsieht. 

Visualisierung Harbug Lüneburger Tor

Wie die Lüneburger Straße nach der Neugestaltung aussehen soll: Geplant sind neue Baumstandorte, zusätzliche Grünflächen und zwei platzartige Aufenthaltsbereiche, die mehr Raum zum Verweilen schaffen sollen. Ein durchgehender Belag aus rotem Klinker im Fischgrätmuster wird die Straße künftig wie ein „roter Teppich“ prägen und ihr ein einheitliches Gesicht geben. /© Visualisierungen: Bruun und Möllers

© Visualisierungen: Bruun und Möllers

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Wer an einem Werktag durch die Lüneburger Straße geht, sieht eine Fußgängerzone, die funktioniert, und doch müde wirkt. Seit Ende der 1970er Jahre ist hier wenig Grundlegendes passiert. Nun soll sich das ändern.

Die zentrale Einkaufsmeile Harburgs, die täglich von bis zu 13.000 Menschen genutzt wird, bekommt ein neues Gesicht. Ein freiraumplanerischer Wettbewerb hat den Weg dafür bereitet. Der Bezirk und die Stadt verfolgen damit das Ziel, die Aufenthaltsqualität spürbar zu erhöhen und der Innenstadt neue Impulse zu geben; auch vor dem Hintergrund vergleichsweise geringer Kaufkraft im direkten Umfeld.

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Ein Wettbewerb als Startsignal: Einzelhandel im Hamburger Süden soll wieder belebt werden

Neun Planungsteams hatten Entwürfe eingereicht, fünf davon überarbeiteten ihre Konzepte in einer zweiten Phase. Begleitet wurde das Verfahren von einer breiten Beteiligung: Anwohnende, Eigentümer und Gewerbetreibende konnten Hinweise geben, die in die Planung einflossen. Am Ende entschied sich das Preisgericht einstimmig für den Entwurf der Büros Bruun und Möllers mit BRP.

Bezirksamtsleiter Christian Carstensen machte deutlich, dass die Lüneburger Straße zusammen mit Seevepassage und Marktplatz Sand das Rückgrat des Einzelhandels im Süden Hamburgs bilde. Es sei an der Zeit, diesem identitätsstiftenden Ort ein zeitgemäßes Erscheinungsbild zu geben und ihn für heutige wie künftige Nutzerinnen und Nutzer neu attraktiv zu machen.

Harburger Klinker rund um die Lüneburger Straße: Wie ein Teppich durch die Fußgängerzone

Die eigentliche Planung beginnt nun. Allein dafür sind rund 800.000 Euro vorgesehen, finanziert je zur Hälfte aus dem Städtebauförderprogramm RISE und aus Mitteln der Behörde für Verkehr und Mobilitätswende. Für den späteren Umbau werden insgesamt etwa 6,5 Millionen Euro veranschlagt.

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Luftbild Harburg

© Foto: FHH_LGV_claussen seggelke stadtplaner

Kern des Entwurfs ist das sogenannte „rote Band“: Der typische Harburger Klinker soll im Fischgrätmuster nicht nur in der Lüneburger Straße, sondern auch in angrenzenden Straßen verlegt werden – wie ein roter Teppich durch die Fußgängerzone. Ergänzt wird er durch zwei größere Granitflächen, die Raum für Außengastronomie, Begrünung und Begegnung bieten.

Baubeginn ab 2027: Neugestaltung um Lüneburger Tor soll Aufenthaltsqualität verbessern

Oberbaudirektor Franz-Josef Höing sieht darin einen wichtigen Baustein, um die Innenstadt wieder stärker als urbanes Zentrum mit hoher Aufenthaltsqualität zu etablieren. Neben neuen Bäumen und Beeten ist ein Wasserspiel am Lüneburger Tor geplant, das sich zu einem kleinen Platz öffnen soll. Für bessere Durchgänge und Rettungswege müssen zwar vier Bäume weichen, gleichzeitig sind jedoch zahlreiche Neupflanzungen vorgesehen.

Die Entwürfe sind vom 28. Januar bis 17. Februar 2026 im Harburger Rathaus ausgestellt. Der Baubeginn ist zunächst für 2027 geplant, die Fertigstellung für 2028 oder 2029. Bis dahin bleibt die Lüneburger Straße, was sie lange war: eine funktionierende, aber in die Jahre gekommene Hauptschlagader – nun jedoch mit Aussicht auf einen behutsamen Neustart.

Quellen: Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen Hamburg, Deal Magazin, NDR, Blitzaktuell

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