Die TU Berlin feiert das Richtfest für die Chemical Invention Factory. Bis 2027 entsteht in Charlottenburg ein neues Zentrum für Grüne Chemie.

Fünf Projektbeteiligte stehen beim Richtfest der Chemical Invention Factory der TU Berlin vor dem eingerüsteten Neubau und dem Richtkranz.

Vertreterinnen und Vertreter der TU Berlin, des Landes Berlin sowie der Projektpartner beim Richtfest der Chemical Invention Factory vor dem Rohbau in Charlottenburg. / © Foto: TU Berlin / Christian Kielmann

© Titelbild: TU Berlin / Erik Krambeck

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Auf dem Campus der TU Berlin verändert sich derzeit nicht nur das Bild an der Marchstraße. Hinter dem Neubau steckt ein Konzept, das Forschung schneller aus dem klassischen Hochschulbetrieb in die praktische Anwendung bringen soll. Mit dem Richtfest der Chemical Invention Factory ist das Projekt nun einen großen Schritt weiter.

  • Bezirk: Charlottenburg-Wilmersdorf
  • Adresse: Marchstraße 18, 10587 Berlin
  • Nutzung: Labor-, Analyse-, Büro- und Gemeinschaftsflächen für Grüne Chemie
  • Projektstatus: Rohbau fertiggestellt
  • Fertigstellung: voraussichtlich 2027
  • Kosten: rund 20 Millionen Euro
  • Besonderheit: künftig Europas größte Laborinfrastruktur speziell für wissenschaftsbasierte Transfer- und Vorgründungsteams der Grünen Chemie

Am 4. September 2026 stand an der Marchstraße der fertiggestellte Rohbau im Mittelpunkt. Dort wurde das Richtfest mit TU-Präsidentin Prof. Dr. Fatma Deniz, Wissenschaftsstaatssekretär Dr. Henry Marx, Namensgeber Prof. John Warner, Architekt Prof. Xaver Egger und Goldbeck-Niederlassungsleiter Holger Schöfisch gefeiert. Die TU Berlin erklärte, dass die Arbeiten im Zeit- und Kostenplan liegen.

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Das ist auch deshalb bemerkenswert, weil die Universität bei diesem Projekt selbst eine ungewöhnlich große Verantwortung trägt. Die Chemical Invention Factory ist nach dem Elektronenmikroskopie-Gebäude TEM erst das zweite Gebäude, das die TU Berlin in eigener Bauherrenschaft errichtet. Bereits im Mai 2025 hatte die Universität den Vertrag mit Goldbeck geschlossen. Zuvor übernahm bei Neubauten dieser Größenordnung in der Regel die Senatsbauverwaltung die Bauherrschaft.

TU Berlin schafft spezialisierte Labore für Grüne Chemie

Inhaltlich geht es nicht um ein klassisches Forschungsgebäude. Bis zu zwölf Transfer- und Vorgründungsteams sollen hier wissenschaftliche Ergebnisse weiterentwickeln und auf eine spätere Anwendung vorbereiten. Dafür entstehen spezialisierte Chemielabore sowie Analyse-, Büro- und Besprechungsräume. Insgesamt sind 39 Abzüge für chemische Laborarbeiten vorgesehen. Hinzu kommen gemeinsam nutzbare Analysegeräte, darunter Systeme für Hochleistungsflüssigkeitschromatographie und Gaschromatographie-Massenspektrometrie.

Rund 1.000 Quadratmeter Nutzfläche stehen nach Angaben des Landes für die eigentliche Arbeit der Teams zur Verfügung. Das gesamte Gebäude umfasst nach Angaben der Architekten rund 2.267 Quadratmeter Bruttogrundfläche. Im Erdgeschoss sind zudem ein Café, Begegnungsflächen und ein Demolabor vorgesehen. Dort sollen Anlagen in einem größeren Maßstab erprobt werden können.

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Gäste stehen beim Richtfest vor dem eingerüsteten Rohbau der Chemical Invention Factory der TU Berlin, während der Richtkranz am Gebäude hochgezogen wird.

Beim Richtfest der Chemical Invention Factory auf dem Campus der TU Berlin verfolgt eine Gruppe von Gästen das traditionelle Aufziehen des Richtkranzes am Neubau in Charlottenburg. / © Foto: TU Berlin / Christian Kielmann

Rund 20 Millionen Euro für den Neubau an der Marchstraße

Eine weitere Besonderheit betrifft den Schutz der Forschungsergebnisse. Die einzelnen Laborbereiche lassen sich sichern, damit die Teams an eigenen Entwicklungen arbeiten können, ohne ihr geistiges Eigentum offenzulegen. Die Infrastruktur soll ihnen kostenfrei zur Verfügung stehen. Bereits beim Spatenstich für die Chemical Invention Factory im Jahr 2025 hatte die TU Berlin erklärt, dass die Teams die Ausstattung für zwei bis vier Jahre nutzen können.

Die Gesamtbaukosten für den Neubau beziffert die TU Berlin aktuell auf rund 20 Millionen Euro. Etwa 13 Millionen Euro trägt die Universität selbst. Weitere rund sieben Millionen Euro kommen vom Land Berlin aus dem Sondervermögen SIWANA III. Die Fertigstellung ist für 2027 vorgesehen.

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TU Berlin: Chemical Invention Factory
Auf dem Campus der TU Berlin entsteht die Chemical Invention Factory mit Laboren für Transfer- und Vorgründungsteams der Grünen Chemie.

 

Quellen: Technische Universität Berlin, Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege, sehw Architektur, greenCHEM

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