Am Dreieck Funkturm wird die Verkehrsführung erneut umgebaut. Eine bisher wichtige Verbindung der A115 fällt weg, während eine neue Route über den AVUS-Rastplatz übernimmt. Der Grund liegt direkt nebenan auf einer der größten Brückenbaustellen Berlins.

Die Infobox A100 am Berliner Westkreuz informiert über die laufenden Bauarbeiten an der Ringbahnbrücke und weiteren Brückenprojekten der Autobahn. / © Foto: breakout MOMENTS, Daniela Mucha
© Titelbild: TIMECODEMEDIA
Rund um die neue Ringbahnbrücke verändert sich das Autobahndreieck Funkturm erneut. Ab dem 5. Oktober 2026 führt der Weg von der A115 zur A100 Richtung Hamburg anders als bisher. Die Änderung ist keine gewöhnliche Umleitung: Sie schafft den Platz, den die Bauleute für den nächsten Abschnitt der neuen Autobahnbrücke benötigen.
- Bezirk: Charlottenburg-Wilmersdorf
- Lage: Autobahndreieck Funkturm / Westkreuz
- Projekt: Ersatzneubau der Ringbahnbrücke an der A100
- Projektstatus: im Bau
- Baubeginn: Oktober 2025
- Geplante Inbetriebnahme: Sommer 2027
- Investition des Bundes: rund 80 Millionen Euro
Ab Montag, 5. Oktober 2026, um 5 Uhr nimmt die DEGES die bisherige Rampe von der A115 zur Halenseestraße Ost außer Betrieb. Wer von der AVUS kommt und weiter zur A100 in Richtung Hamburg fahren will, muss dann einer neuen Führung folgen. Vorarbeiten dafür laufen bereits seit dem 30. September im Bereich der Alten Jafféstraße.
A115 am Dreieck Funkturm: Neue Rampe führt über den AVUS-Rastplatz
Die Änderung betrifft allerdings nicht die Halenseestraße Ost selbst. Vielmehr verschiebt sich die Verbindung zwischen A115, Messedamm und A100. Für Autofahrer bedeutet das einen zusätzlichen Weg durch das Straßennetz rund um Messe und AVUS.
Zunächst führt eine neu gebaute Rampe den Verkehr im Autobahndreieck einspurig von der A115 weg. Anschließend stehen zwei Fahrstreifen zur Verfügung, die über den südlichen Bereich des AVUS-Rastplatzes zur Alten Jafféstraße führen. Von dort können Fahrzeuge in beide Richtungen auf den Messedamm fahren.
A100 Richtung Hamburg: Staus vorprogrammiert
Wer weiter zur A100 Richtung Hamburg will, fährt auf dem Messedamm nach Norden. Die Auffahrt auf die Stadtautobahn erfolgt anschließend wie bisher an der Anschlussstelle Spandauer Damm. Die DEGES hat die neue Führung nach eigenen Angaben mit dem Land Berlin und der Messe Berlin abgestimmt. Trotz angepasster Ampelschaltungen rechnet sie besonders an der Kreuzung Alte Jafféstraße/Messedamm bei starkem Verkehr mit Behinderungen.
Damit verändert sich ein Bereich erneut, der seit der kurzfristigen Sperrung der alten Ringbahnbrücke im März 2025 praktisch durchgehend Baustelle ist.

Ein Spezialkran hat die vormontierte Stahlkonstruktion der neuen Ringbahnbrücke im Juli 2026 über die Gleise der Ringbahn gehoben. / @ Foto: TIMECODEMEDIA
Neue Ringbahnbrücke braucht Platz für den südlichen Anschluss
Die bisherige Überleitung muss nun außer Betrieb gehen, damit die Baufirmen den südlichen Anschluss der Ringbahnbrücke an die A100 herstellen können. Bereits im Herbst 2025 war die alte A100-Brücke über die Halenseestraße Ost abgerissen worden. Inzwischen entsteht auch dort ein neues Bauwerk.
Die eigentliche Ringbahnbrücke ist bereits deutlich weiter. Im Juli wurden sechs vormontierte Großbauteile des Stahlüberbaus eingehoben. Das schwerste Element wog rund 320 Tonnen. Ein Raupenkran mit 650 Tonnen Tragfähigkeit setzte die Teile in fünf bis sechs Metern Höhe über den Gleisen ein. Der eingesetzte wetterfeste Baustahl bildet eine rostfarbene Schutzschicht und benötigt deshalb keinen zusätzlichen Korrosionsschutz.
Zuletzt liefen an der Baustelle unter anderem Kabelarbeiten und Arbeiten an den Stützwänden. Auch die rund 900 Meter lange A100-Strecke zwischen Ringbahn- und Westendbrücke wird inzwischen grundlegend erneuert. Damit nutzen die Projektverantwortlichen die bestehende Sperrung, um Fahrbahn, Stützwände, Entwässerung und weitere Anlagen gleichzeitig zu erneuern.
A100 soll zwischen Messedamm und Spandauer Damm 2027 wieder öffnen
Die neue Ringbahnbrücke entsteht an derselben Stelle wie ihr Vorgänger. Sie soll drei Fahrstreifen sowie einen Einfädelungsstreifen für den Verkehr von der AVUS und einen Seitenstreifen erhalten. Auf der Ostseite ist über die gesamte Länge eine Lärmschutzwand vorgesehen. Hinzu kommt lärmmindernder Asphalt.
Der Zeitplan bleibt nach den aktuell veröffentlichten Angaben unverändert. Im Sommer 2027 sollen sowohl die Ringbahnbrücke als auch die weiter nördlich gelegene Westendbrücke fertig sein. Dann soll die A100 in Fahrtrichtung Nord zwischen Messedamm und Spandauer Damm wieder durchgehend befahrbar sein. Auch die direkte Verbindung von der A115 auf die A100 Richtung Hamburg soll dann zurückkehren.
Bis dahin bleibt die Verkehrsführung rund um das Dreieck Funkturm provisorisch. Wie sich die Baustelle zuletzt entwickelt hat und welche Arbeiten nachts am Westkreuz stattfinden, zeigt der aktuelle Beitrag zum Baufortschritt an der Ringbahnbrücke.
Neue Ringbahnbrücke am Dreieck Funkturm
Quellen: Verkehrsinformationszentrale Berlin, DEGES
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Der Neubau ist ja, so scheint es zumindest auf den Visualisierungen, in das Konzept zum Neubau des Dreieck Funkturm eingebettet. Ich frage mich nur, mit welcher Begruendung dieser Komplettneubau erfolgen muss. Es wird oft so dargestellt, als sei das Dreieck vollkommen ueberlastet waehrend es wirklich nie als Stauherd augefallen ist. Selbst mit der jetzigen Teilsperrung funktioniert es, den Umstaenden entsprechend, gut. Daher muss die Frage erlaubt sein welche Argumente es gegen Ersatzneubauten der Bruecken gibt statt eines kompletten Naubaus?