Am Boulevard Unter den Linden wächst ein neues Bürogebäude für die Bundestagsverwaltung in die Höhe. Mit dem Richtfest ist der Rohbau des Elisabeth-Selbert-Hauses nun weitgehend abgeschlossen.

Zwischen Geschichte und Gegenwart entsteht Unter den Linden ein neues Gebäude für parlamentarische Arbeit. / © Visualisierung: kleyer.koblitz.letzel.freivogel architekten / PORR GmbH & Co. KGaA
© Titelbild: BImA
An der Straße Unter den Linden ist ein neues Gebäude für die Bundestagsverwaltung deutlich sichtbar geworden. An der Ecke zur Schadowstraße, wenige Schritte vom Brandenburger Tor entfernt, hat die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) Richtfest für das Elisabeth-Selbert-Haus gefeiert. Der sechsgeschossige Neubau soll künftig rund 200 Büros beherbergen.
Der Rohbau markiert damit einen wichtigen Abschnitt auf einer der bekanntesten Straßen Berlins. Gleichzeitig schließt das Gebäude eine bislang markante Baulücke im historischen Ensemble der Dorotheenstadt. Die Fertigstellung war ursprünglich für Ende 2026 vorgesehen. Nach dem derzeit sichtbaren Baufortschritt erscheint dieser Termin allerdings sehr ambitioniert.
- Projekt: Elisabeth-Selbert-Haus
- Adresse: Unter den Linden 62 / Ecke Schadowstraße, Berlin-Mitte
- Nutzung: Rund 200 Bürogebäude für den Deutschen Bundestag
- Architektur: kleyer.koblitz.letzel.freivogel architekten
Elisabeth-Selbert-Haus: Neues Bürogebäude für die Bundestagsverwaltung
Benannt ist der Neubau nach Elisabeth Selbert, einer der vier Frauen im Parlamentarischen Rat, die maßgeblich an der Entstehung des Grundgesetzes beteiligt waren. Besonders verbunden ist ihr Name mit Artikel 3, Absatz 2, der die Gleichberechtigung von Männern und Frauen festschreibt.
Das Elisabeth-Selbert-Haus umfasst rund 13.000 Quadratmeter Bruttogrundfläche. Vorgesehen ist das Gebäude zunächst vor allem für die Bundestagsverwaltung. Die Planung lässt allerdings auch eine spätere Umstellung auf parlamentarische Nutzungen zu. Im Erdgeschoss soll zudem die Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung Ausstellungsflächen und weitere Räume beziehen.

Beim Richtfest für das Elisabeth-Selbert-Haus an Unter den Linden wurde der Abschluss des Rohbaus gefeiert. Der Neubau ist für die Bundestagsverwaltung vorgesehen. / © Foto: BImA
Nachhaltiges Bauen mit Geothermie und Photovoltaik
Entworfen wurde der Neubau vom Berliner Architekturbüro kleyer.koblitz.letzel.freivogel architekten. Der Baukörper soll sich in die bestehende Blockstruktur entlang der Straße einfügen. Im Inneren sind unter anderem ein großzügiges Foyer, eine Wendeltreppe, Galerien und Sichtbeziehungen zwischen den einzelnen Ebenen vorgesehen.
Auch energetisch setzt das Projekt auf Lösungen, die bei öffentlichen Neubauten zunehmend zum Einsatz kommen. Das Gebäude soll über Geothermie und Photovoltaik mit regenerativer Energie versorgt werden. Nach dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude (BNB) ist eine Zertifizierung mit dem Standard Silber vorgesehen.
Komplexe Baustelle im Zentrum von Berlin
Die Bauarbeiten finden in unmittelbarer Nachbarschaft zu Regierungsgebäuden, Botschaften und historischer Bausubstanz statt. Entsprechend anspruchsvoll sind die Platzverhältnisse auf dem innerstädtischen Grundstück. Nach Abschluss der Gründungsarbeiten ist der Hochbau inzwischen deutlich vorangeschritten.
Für die Umsetzung ist das Bauunternehmen PORR verantwortlich. Zum Einsatz kommen unter anderem digitale Planungsmethoden und Building Information Modeling (BIM). Mit dem Richtfest ist nun ein weiterer wichtiger Bauabschnitt erreicht. Bis zur vollständigen Fertigstellung müssen allerdings noch zahlreiche Arbeiten am Gebäude und im Innenausbau folgen.
Quellen: kleyer.koblitz.letzel.freivogel architekten, PORR GmbH & Co. KGaA, Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
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