In Berlin-Weißensee wurde am 31. Januar 2026 Richtfest für einen Neubau mit 48 Eigentumswohnungen gefeiert. Das Projekt in der Liebermannstraße markiert baulichen Fortschritt, adressiert jedoch vor allem eine kleine Käufergruppe und trägt damit kaum zur Entlastung des angespannten Wohnungsmarkts bei.

Beim Richtfest am 31. Januar waren anwesend (v. l. n. r.): Dirk Stettner, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus und direkt gewählter Abgeordneter aus Weißensee; Philipp Keetmann, Stephan Höhne Gesellschaft von Architekten mbH; David Fischer und Dr. Clemens Paschke, Geschäftsführer der wvm Gruppe Berlin; sowie Sebastian Bethge, Niederlassungsleiter der GOLDBECK Nordost GmbH. / © Foto: Andreas Schwarz
© Visualisierung Titelbild: WvM Immobilien + Projektentwicklung GmbH
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Am Freitag, dem 31. Januar 2026, wurde in der Liebermannstraße 70 im Berliner Ortsteil Weißensee Richtfest gefeiert. Damit erreicht der Neubau mit insgesamt 48 Eigentumswohnungen einen weiteren Baufortschritt. Nach Angaben der Projektbeteiligten liegt das Vorhaben im Zeitplan, die Fertigstellung ist für das vierte Quartal 2026 vorgesehen.
Realisiert wird das Projekt von der wvm Gruppe Berlin. Nach rund 22 Monaten Bauzeit ist der Rohbau inzwischen abgeschlossen. Das Richtfest markiert somit einen zentralen Meilenstein im Bauablauf.
Liebermannstraße 70: Architektur mit Rundungen und serielle Bauweise prägen den Neubau
Entworfen wurde das Wohngebäude vom Berliner Architekturbüro Stephan Höhne Gesellschaft von Architekten. Der Entwurf setzt auf eine klar gegliederte Kubatur mit abgerundeten Gebäudeecken und geschwungenen Balkonen, die dem Baukörper eine eigenständige Formensprache verleihen. Zugleich orientiert sich die Fassadengestaltung in Materialität und Proportionen an der bestehenden Nachbarschaft, sodass sich der Neubau in den städtebaulichen Kontext der Liebermannstraße einfügt. In den oberen Geschossen sind zurückgesetzte Bereiche und großzügige Außenflächen vorgesehen, die den Wohnungen zusätzliche Freiräume bieten.
Die Umsetzung des Rohbaus übernimmt der Generalunternehmer GOLDBECK. Realisiert wird das Gebäude in serieller Bauweise mit einem hohen Anteil vorgefertigter Bauelemente. Gleichzeitig erlaubt die serielle Bauweise, komplexere Gebäudestrukturen wie abgerundete Fassaden oder auskragende Balkone effizient in den Bauprozess zu integrieren.
Eigentumswohnungen in der Liebermannstraße mit Preisen ab 276.000 Euro
Geplant ist ein Wohnungsmix von ein bis vier Zimmern. Die Einstiegspreise beginnen laut Projektangaben bei rund 276.000 Euro für Ein-Zimmer-Wohnungen. Drei-Zimmer-Wohnungen liegen deutlich darüber, bei etwa 483.000 Euro. Bisher sind bereits 20 von 48 der Einheiten verkauft.
Damit richtet sich das Projekt klar an Käuferinnen und Käufer mit entsprechendem Eigenkapital. Für Haushalte mit niedrigen oder mittleren Einkommen entsteht hier kein zusätzlicher Wohnraum. Angesichts des angespannten Berliner Wohnungsmarkts bleibt die strukturelle Wirkung des Neubaus daher begrenzt.
PV-Anlage, Wärmepumpe, Tiefgarage: Technische Details des Neubaus in Weißensee
Der Neubau entsteht nach dem Effizienzstandard KfW-40-EE. Geplant sind unter anderem eine Photovoltaikanlage, Wärmepumpen und eine hochgedämmte Gebäudehülle. Zusammen prägen sie ein energetisches Konzept, das auf einen sparsamen Betrieb ausgelegt ist und dem aktuellen Stand des Neubaus entspricht.
Auch die Ausstattung ist klar definiert. In den Wohnungen sind Echtholzparkett, großformatige Fliesen und Fußbodenheizung vorgesehen, ergänzt durch ein zurückhaltendes, modernes Gestaltungskonzept. Im Außen- und Erschließungsbereich setzt das Projekt auf Fahrradstellplätze und E-Bike-Lademöglichkeiten. Zusätzlich sind 17 Stellplätze in einer Tiefgarage geplant.
48 neue Eigentumswohnungen in Weißensee: Fertigstellung bereits Ende 2026
Beim Richtfest war auch der direkt gewählte Abgeordnete aus Weißensee, Dirk Stettner (CDU), anwesend. Er verwies darauf, dass Berlin Neubau benötige und Eigentumsbildung für Selbstnutzerinnen und Selbstnutzer ein Baustein der Stadtentwicklung sei.
Unabhängig davon bleibt festzuhalten: Das Projekt in der Liebermannstraße schafft neuen Wohnraum, leistet aber keinen Beitrag zur kurzfristigen Entspannung des Mietmarkts. Es steht exemplarisch für einen Wohnungsbau, der technisch modern ist, sozial jedoch nur einen begrenzten Wirkungskreis entfaltet.

Auf der Rückseite des Rohbaus wird der derzeitige Stand sichtbar. Die Arbeiten im vierten Obergeschoss sind bald abgeschlossen. © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Quellen: wvm Immobilien + Projektentwicklung GmbH
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Die Visualisierung und das Solar auf Dach, gefällt mir sehr gut!